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Der Brexit-Schock ist noch größer als erwartet


Britische Industrie auf Talfahrt  

Der Brexit-Schock ist noch größer als erwartet

01.08.2016, 14:23 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Der Brexit-Schock ist noch größer als erwartet. Stahlindustrie am Hafen von Talbot in Süd-Wales. (Quelle: dpa)

Stahlindustrie am Hafen von Talbot in Süd-Wales. (Quelle: dpa)

Wirtschaftsexperten hatten schon früh vor den negativen Auswirkungen des Brexit auf die Wirtschaft gewarnt. So wie es jetzt aussieht, ist der Schock sogar noch heftiger als erwartet: Die britische Industrie hat sich derart rasant auf Talfahrt begeben wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. 

Das Stimmungsbarometer des Instituts Markit ging im Juli auf 48,2 Zähler zurück - von 52,4 Punkten im Juni. Die endgültigen Zahlen seien damit noch schlechter ausgefallen als die vorläufigen Daten und setzten das Pfund unter Druck, teilte das Marktforschungsunternehmen mit.

In einer ersten Schätzung hatte das Institut zuvor für Juli einen Wert von 49,1 Punkten ermittelt. Ökonomen hatten mit der Bestätigung dieser Schätzung gerechnet. Werte unter der Wachstumsschwelle von 50 signalisieren ein Schrumpfen des Wirtschaftssektors.

Wie reagiert die Notenbank?

Als eindeutigen Grund für den Rückgang hat Markit das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union ausgemacht. Vor allem bei Produktion und Aufträgen büßten die Firmen auf der Insel nach dem Brexit-Referendum vom 23. Juni ein.

Der Teilindex für die Bestellungen brach sogar so stark ein wie seit 1998 nicht mehr. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass Großbritannien in eine Rezession rutscht.

Die Notenbank dürfte nach Ansicht von Experten am Donnerstag mit einer Zinssenkung gegenhalten. Dabei liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken bereits seit März 2009 - den Hochzeiten der Weltwirtschaftskrise - auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent.

Schwaches Pfund als Lichtblick

Optimistisch stimme nur das schwache Pfund, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf die Markit-Erhebung. Die Währung hatte unmittelbar nach Bekanntwerden des Brexit-Votums etwa 17 Cent an Wert gegenüber dem Dollar verloren. Das wiederum hilft Unternehmen, die viel exportieren. 

Für ausländische Unternehmen wird es demnach günstiger, Produkte aus Großbritannien zu kaufen. Die insgesamt negative Stimmung in der britischen Industrie kann dieser Aspekt aber nicht ausgleichen.

Deutsche Industrie reagiert gelassen

Anders als die britische reagierte die deutsche Industrie im Juli weitgehend gelassen auf den geplanten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs. Die Geschäfte der Betriebe hätten zwar zugelegt, aber etwas langsamer als im Vormonat, teilte Markit mit.

Der Einkaufsmanagerindex sank um 0,7 Punkte auf 53,8 Zähler, liegt aber immer noch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Markit-Ökonom Oliver Kolodseike sprach von einem "soliden Wachstum in der deutschen Industrie". Die Dynamik habe sich nur leicht abgeschwächt.

Das Barometer für die gesamte Euro-Zone sank ebenfalls - und zwar auf 52,0 von 52,8 Punkten. Der Index signalisiert hier aber seit gut drei Jahren Wachstum.

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