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John Malone: "Darth Vader" der Medienbranche kauft die Formel 1


"Darth Vader" der Medienbranche  

Der Mann, der die Formel 1 gekauft hat

08.09.2016, 14:00 Uhr | dpa

John Malone: "Darth Vader" der Medienbranche kauft die Formel 1. John Malone, der Vorsitzende von Liberty Media, im Jahr 2010. (Quelle: Reuters)

John Malone, der Vorsitzende von Liberty Media, im Jahr 2010. (Quelle: Reuters)

Er ist eine der größten Nummern unter den Medienmogulen weltweit. Doch er zieht lieber im Hintergrund die Strippen. John Malone gehört die Firma Liberty Media und jetzt auch die Formel 1. Die Übernahme ist trotz der Firmengeschichte mit zahlreichen Milliarden-Deals ein Meilenstein.

Das dichte weiße Haar zum Seitenscheitel gekämmt, die Hände in den Hosentaschen und ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht: Die wenigen halbwegs aktuellen Fotos, die es von ihm gibt, zeigen Malone hemdsärmelig im Freizeitlook mit Funktionsweste. Doch der lockere Stil täuscht - er gilt noch immer als einer der härtesten und abgebrühtesten Geschäftsmänner in den USA

Kompromisslos wie "Darth Vader"  

"Cable Cowboy" wird er wegen seiner aggressiven Deals genannt. Aufgrund Malones Kompromisslosigkeit bezeichnete der ehemalige Vizepräsident der USA, Al Gore, den Medienmogul als "Darth Vader" der Kabel-Industrie.

Malone kontrolliert ein weit verzweigtes, international agierendes Firmenimperium, das vor allem in der Kabel- und Medienbranche tätig ist. Der zweifache Familienvater hält außerdem zahlreiche Beteiligungen an Unternehmen. Für die Formel 1 zahlt das Unternehmen etwa 4,4 Milliarden US-Dollar (3,93 Milliarden Euro). Zudem sollen Schulden in ähnlicher Höhe übernommen werden. 

Malone gehört Unitymedia

Auch in Deutschland ist Malone aktiv: 2009 kaufte er über den Konzern Liberty Global für rund 3,5 Milliarden Euro den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia. 2011 folgte dann der nächste Milliardendeal: für 3,2 Milliarden Euro übernahm Liberty Kabel BW.

Die beiden Kabelbetreiber sind heute unter dem Namen Unitymedia aktiv. Unitymedia ist nach Firmenangaben der größte Kabelnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg mit rund sieben Millionen Kunden. Auch an Kabel Deutschland war Malone interessiert, am Ende aber übernahm Vodafone das Unternehmen.

Bundeskartellamt düpiert

Die ersten Akquisen am deutschen Markt machte der Self-Made-Mann vor 15 Jahren als er sechs regionale Kabelgesellschaften übernahm. Seinem Ruf als Geschäftsmann mit derben Praktiken machte er damals alle Ehre. Er versuchte bei dem Deal das Bundeskartellamt zu umgehen. Das funktionierte zwar nicht, doch immerhin konnte er sich komfortable Ausstiegsklauseln sichern.

Malone, laut dem Wirtschaftsmagazin "Forbes" 6,3 Milliarden Euro schwer, prägt seit Anfang der 1970er Jahre den Unterhaltungsmarkt, scheut jedoch selbst das Rampenlicht. Obwohl vor allem in Europa nicht annähernd so bekannt, übertrifft sein Medien-Imperium sogar Branchenschwergewichte wie Rupert Murdochs 21st Century Fox deutlich an Reichweite.

Mitgestalter des Kabelgeschäfts

Nach dem Studium der Elektrotechnik und Ökonomie an der Eliteuni Yale und einem Master in Industrie-Management stieg er bei der Unternehmensberatung McKinsey ein. Doch schon bald wandte er sich dem damals noch in den Kinderschuhen steckenden Kabelfernsehgeschäft zu.

Er baute die Firma TCI auf, formte sie zu einem Netzgiganten und verkaufte sie 1999 für 48 Milliarden Dollar an den US-Telekomkonzern AT&T. Liberty Media wurde vor dem Verkauf abgetrennt.

Schwer durchschaubares Firmennetz

Heute ist Malones Firmen-Reich nach etlichen weiteren Zukäufen und Abspaltungen ein weit verzweigtes Geflecht diverser, schwer durchschaubarer Beteiligungen. Im Zentrum steht noch immer Liberty Media; der Konzern hat unter anderem Anteile am Shopping-Sender QVC und am Baseball-Team der Atlanta Braves. 

Zum Firmenimperium gehört eine Beteiligung am Medienkonzern Discovery - zu Discovery wiederum zählt auch der TV-Sender Eurosport. Discovery hatte sich im vergangenen Sommer überraschend die TV-Rechte an den Olympischen Spielen für den europäischen Markt von 2018 bis 2024 gesichert und dafür 1,3 Milliarden Euro bezahlt.

Malone ist auch größter Aktionär des US-Medienkonzerns Charter Communications. Dieser hatte für 55 Milliarden US-Dollar den Rivalen Time Warner Cable übernommen.

Hobby Landbesitz

John Malone, der 1941 in Milford im US-Bundesstaat Connecticut als Sohn eines General-Electric-Managers geboren wurde, ist zugleich der größte private Landbesitzer in den USA. Dem Finanzblatt "Fortune" zufolge liefert er sich mit seinem Freund Ted Turner, ebenfalls ein bekannter Medien-Unternehmer, eine Art Privatduell und nennt inzwischen über 8900 Quadratkilometer an Wäldern, Ranches und Farmen sein Eigen. 

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