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Rewe-Chef Caparros: "Gabriel hat die Ministererlaubnis missbraucht"


Kritik von Rewe-Chef Caparros  

"Gabriel hat die Ministererlaubnis missbraucht"

04.09.2016, 10:18 Uhr | t-online.de

Rewe-Chef Caparros: "Gabriel hat die Ministererlaubnis missbraucht". Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich mit seiner Ministererlaubnis für die Fusion von Kaiser's Tengelmann und Edeka erheblichen Ärger eingehandelt.  (Quelle: dpa)

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich mit seiner Ministererlaubnis für die Fusion von Kaiser's Tengelmann und Edeka erheblichen Ärger eingehandelt. (Quelle: dpa)

Scharfe Kritik an Sigmar Gabriel: Rewe-Chef Alain Caparros wettert gegen die Ministererlaubnis zur umstrittenen Fusion der Filialen von Kaiser’s Tengelmann mit Edeka. "Herr Gabriel hat die Ministererlaubnis missbraucht", sagte Caparros im Gespräch mit dem "Spiegel". "Das war offenbar von Anfang an ein abgekartetes Spiel."  

Caparros berichtet dem Nachrichtenmagazin, dass der Rewe-Konzern als Erster ein verbindliches Angebot für die Tengelmann-Filialen abgegeben hatte. Da der Manager das konkrete Gebot der Konkurrenz nicht kannte, habe er seinem Angebot sogar einen Vermerk hinzugefügt, dass Rewe auf jeden Fall den gleichen Preis zahlen würde wie andere Bieter. 

Umstrittene Ministererlaubnis 

Die geplante Fusion der Lebensmittel-Märkte hatte für sehr viel Wirbel gesorgt. Wirtschaftsminister Gabriel hatte das Zusammengehen - obwohl das Bundeskartellamt eine Fusion untersagt hatte - mittels einer Ministererlaubnis durchwinken wollen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf stoppte dies per Eilentscheidung.  

Gabriels Geheimverhandlungen handelten ihm zudem den massiven Vorwurf fehlender Transparenz ein. "Wirtschaftspolitik nach Gutsherrenart" nannte das der "Spiegel".  

Auf ein persönliches Gespräch mit dem Wirtschaftsminister in der Angelegenheit wartet jedenfalls Caparros bis heute: "Wir haben wirklich alles versucht, um einen Termin bei ihm zu bekommen. Man sagte uns, keiner könne während des Verfahrens mit ihm sprechen, zu seinem Schutz. Aber die Konkurrenz hat er eingeladen. Es ist ein Armutszeugnis."  

Im deutschen Lebensmittelhandel beherrschen nur vier Anbieter - Edeka, Rewe, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi - zusammen 85 Prozent des Markts.

Lob für Merkels Flüchtlingspolitik  

In dem "Spiegel"-Gespräch kommt Caparros auch auf die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel zu sprechen. Die Kanzlerin stehe auf der richtigen Seite der Geschichte, so Caparros. "Was Deutschland im Moment in Europa leistet, ist auch eine historische Wiedergutmachung, und davor habe ich Hochachtung." 

Caparros wuchs als Kind französischer Eltern in Algerien auf und musste später mit diesen nach Frankreich fliehen. Heute hat der 59-Jährige die französische und die deutsche Staatsbürgerschaft. 

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