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Aktien: Auch nächste Woche sind starke Nerven gefragt


Wochenausblick Börse  

Weiterhin sind starke Nerven gefragt

30.09.2016, 20:43 Uhr | dpa

Aktien: Auch nächste Woche sind starke Nerven gefragt. Das wird die Börse in der kommenden Woche bewegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das wird die Börse in der kommenden Woche bewegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wieder erwachte Zuversicht in puncto Zukunft der Deutschen Bank hat die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt am Freitagnachmittag aufgehellt. Der Dax schloss nach einer Achterbahnfahrt vor dem verlängerten Wochenende mit einem Plus von ein Prozent bei 10.511 Punkten.

Am Vormittag hatten noch Sorgen über den Zustand der Deutschen Bank das Börsenbarometer um rund 2 Prozent ins Minus gedrückt. Dann aber erholte sich der Kurs wieder deutlich.

Schwankungen als Vorbote für Oktober-Nervosität?

Dennoch dürften die Anleger auch in der kommenden Woche starke Nerven benötigen, schätzen Experten. "Lange hat die Geldpolitik die Risiken an den Börsen in den Hintergrund gedrängt", sagte Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Aber ihr Zauber verfliegt mehr und mehr. Das letzte Quartal dürfte sehr viel Bewegung in die Aktienmärkte bringen. Da sind starke Nerven gefragt."

"Es könnte gut sein, dass der unruhige letzte September-Handelstag ein Vorbote für mehr Nervosität im Oktober ist", sagt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. "Vorsicht bleibt das Gebot der Stunde."

Auf Wochensicht bedeutete das ein Minus von 1,1 Prozent; die Bilanz für den September fällt mit einem Verlust von 0,8 Prozent ähnlich aus. Für das abgelaufene dritte Quartal ergibt sich indes mit einem Anstieg um rund achteinhalb Prozent ein freundlicheres Bild.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax stieg am Freitag um 0,4 Prozent auf 21.583 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um ein Prozent auf 1802 Zähler vor.

Vom Rekordtief erholt

Hintergrund der guten Stimmung am Nachmittag war ein Medienbericht über eine womöglich günstiger als erwartet ausfallende Einigung der Deutschen Bank mit der US-amerikanischen Justiz für Vergehen mit Hypothekenpapieren aus den Zeiten vor der Finanzkrise.

Hinzu kamen positive Signale aus der US-Wirtschaft. Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt.

Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich nach dem Fall auf ein historisches Rekordtief von 9,90 Euro deutlich und gingen letztendlich mit einem Kursgewinn von 6,4 Prozent bei 11,57 Euro aus dem Handel.

Sie hatten anfangs unter einem Bericht von Bloomberg gelitten: Bestimmte Hedge Fonds hätten teilweise überschüssige Geldbestände und Positionen bei der Deutschen Bank reduziert, hatte die Nachrichtenagentur am Donnerstagabend unter Berufung auf ein vorliegendes internes Dokument berichtet. Das hatte die Anleger verunsichert.

Die Aktien des kriselnden Branchenkollegen Commerzbank fielen dagegen um mehr als einen Prozent. Der radikale Konzernumbau, dem unter dem Strich 7300 Stellen zum Opfer fallen sollen, schlägt sich auch im Vorstand nieder: Der langjährige Chef der Mittelstandsparte, Markus Beumer, verlasse das Institut auf eigenen Wunsch Ende Oktober, teilte die Commerzbank mit.

Übernahmefantasien stützen Infineon und Osram

Der Halbleiterkonzern Infineon war mit einem Kursplus von mehr als vier Prozent unter den Favoriten im Dax. Börsianer verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge der europäische Konkurrent NXP Semiconductors durch den US-Rivalen Qualcomm geschluckt werden könnte. "Die Branchenkonsolidierung scheint Fahrt aufzunehmen", sagte ein Händler.

Auch bei Osram stützte Übernahmefantasie den Kurs: Die Aktien eroberten mit einem Plus von mehr als drei Prozent die MDax-Spitze, nachdem das "Handelsblatt" über das Interesse chinesischer Firmen berichtet hatte.

Der Euro erholt sich

Das Bild an anderen europäischen Börsen hellte sich am Nachmittag ebenfalls auf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Ende 0,4 Prozent. In Paris legte der Cac 40 ebenfalls moderat zu. Der britischen Leitindex FTSE 100 verpasste allerdings den Sprung in die Gewinnzone und gab etwas nach.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,25 Prozent am Vortag auf minus 0,28 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 144,47 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,1 Prozent auf 165,76 Punkte. Der Eurokurs stieg auf 1,1243 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1161 (Donnerstag: 1,1221) Dollar festgesetzt. 

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