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Unister-Gutscheine für fluege.de und ab-in-den-urlaub.de verfallen


Vierte Gesellschaft pleite  

Unister-Gutscheine verfallen - 14.000 Kunden betroffen

21.07.2016, 18:27 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Unister-Gutscheine für fluege.de und ab-in-den-urlaub.de verfallen. Viele Gutscheine von fluege.de und ab-in-den-urlaub.de sind nun wertlos. (Quelle: imago/Schoening)

Viele Gutscheine von fluege.de und ab-in-den-urlaub.de sind nun wertlos. (Quelle: imago/Schoening)

Bis zu 14.000 Kunden der Internet-Reiseanbieter fluege.de und ab-in-den-urlaub.de müssen ihre für Hotels oder Reisen gekauften Gutscheine in den Wind schreiben. Gutscheine, die bis einschließlich Dienstag erworben wurden, könnten nicht mehr eingelöst werden.

Das sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Die Unister Travel GmbH, die die beiden Reiseportale betreibt, hat zwei Tage nach der Internet-Holding Unister ebenfalls Insolvenz angemeldet. Die Hotels und Reiseveranstalter erhalten damit kein Geld mehr von Unister Travel oder der ebenfalls insolventen Tochter U-Deals, die die Gutscheine ausgegeben hat.

"Das Insolvenzrecht lässt uns hier leider keinen Spielraum, die geleisteten Zahlungen fallen in die Insolvenzmasse", erklärte Flöther. Mit dem Geld werden die Gläubiger von Unister Travel befriedigt. Die Kunden können die Beträge nun als Forderung bei Flöther anmelden, dürften aber nur einen Bruchteil der jeweiligen Summe zurückbekommen.

Reisesicherung greift nicht

Er bemühe sich um Kulanz-Lösungen, sagte der Insolvenzverwalter. Die bei Pauschalreisen üblichen Reisesicherungsscheine griffen hier aber nicht, sagte ein Sprecher Flöthers. Unister hatte für die Gutscheine mit dem Versprechen geworben, dass die Kunden nach der Rückkehr aus dem Urlaub einen Teil des Reisepreises rückvergütet bekämen.

Das operative Geschäft mit der Vermittlung von Flügen und Reisen soll aber weiterlaufen. Bei Unister Travel arbeiten fast 500 der 1100 Mitarbeiter des Leipziger Konzerns. Fluege.de und Ab-in-den-urlaub.de träten ab sofort aber nur als Vermittler - wie ein Reisebüro - auf. Neue Buchungen seit Mittwoch seien gesichert, sagte Flöther. "Das gilt für sämtliche Reiseangebote, neben Flügen und Pauschalreisen auch für Hotels und Mietwagen."

Bisher war Unister zum Teil auch als Reiseveranstalter aktiv. Insolvenz angemeldet hat auch die Unister GmbH, die kleinere Portale wie auto.de betreibt.

Flöther muss nun versuchen, Käufer für Unister oder Teile davon zu finden. Die Holding hatte am Montag nach dem Tod von Gründer Thomas Wagner Insolvenz angemeldet. Wagner war wenige Tage vorher nach einem Treffen mit Investoren mit einem Flugzeug über Slowenien abgestürzt. Er hatte die Firma 2002 in Leipzig gegründet.

Anklagen gegen Unister-Manager gebündelt

Am Vormittag hatte das Landgericht Leipzig zwei Anklagen gegen mehrere Manager der Leipziger Unister-Gruppe zu einem Verfahren gebündelt. Die Beschuldigten haben bis Ende August Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, teilte ein Sprecher mit. Es handele sich um Anklagen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden aus den Jahren 2013 und 2016.

Ab wann gegen die verbliebenen drei Angeklagten verhandelt wird, ist offen. Der vierte Angeklagte war der verstorbene Firmengründer Thomas Wagner.

Im einzelnen geht es um den Vorwurf des unerlaubten Betreibens von Versicherungsgeschäften sowie Steuerhinterziehung. Eine weitere Anklage liegt wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs in 87.368 Fällen vor. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft sollen Kunden der Internetportale regelmäßig zu viel Geld bei Reisebuchungen gezahlt haben.

Unister habe etwa mit Fluggesellschaften nach dem Eingang von Kundenbuchungen teils deutlich günstigere Preise ausgehandelt, diese Rabatte aber nicht an die Kunden weitergegeben. Unister hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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