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Goldpreis im Aufwärtstrend: Diese Fallstricke sollten Anleger beim Gold-Kauf umgehen


Edelmetall-Investment  

Diese Fallstricke sollten Anleger beim Goldkauf beachten

21.07.2016, 13:32 Uhr | Von Jürgen Lutz für t-online.de

Goldpreis im Aufwärtstrend: Diese Fallstricke sollten Anleger beim Gold-Kauf umgehen. Goldmünzen und -Barren: Mit dem steigenden Goldpreis steigt auch die Kauflust der Anleger. (Quelle: Reuters)

Goldmünzen und -Barren: Mit dem steigenden Goldpreis steigt auch die Kauflust der Anleger. (Quelle: Reuters)

Wird Gold der Investment-Star 2016? In der ersten Juli-Woche markierte der Goldpreis bei 1370 Dollar den höchsten Stand seit gut zwei Jahren. Allein seit Jahresbeginn verteuerte sich das Gold damit um rund ein Viertel. Viele Anleger, die sich zuvor nicht trauten, interessieren sich nun für das Edelmetall.

Das Edelmetall profitiert derzeit von den niedrigen Zinsen und den hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten nach dem Brexit. Und die Aussichten auf Preissteigerungen sind weiterhin gut. Ob allerdings tatsächlich einmal ein Goldpreis von 10.000 Dollar pro Feinunze erreicht wird, wie es der US-amerikanische Edelmetall-Experte Gary Christenson prognostizierte, steht in den Sternen.

Und: "Beim Kauf von Gold lauern auf unerfahrene Käufer einige Fallen, die richtig ins Geld gehen können", warnt Rolf Kazmaier, Geschäftsführer der SVA Vermögensverwaltung GmbH. Wir nennen die sieben größten Fehler, die Sparer beim Goldkauf machen können: Unkenntnis des Marktes, unseriöse Anbieter, zu kleine Stückelungen, Währungsrisiko, Klumpenrisiko, Derivate statt physischer Besitz und die Kosten.

Falsche Einschätzung des Marktes

Ganz oben auf der Fehlerliste des Stuttgarter Finanzprofis rangiert die Unkenntnis des Marktes: "Die einen kaufen Gold, um sich gegen Inflation zu wappnen - die anderen, um sich gegen Krisen zu schützen", so seine Erfahrung.

Dabei zeigen Untersuchungen, dass beides eher schlecht als recht funktioniert. Zum einen liegt der Kaufkraft-bereinigte Goldpreis noch immer rund 35 Prozent unter seinem historischen Hoch aus dem Jahr 1980. Zum anderen steigt der Goldpreis nicht in jeder Krise, wie sich im Oktober 2008 zeigte: Am Höhepunkt der Finanzkrise verloren sowohl die US-Aktienmärkte als auch Gold in Dollar jeweils 17 Prozent an Wert - in nur einem Monat!

Realzins klar negativ

"Wesentlicher für den Goldpreis ist der Realzins - also die Differenz zwischen Nominalzins und der erwarteten Inflation", sagt Lothar Koch, Portfoliomanager der GSAM + Spee Asset Management aus Langballig. Aktuell rentiert fast die Hälfte aller Staatsanleihen im Euro-Raum negativ, sodass Sparer den Staaten Geld bezahlen müssen, wenn sie ihnen welches leihen. Da die Märkte auf längere Sicht zudem eine Inflation von ein bis zwei Prozent erwarten, ist der Realzins klar negativ. "Das stützt den Goldpreis", so Koch.

Ob die Brexit-Folgen den Goldpreis zusätzlich stützen werden, sei noch nicht ausgemacht: "Wenn Geld aus der Eurozone in die USA fließt, stützt das den Dollar. Das drückt wiederum den Goldpreis, weil Gold ja in Dollar gehandelt wird." In jedem Fall lasse die Analyse der Kursentwicklung der letzten Jahre vermuten, dass in diesem Juni ein neuer Aufwärtstrend gestartet sei. 

Finger weg von unseriösen Anbietern 

Teure Fehleinschätzungen lauern aber nicht nur bei der Frage, was den Goldpreis treibt, sondern auch bei Kauf und Aufbewahrung von physischem Gold. Wer an einen betrügerischen Anbieter, einen sogenannten "Fake-Shop" gerät, dem droht der Totalverlust des Geldes, weil beim physischen Erwerb über eine Online-Plattform die Zahlungsart "Vorauskasse" üblich ist.

"Sehr kleine Stückelungen wiederum sind unverhältnismäßig teuer", weiß Rolf Kazmaier. In der Tat liegt die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis für einen Ein-Gramm-Barren bei satten 26 Prozent; beim 50-Gramm-Barren sind dies noch 5,5 Prozent und beim Ein-Kilogramm-Barren lediglich 1,7 Prozent.

AKTUELLE PREISE FÜR MÜNZEN UND BARREN (ANZEIGE)

Wer sich Gold zu Hause oder bei einem Dienstleister in den Tresor legen möchte, sollte sich zum Kauf auf jeden Fall an seriöse Adressen wenden. Zu den bundesweit bekannten Online-Shops, bei denen man sich die Ware bequem liefern lassen kann, gehören etwa Proaurum, Degussa Goldhandel oder auch der t-online-Partner Ophirum. In jedem Fall empfiehlt sich ein Preisvergleich bei verschiedenen Anbietern.

Zu den Top 3 der Goldmünzen, die von Anlegern in Deutschland gerne gekauft werden, zählen die südafrikanische Krügerrand, dann die kanadische Maple Leaf und die Wiener Philharmoniker. Zur Preisorientierung: Die aus Kostengründen wenig sinnvolle 1/10-Unze der Wiener kostete Käufern zuletzt knapp 140 Euro (Verkauf: 122 Euro), die 1/4-Unze kommt auf gut 335 Euro (302 Euro) und die 1/2-Unze 647 Euro (602 Euro). Eine ganze Feinunze (31,1 g) Philharmoniker kostete 1256 Euro und im Verkauf auf 1202 Euro - und damit auf einen ökonomisch noch vertretbaren Aufpreis von 4,2 Prozent.

Währungsrisiko beachten

Wer Gold physisch erwerben und selbst aufbewahren will, trägt ein Währungsrisiko. Weil Gold an der Börse in US-Dollar gehandelt wird, entscheidet der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar mit über den Anlageerfolg. 

Das kann aber auch zum Vorteil des Anlegers sein: "Sinkt der Euro gegenüber dem Dollar, verteuert sich das Gold in Euro um eben diesen Faktor - selbst wenn Gold in Dollar gar nicht zulegt", erklärt Koch. Hinzu kommen Kosten für die Lagerung und eventuell die Versicherung, wenn das Edelmetall in den eigenen vier Wänden verwahrt wird. 

Ausländischer ETF oder deutsches Zertifikat? 

Deutlich günstiger als Gold physisch zu erwerben ist der Kauf eines Indexfonds (ETF), der mit Gold hinterlegt ist. Das Problem: "Um Anleger zu schützen, verbietet der Gesetzgeber deutschen Fonds, 100 Prozent in einen einzigen Basiswert wie Gold zu investieren", so Kazmaier. Ein möglicher Ausweg ist der Kauf eines ETF, der im Ausland aufgelegt wurde.

So bietet etwa die Zürcher Kantonalbank einen Gold-ETF an. Der weltgrößte Gold-ETF ist der SPDR Gold Shares, der mit Gold hinterlegt ist und im Jahr eine Gebühr von 0,4 Prozent berechnet. Eine Alternative dazu ist der Kauf eines mit physischem Gold hinterlegten Zertifikates  Xetra-Gold mit einer Gebühr von 0,36 Prozent.

Da Zertifikate Schuldverschreibungen sind, kann der Anleger bei einer Pleite des Emittenten aber viel Geld verlieren. Bei einem ETF stellt das Gold Sondervermögen dar, das von einer Insolvenz nicht berührt wird.

Lege nicht alle (Gold)Eier in einen Korb 

Last but not least sollten Anleger nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Gold ins Depot packen. "Ein Anteil von 10 bis 20 Prozent ist unseres Erachtens völlig ausreichend" sagt Koch. Wer bereits Goldminen-Aktien etwa von Barrick Gold oder anderen Minenbetreibern hat, sollte dies beim Goldkauf berücksichtigen, um ein zu starkes Gold-Engagement zu vermeiden. Übrigens: Kursgewinne bei physischem Gold und Xetra-Gold sind nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. 

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