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Standard & Poor's stuft Türkei als "Hochrisiko"-Land ein

Nach Drohungen aus Ankara  

Rating-Agentur S&P stuft Türkei als "Hochrisiko"-Land ein

01.08.2016, 18:00 Uhr | rtr, t-online.de

Standard & Poor's stuft Türkei als "Hochrisiko"-Land ein. Aktienhandel in der Istanbul Stock Exchange. (Quelle: Reuters)

Aktienhandel in der Istanbul Stock Exchange. (Quelle: Reuters)

Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat die Türkei als "Hochrisiko"-Land eingestuft. Zuvor wurden Investoren bereits vor einem "ziemlich hohen Risiko" gewarnt.

Bei der Risikobeurteilung eines Landes werden Gefahren berücksichtigt, die die Geschäftstätigkeit in dem Land beeinträchtigen können. Diese Gefahren können wirtschaftlicher, institutioneller oder rechtlicher Art sein oder von den Finanzmärkten herkommen. 

S&P hatte bereits im vergangenen Monat die Bonität türkischer Staatsanleihen auf "BB" herabgestuft und den Ausblick auf "negativ" gesetzt, was weitere Verschlechterungen der Kreditwürdigkeit andeutet. 

Längere Phase der politischen Unsicherheit

Nach dem gescheiterten Militärputsch habe sich die politische Landschaft weiter polarisiert und das Institutionengefüge sei weiter erodiert, begründete S&P die Entscheidung. Es stehe dem Land eine längere Phase der politischen Unsicherheit bevor. Dies dürfte die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland belasten, so S&P. Die Türkei ist aufgrund ihres hohen Leistungsbilanzdefizits stark auf Kapitalzuflüsse angewiesen.

Die neue Risikobewertung folgt jetzt auf Drohungen der türkischen Regierung, die sich lautstark über "fehlerhafte Entscheidungen" der internationalen Rating-Agenturen beschwert hatte. 

Erdogan wirft S&P Türkenfeindlichkeit vor

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Standard & Poor's unter anderem "Türkenfeindlichkeit" vorgeworfen. Die Herabstufung sei "völlig politisch" motiviert gewesen. 

S&P hatte die schlechtere Einschätzung der Bonität im Juli mit den Folgen des Militärputsches und der danach einsetzenden Polarisierung im Land begründet. Vergangene Woche hatte Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek Schritte gegen die Rating-Agenturen angekündigt. Es gebe keinen Grund, die Bonität der Türkei schlechter einzuschätzen.

Der türkische Aktienmarkt hatte am Montag - vor der Senkung der Risikobewertung - freundlich geschlossen. Die türkische Währung Lira rührte sich nach der Meldung kaum. 

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