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VW-Abgasskandal: Ingenieur in Detroit bekennt sich schuldig


Erste Strafanzeige gegen Einzelperson  

VW-Ingenieur bekennt sich im Abgasskandal schuldig

10.09.2016, 10:07 Uhr | rtr, dpa, AP

VW-Abgasskandal: Ingenieur in Detroit bekennt sich schuldig. Der Abgasskandal beschäftigt VW weiterhin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Abgasskandal beschäftigt VW weiterhin. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In den USA hat sich erstmals ein Volkswagen-Ingenieur im VW-Abgasskandal schuldig bekannt. Der 62-jährige Deutsche aus Kalifornien erschien vor einem US-Bezirksgericht in Detroit und sagte den US-Behörden seine Zusammenarbeit zu.

Ihm wird Betrug und die Verletzung von US-Emissionsgesetzen vorgeworfen. Zudem habe er sich bis 2008 zehn Jahre lang mit derzeitigen und früheren VW-Angestellten verschworen, um die US-Behörden in die Irre zu führen, heißt es in der Anklageschrift.

Der Mann sei von 1983 bis Mai 2008 bei der Volkswagen AG in Wolfsburg angestellt gewesen. Danach sei der Ingenieur in die Vereinigten Staaten gezogen, um bei der Einführung der "Clean Diesel" genannten Marktoffensive mitzuarbeiten. Im VW-Testlabor in Oxnard, Kalifornien, habe er bis zur Anklage einen gehobenen Posten ("Leader of Diesel Competence") bekleidet.

Nur mit Schummeln zur Zulassung

Die Entwicklung der Schummelprogramme für den US-Markt hat dem Mann zufolge etwa 2006 in der Entwicklungsabteilung für Dieselmotoren begonnen. Grund sei die Erkenntnis gewesen, dass man die strengeren US-Emissionsstandards auf legalem Wege nicht hätte einhalten können.

Der Ingenieur ist die erste Einzelperson, die in dem Skandal angeklagt wurde. Die Strafanzeige gegen ihn datiert bereits vom 1. Juni, wurde aber erst jetzt öffentlich gemacht. Der Mann sei im Rahmen des Zulassungsverfahren von Dieselwagen in den USA persönlich bei Gesprächen zwischen VW-Vertretern und den Umweltbehörden anwesend gewesen, bei denen falsche Aussagen zum Schadstoffausstoß der Autos gemacht worden seien.

Damit haben die seit fast einem Jahr andauernden Ermittlungen der US-Justiz erstmals ernsthafte Konsequenzen auf strafrechtlicher Ebene. Eine Sprecherin von VW teilte mit, dass das Unternehmen bei der Aufarbeitung des Falls weiterhin mit dem US-Justizministerium kooperieren werde. Darüber hinaus könne man sich nicht äußern.

Maximal fünf Jahre Haft plus Geldstrafe

Dem deutschen Staatsbürger drohen bis zu fünf Jahre Haft und bis zu 250.000 Dollar (220.000 Euro) Geldstrafe. Das Urteil, das für den 11. Januar 2017 erwartet wird, könnte aber weitaus geringer ausfallen, sollte die US-Regierung zu dem Schluss kommen, dass er umfangreich bei der Aufklärung der Affäre geholfen hat.

Vor Gericht war auch eine Deutsch sprechende Dolmetscherin anwesend, deren Unterstützung der Angeklagte aber nicht nutzte. Der Richter verwies darauf, dass der Ingenieur kein US-Bürger sei und daher möglicherweise auch die Einwanderungsbehörde aktiv werde.

Ein Jahr Abgasskandal

VW hatte vor einem Jahr auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Diesel-Abgaswerte mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen. Die finanziellen Auswirkungen sind für den Konzern immer noch schwer abzuschätzen. In den USA schloss VW bereits Vergleiche mit Hunderten Sammelklägern, Behörden, Bundesstaaten sowie Autohändlern über insgesamt 16,5 Milliarden Dollar.

Inwieweit Aussagen des Ex-Mitarbeiters Volkswagen nun zusätzlich belasten könnten, ist schwer einzuschätzen. Im August hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise berichtet, der Konzern befinde sich bereits in Gesprächen mit dem US-Justizministerium, um auch die strafrechtlichen Ermittlungen mit einem Vergleich beizulegen.

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