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Boeing 747: Der legendäre Jumbo steht vor dem Aus


Niedergang des 747-Kultfliegers  

Boeings legendärer Jumbo steht vor dem Aus

29.07.2016, 14:17 Uhr | Von Stefan-Kai Obst, t-online.de

Boeing 747: Der legendäre Jumbo steht vor dem Aus. Ein Jumbo der Lufthansa: Der Hersteller Boeing hat den Plan beerdigt, die gekappte Produktion der 747 in einigen Jahren wieder hochzufahren. (Quelle: imago images/Joker)

Ein Jumbo der Lufthansa: Der Hersteller Boeing hat den Plan beerdigt, die gekappte Produktion der 747 in einigen Jahren wieder hochzufahren. (Quelle: Joker/imago images)

Mitte der 60er Jahre erging von Pan Am der erste Auftrag an Boeing zur Produktion von 25 Jumbo-Jets. Erst durch das Riesenflugzeug mit dem markanten Höcker wurde Fliegen zum Massenphänomen. Jetzt, rund 50 Jahre später, erwägt Boeing die Einstellung der Produktion.

Vor wenigen Tagen erklärte Boeing-Chef Dennis Muilenburg bei der Präsentation der Quartalszahlen des Konzerns, dass der Trend statt zu Großraumjets wie dem Jumbo oder dem Airbus A380 zu mittelgroßen Langstreckenflugzeugen geht. 

Kultmaschine fliegt Verluste ein

Und tatsächlich schicken immer mehr Fluggesellschaften in aller Welt die alte Version des Jumbos in Rente. Gleichzeitig bleiben Bestellungen für das neueste Modell 747-8 aus. Grund genug für Boeing, die Absatzmenge für das gesamte 747-Programm drastisch nach unten zu schrauben.

So musste das Unternehmen auch wegen immer weniger Auslieferungen bei der 747 Sonderabschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen. Dem Branchenmagazin "Aero Telegraph" zufolge warnte der Hersteller zugleich in einer Eingabe an die US-Börsenaufsicht SEC, die Verluste beim Jumbo könnten noch ansteigen.

"Wenn wir es nicht schaffen, genügend Bestellungen zu sichern und die Risiken in dem Programm zu minimieren, dann könnten weitere hohe Verluste folgen", hieß es in dem Schreiben. Sollte dies so eintreten, sei es "absolut wahrscheinlich, dass wir uns dazu entscheiden, die Produktion der 747 zu beenden", kündigte Boeing in verklausulierter Sprache an.

Auch wenn dieser Schritt von Branchenkennern schon länger befürchtet wurde: Es war das erste Mal, dass sich der Flugzeugbauer so klar zu einem möglichen Aus für den Kultflieger äußerte.

Boeings 747: Der Kultflieger hat seine besten Zeiten hinter sich und steht vor dem Aus. (Quelle: dpa)Boeings 747: Der Kultflieger hat seine besten Zeiten hinter sich und steht vor dem Aus. (Quelle: dpa)

Auch beim A380 bleiben Höhenflüge aus

Während sich die jährlichen Auslieferungen der Boeing 747 in den 70er Jahren bei bis zu 92 Maschinen und in den 80er und 90er Jahren bei um die 70 Exemplaren bewegten, ist die Produktion schon seit gut zehn Jahren rückläufig. Mitverantwortlich dafür ist der Umstand, dass Boeing ebenso wie Konkurrent Airbus über immer effektivere Triebwerke verfügt, mit denen auch mittelgroße Langstreckenjets Ziele ansteuern können, bei denen Großraumjets mit Blick auf die Passagierzahlen nicht ausgelastet sind. 

Die gleiche Misere trifft auch Airbus und den zweistöckigen A380 - das größte Passagierflugzeug der Welt mit Platz für bis zu 853 Reisende. Nachdem das Flugzeug wegen technischer Schwierigkeiten um Jahre verspätet an den Start ging, hat Airbus mit dem Modell erst im vergangenen Jahr die Gewinnschwelle erreicht. Mit 20 Auslieferungen und verringerten Produktionskosten wollte der Hersteller auch 2017 schwarze Zahlen schreiben. Doch inzwischen sieht es ganz danach aus, dass 2018 nur noch ein Dutzend A380 "über die Ladentheke" gehen - zu wenige, um damit Geld zu verdienen.

Niedrigere Stückkosten bei ausreichendem Platzangebot

So dürfte die jüngste Generation der Passagierflieger wie die Boeing 787, der Airbus A350 und in einigen Jahren auch die Boeing 777X dem Jumbo und dem A380 über kurz oder lang den Rang "abfliegen". Im direkten Vergleich sind deren Stückkosten unschlagbar. Dazu kommt, dass das Fassungsvermögen dieser Maschinen den Airlines offenbar ausreicht.

So will etwa die Fluggesellschaft Virgin Atlantic des umtriebigen Milliardärs Richard Branson, die von Großbritannien aus Fernziele in aller Welt ansteuert, ihre alten Jumbos durch die Langversion des Airbus A350 mit Platz für 366 Passagiere ersetzen. "Die A350-1000 erfüllt unseren Bedarf derzeit am besten", sagte Virgin-Atlantic-Chef Craig Kreeger erst kürzlich auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough.

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