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Getöteter Unister-Chef Thomas Wagner wurde offenbar betrogen


Staatsanwaltschaft Dresden  

Unister-Chef wurde offenbar betrogen

22.07.2016, 16:51 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Getöteter Unister-Chef Thomas Wagner wurde offenbar betrogen. Der ums Leben gekommene Unister-Chef Thomas Wagner (Aufnahme von 2012) ließ sich in Italien möglicherweise übertölpeln. (Quelle: dpa)

Der ums Leben gekommene Unister-Chef Thomas Wagner (Aufnahme von 2012) ließ sich in Italien möglicherweise übertölpeln. (Quelle: dpa)

Der Tod von Unister-Chef Thomas Wagner beschäftigt nun auch die deutsche Staatsanwaltschaft. In Dresden ermittelt sie nach einer Anzeige wegen Betrugs- und Untreueverdachts. Das sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein.

Es gehe es um einen "hohen Geldbetrag", um den Wagner in Italien kurz vor dem Flugzeugabsturz am Donnerstag vergangener Woche betrogen worden sein soll. Wer die Anzeige erstattet hat, sagte Klein nicht.

Nach einer weiteren Anzeige des Unister-Mitgründers und Gesellschafters Daniel Kirchhof seien die Ermittlungen um den Verdacht der Untreue erweitert worden. "Wir hätten aber auch von Amts wegen Ermittlungen eingeleitet", sagte Klein.

Schon die Hinweise auf Straftaten in der umfangreichen Medienberichterstattung rund um den Tod Wagners und die Insolvenz der Unister Holding hätten dies nötig gemacht. Mehrere Medien hatten berichtet, dass Wagner in Venedig möglicherweise im Zuge eines sogenannten "Rip Deals" um über eine Million Euro betrogen worden sein könnte und deshalb bereits vor seinem Tod Anzeige bei der Polizei in der Lagunenstadt erstattet hatte.

Falschgeld untergejubelt?

Als "Rip Deals" werden beispielsweise Vorauszahlungsbetrügereien bezeichnet. So soll Wagner laut Medienberichten in Venedig einem Geschäftsmann eine bis 1,5 Millionen Euro als Sicherheit überreicht haben, um dafür im Gegenzug einen Barkredit von zehn bis zwölf Millionen Euro zu erhalten.

Tatsächlich habe Wagner einen Geldkoffer mit Schweizer Franken bekommen und die Scheine oberflächlich geprüft. Laut "Focus" zahlte er als Echtheitstest einen Schein an einem Automaten ein. Erst später sei dann aufgefallen, dass nur die oberste Schicht der Geldbündel echt war. Der Rest sei Falschgeld gewesen. Daraufhin seien Wagner und Schilling in Venedig zur Polizei gegangen, so "Spiegel Online".

Der "Focus" berichtete wiederum vorab unter Berufung auf Justizkreise, Wagners Lebensgefährtin habe bei der Polizei Details zu dem Finanzgeschäft genannt.

Der endgültige DNA-Nachweis, dass es sich bei den Toten des Absturzes um Wagner (38) und den 39 Jahre alten Unister-Mitgesellschafter Oliver Schilling handelt, stehe noch aus. Außerdem starben der Pilot und der Vermittler des Finanzgeschäfts, ein Deutscher mit Namen Heinz B..

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