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Unister-Holding ist mit 39 Millionen Euro hoch verschuldet


Liquide Mittel von 0 Euro  

Unister-Holding ist mit gut 39 Millionen Euro verschuldet

24.07.2016, 09:02 Uhr | AFP, t-online.de

Unister-Holding ist mit 39 Millionen Euro hoch verschuldet. Das Internetunternehmen Unister ist offenbar hoch verschuldet. (Quelle: dpa)

Das Internetunternehmen Unister ist offenbar hoch verschuldet. (Quelle: dpa)

Nach dem Unfalltod von Unister-Gründer Thomas Wagner kommen immer mehr Details zur wirtschaftlich schwierigen Lage des Leipziger Internet-Unternehmens ans Licht. Offenbar war die Holding hoch verschuldet.

Laut Insolvenzantrag der Unister Holding, verfasst von Rechtsanwalt Nikolaus Petersen, belaufen sich die fälligen Forderungen auf 39,2 Millionen Euro. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, entfallen davon gut 34 Millionen Euro auf einen Kredit der Versicherung Hanse Merkur.

Kassen sind leer

Das Unternehmen "verfügt über liquide Mittel einschließlich eines Kassenbestandes in Höhe von 0,00 Euro", schreibt Petersen, die Forderungen könnten also "ganz offensichtlich" nicht bedient werden. Dem Finanzamt schuldet Unister laut Schreiben gut 800.000 Euro, beim Internetkonzern Yahoo steht die Firma mit 1,2 Millionen Euro in der Kreide.

Hinzu kämen diverse offene Zahlungen, etwa für Anwaltskanzleien, mal 300.000, mal 400.000 Euro, schreibt "Spiegel". Auch die Kanzlei von Petersen bekomme noch 124.000 Euro von der Unister Holding.

Ausgerechnet Petersens Kanzlei, Petersen Hardraht Pruggmayer, hatte nach "Spiegel"-Informationen allerdings in einem Schreiben an die Insolvenzabteilung des Amtsgerichts Leipzig vom 11. April mitgeteilt, dass die Unister Holding "weder zahlungsunfähig noch überschuldet" sei. Nun prüft die Staatsanwaltschaft Leipzig auch einen Anfangsverdacht auf Insolvenzverschleppung.

Wagner wurde offenbar betrogen

Zudem ist der bei einem Flugzeugabsturz getötete Unister-Chef Thomas Wagner ist offenbar auf ein windiges Finanzgeschäft hereingefallen. Auf der Suche nach Kapitalgebern für seinen Internet-Konzern habe Wagner sich auf einen sogenannten "Rip Deal" eingelassen, heißt es aus Justizkreisen. 

Einem "Focus"-Bericht zufolge lieh ein israelischer Geschäftsmann Wagner in Venedig gegen die Zahlung von 1,5 Millionen Euro insgesamt zwölf Millionen Euro. Wagner habe einen Koffer mit Schweizer Franken ausgehändigt bekommen und zur Überprüfung der Echtheit auch einen Schein in einem Automaten eingezahlt.

Auf der Rückfahrt zum Flughafen sei ihm aber aufgefallen, dass nur die obersten Scheine im Koffer echt waren. Er sei daraufhin zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet.

Bereits vier Tochtergesellschaften insolvent

Auf dem Rückflug von Venedig nach Leipzig am 14. Juli war das Flugzeug mit Wagner, seinem Mitgesellschafter Oliver Schilling, dem Vermittler des Finanzgeschäfts und dem Piloten in Slowenien abgestürzt. An der Unfallstelle soll auch Bargeld gefunden worden sein.

Zu Unister gehören mehr als 40 Portale, unter anderem Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de. Vier Tage nach dem Tod von Gründer und Gesellschafter Wagner meldete die Unister Holding am Montag Insolvenz an, danach taten dies auch vier Tochterunternehmen.

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