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Steht die USA vor einer Trendwende? Streit um Leitzinserhöhung


Streit um Leitzinserhöhung  

Stehen die USA vor einer Trendwende?

18.08.2016, 09:56 Uhr | dpa, rtr

Steht die USA vor einer Trendwende? Streit um Leitzinserhöhung. Fed-Chefin Janet Yellen: In den USA herrscht weiter keine Einigkeit in der Frage der Zinswende. (Quelle: Reuters)

Fed-Chefin Janet Yellen: In den USA herrscht weiter keine Einigkeit in der Frage der Zinswende. (Quelle: Reuters)

In den USA nehmen Spekulationen über eine Zinswende zu. Während Währungshüter der Notenbank Fed eine Zinserhöhung schon im September ins Gespräch bringen, fordert der Offenmarktausschuss (FOMC) laut den Protokollen der Juli-Sitzung, dass vor einem solchen Schritt weitere Daten vorliegen müssen.

Solcherlei Konjunkturdaten seien notwendig, um die Dynamik der Entwicklung am Arbeitsmarkt und der Konjunktur allgemein abschätzen zu können, hieß es im Protokoll. Seit der Zinswende vom Dezember 2015 hält die Fed den Leitzins in einer Spanne zwischen 0,25 Prozent bis 0,50 Prozent.

Regionale Notenbank erwartet keine Zinserhöhung

Am Vortag hatten die US-Notenbanker William Dudley und Dennis Lockhart eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr angedeutet und auch eine Erhöhung auf der nächsten Zinssitzung im September nicht ausgeschlossen.

Kurz vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls hatte sich am Mittwoch auch der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, geäußert. Seiner Einschätzung nach dürfte sich die Fed mit der Fortsetzung der Zinswende Zeit lassen. Bullard geht davon aus, dass der Leitzins noch in den kommenden zweieinhalb Jahren "im wesentlichen unverändert" bleiben werde.

Stabilität spricht für Trendwende

Für eine Fortsetzung der Zinswende und eine weitere Zinserhöhung sprechen die aktuelle Stabilität an den internationalen Finanzmärkte und die jüngste Dollarschwäche. Als Grund für eine weiter abwartende Haltung der Fed gilt unter anderem die nach wie vor ungewöhnlich geringe Teuerung in den USA. Zuletzt war die Inflationsrate im Juli überraschend auf 0,8 Prozent gesunken und liegt damit klar unter dem von der Fed angestrebten Zielmarke von 2,0 Prozent.

Außerdem spricht eine zuletzt überraschend schwache Konjunktur in den USA gegen eine baldige Zinserhöhung. Im zweiten Quartal war die größte Volkswirtschaft der Welt wenig in Schwung gekommen.

HSBC erwartet erst 2017 Veränderung

Die US-Währungshüter dürften die Zinsen wohl kaum in die aktuelle Durststrecke hinein erhöhen, hieß es in einer Einschätzung von HSBC Trinkaus. Die Experten der Privatbank gehen vielmehr davon aus, dass die Fed ein "nachhaltig höheres" Wirtschaftswachstum abwarten dürfte. Dies könnte nach Einschätzung von HSBC Trinkaus aber noch bis Mitte 2017 dauern.

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