Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Lkw-Kartell um Daimler muss Rekordstrafe wegen Preisabsprachen zahlen


Illegale Preisabsprachen  

Rekordstrafe gegen Daimler und weitere Lkw-Hersteller

19.07.2016, 18:22 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Lkw-Kartell um Daimler muss Rekordstrafe wegen Preisabsprachen zahlen. Auch Lkw-Hersteller Daimler muss wegen verbotener Preisabsprachen eine hohe Geldbuße zahlen. (Quelle: dpa)

Auch Lkw-Hersteller Daimler muss wegen verbotener Preisabsprachen eine hohe Geldbuße zahlen. (Quelle: dpa)

Wegen illegaler Preisabsprachen haben die EU-Wettbewerbshüter gegen Daimler und drei weitere Lkw-Hersteller die Rekordstrafe von fast drei Milliarden Euro verhängt. Daimler muss dabei mit knapp 1,1 Milliarden Euro die größten Summe zahlen, wie die EU-Kommission mitteilte. 

Die Produzenten hätten über 14 Jahre hinweg die Verkaufspreise für ihre Lkw abgesprochen. Zudem hätten sie die mit strengeren Abgasvorschriften verbundenen Kosten abgestimmt an ihre Kunden weitergegeben. Die Daimler-Aktie rutschte an der Börse am Mittag weiter ab und gehörte zu den größten Tagesverlierern im Dax.

VW-Tochter MAN informierte die Behörden

Die VW-Tochter MAN entkam einer Strafe von 1,2 Milliarden Euro, weil sie die Brüsseler Behörde über die Absprachen informiert hatte. Gegen den ebenfalls zu VW gehörenden Hersteller Scania läuft ein Verfahren noch weiter.

Der US-Produzent Paccar, dessen Lastwagen unter der Marke DAF fahren, erhielt eine Strafe von rund 753 Millionen Euro. Der schwedische Hersteller Volvo und der französische Konzern Renault, die beim Lkw-Bau zusammenarbeiten, müssen in dem Kartellverfahren insgesamt rund 670 Millionen Euro zahlen. Der italienische Lkw-Bauer CNH mit seiner Marke Iveco muss mit rund 495 Millionen Euro gerade stehen.

Mehrere Formen unerlaubter Zusammenarbeit

Das 1997 gegründete Kartell war nach Angaben der europäischen Wettbewerbshüter 14 Jahre lang aktiv, es gab Absprachen auf der höchsten Führungsebene. Die meisten Firmen räumten demnach ihre Schuld ein und haben einem Vergleich zugestimmt. Die EU-Kommission minderte die Geldbußen für Volvo/Renault, Daimler und Iveco um 10 Prozent, weil diese mit der Behörde bei ihren Ermittlungen zusammengearbeitet haben.

Die Mitglieder des Kartells haben sich mehrere Formen unerlaubter Zusammenarbeit zuschulden kommen lassen. So haben sie ihre Verkaufspreise für mittelschwere und schwere Lastwagen abgesprochen und sich auch beim Zeitplan für die Einführung von Technologien zur Minderung schädlicher Emissionen verständigt. Die Kosten für diese Technologien gaben sie an ihre Kunden weiter.

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Lastwagen für den Warentransport in Europa. "Daher kann nicht hingenommen werden, dass MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF, die zusammen etwa neun von zehn der in Europa produzierten mittelschweren und schweren LKW stellen, untereinander ein Kartell bilden, anstatt miteinander zu konkurrieren."

Daimler bildete Rückstellungen

Daimler gibt sich nach der EU-Entscheidung reumütig. "Daimler bedauert diese Vorfälle und hat schon vor längerer Zeit die Konsequenzen daraus gezogen", erklärte das Unternehmen in Stuttgart.

Der Konzern hatte bereits 2011 eine erste Rückstellung in unbekannter Höhe für drohende Strafen aus dem Kartellverfahren vorgenommen, die 2014 um 600 Millionen Euro erhöht wurde. Im zweiten Quartal hat der Konzern weitere 400 Millionen Euro für "Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren" verbucht. Aus "prozesstaktischen Gründen" lege der Konzern aber nicht offen, wofür diese Summe gedacht ist, so die Sprecherin.

Die bisher höchste Kartellstrafe von 1,4 Milliarden Euro verhängte die EU-Kommission 2012 gegen die Hersteller von Bildröhren für Fernsehgeräte und Computermonitore.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die DSL-Alternative mit 200GB Datenvolumen
der Homespot von congstar
Anzeige
iPhone XR für nur 1 €* im Tarif MagentaMobil L
zur Telekom
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal