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Deutscher Staat erzielt Rekordüberschuss von 18,5 Milliarden Euro


Weit entfernt von der Schuldenobergrenze  

Deutscher Staat erzielt Milliardenüberschuss im Haushalt

24.08.2016, 12:56 Uhr | dpa

Deutscher Staat erzielt Rekordüberschuss von 18,5 Milliarden Euro. Containerumschlag im Hamburger Hafen. (Quelle: dpa)

Containerumschlag im Hamburger Hafen. (Quelle: dpa)

Steuern und Sozialbeiträge bescherten dem deutschen Staat im ersten Halbjahr 2016 einen Rekordüberschuss von 18,5 Milliarden Euro. Die öffentlichen Kassen profitierten von der stabilen Konjunktur und der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Zudem profitierte der deutsche Fiskus von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Er kann sich billiger Geld borgen als früher. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Plus bei 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Günstige Zinspolitik

Mitte Juni war erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sogar in den negativen Bereich gerutscht. Der Staat konnte damit langfristig Schulden aufnehmen und dafür Geld kassieren, statt Zinsen zu zahlen.

Deutschland ist damit erneut weit entfernt von der Schuldenobergrenze des Euro-Stabilitätspaktes. Erlaubt ist höchstens ein Defizit von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Zuletzt verfehlte Deutschland diese Marke 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent.

Wachstumskurs vor allem im ersten Quartal

Im zweiten Quartal blieb die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs, drosselte nach dem starken Jahresauftakt allerdings ihr Tempo etwas. Von April bis Juni stieg das Bruttoinlandsprodukt, getrieben vor allem vom Außenhandel gegenüber dem Jahresanfang um 0,4 Prozent, wie die Statistiker erste Berechnungen bestätigten. Die Exporte stiegen um 1,2 Prozent, die Importe sanken dagegen leicht.

Bauwirtschaft bremst

Auch die Ausgaben des Staates unter anderem für die Unterbringung und Integration Hunderttausender Flüchtlinge und die Konsumfreude der Verbraucher trugen zum Wachstum bei. Sinkende Investitionen am Bau und der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen bremsten hingegen die Entwicklung.

Anfang des Jahres war die deutsche Wirtschaft noch kräftig um 0,7 Prozent gegenüber dem letzten Vierteljahr 2015 gewachsen. Die Baubranche profitierte vom milden Winter, Projekte wurden vorgezogen. Dieser Effekt entfiel im zweiten Vierteljahr.

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