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Milliarden-Deal perfekt: Bayer kauft umstrittenen Konzern Monsanto


Übernahme besiegelt  

Chemie-Konzern Bayer kauft Monsanto

14.09.2016, 15:04 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

Milliarden-Deal perfekt: Bayer kauft umstrittenen Konzern Monsanto. Der Deal zur Übernahme von Monsanto durch Bayer steht. (Quelle: Reuters)

Der Deal zur Übernahme von Monsanto durch Bayer steht. (Quelle: Reuters)

Der weltgrößte Hersteller von Saatgut gehört künftig einem deutschen Konzern. Nach einer weiteren Erhöhung des Kaufpreises auf 128 Dollar je Aktie hat die Monsanto-Führung der Übernahme durch Bayer zugestimmt.

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer zahlt nun insgesamt knapp 66 Milliarden Dollar (knapp 59 Milliarden Euro) für den umstrittenen US-Konzern.

Größte Übernahme durch eine deutsche Firma

Die Bayer-Aktie lag an der Börse zuletzt deutlich im Plus. Es ist die größte Übernahme, die ein deutsches Unternehmen je getätigt hat.

Beide Unternehmen erzielten im Kalenderjahr 2015 zusammengerechnet pro forma einen Umsatz von 23 Milliarden Euro im Agrar-Geschäft. Das kombinierte Unternehmen ist sehr gut positioniert, um am Agrarsektor und dessen erheblichem langfristigem Wachstumspotenzial teilzuhaben.

Umfangreiche Synergie-Effekte erwartet

Neben dem langfristigen Wertschaffungspotenzial durch den Zusammenschluss erwartet Bayer, dass seine Aktionäre von einem positiven Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie im ersten vollen Jahr nach Abschluss der Transaktion profitieren werden. Für das dritte volle Jahr wird ein positiver Beitrag im zweistelligen Prozentbereich erwartet.

Bayer hat die Annahmen zu Umsatz- und Kostensynergien durch eine Unternehmensprüfung bestätigt und erwartet jährliche Beiträge zum EBITDA aus Synergien in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar nach dem dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion. Zusätzliche Vorteile aufgrund des integrierten Angebots werden in den Folgejahren erwartet.

Finanzierung durch Kapitalerhöhung

Bayer plant die Finanzierung der Transaktion durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital. Der Eigenkapitalanteil von rund 19 Milliarden US-Dollar wird voraussichtlich durch eine Bezugsrechts-Kapitalerhöhung und Pflichtwandelanleihen finanziert.

Die Transaktion unterliegt üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Zustimmung durch die Monsanto-Aktionäre zur Fusionsvereinbarung und aller notwendigen behördlichen Freigaben. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2017 erwartet. Beide Unternehmen werden eng mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um einen erfolgreichen Abschluss zu erzielen.

Bayer zahlt zwei Milliarden, wenn Deal noch schief geht

Gleichzeitig hat Bayer Monsanto eine Zahlung in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar für den Fall zugesichert, dass die notwendigen Kartellfreigaben nicht erteilt werden sollten (Reverse Antitrust Break Fee), und bekräftigt damit die Zuversicht in eine erfolgreiche Übernahme.

Unternehmen steht in der Kritik

Die Monsanto-Übernahmepläne von Bayer-Chef Werner Baumann waren von Anfang an umstritten. Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Umwelt- und Naturschutzverbände kritisieren die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer heftig. "Sollten die Kartellbehörden die Fusion durchwinken, würde der neu entstehende Megakonzern eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Saatgut, Gentechnik und Pestizide bekommen", sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. Sie fürchtet, dass der Konzern künftig diktieren wolle, was Landwirte anbauen und welche Produkte auf dem Markt verfügbar sind. Zudem würde die Umwelt durch noch mehr Monokulturen und Gentech-Pflanzen leiden.

Der Bayer-Chef betont dagegen die Vorteile eines Zusammenschlusses. Die Agarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen.


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