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Krise bei Kaiser's Tengelmann verschärft sich


Immer weniger Filialen  

Krise bei Kaiser's Tengelmann verschärft sich

17.09.2016, 20:41 Uhr | dpa, rtr

Krise bei Kaiser's Tengelmann verschärft sich. Edeka will Kaiser's Tengelmann, doch dem Übernahmekandidaten läuft die Zeit davon. (Quelle: dpa)

Edeka will Kaiser's Tengelmann, doch dem Übernahmekandidaten läuft die Zeit davon. (Quelle: dpa)

Die Lage bei der verlustreichen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann verschlechtert sich offenbar zusehends. Weil sich die geplante Fusion mit Edeka seit rund zwei Jahren hinzieht, steht die Kette vor der Zerschlagung, während die Verluste steigen und die Zahl der Filialen abnimmt.

Die Geschäftsführer der Gruppe rechnen allein in diesem Jahr mit Verlusten von rund 90 Millionen Euro, wie aus einem Brief des Managements an Eigentümer Karl-Erivan Haub vom 6. September hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Es bedarf keiner dezidierten Planung, dass sich dieses Ergebnis im kommenden Geschäftsjahr weiter deutlich verschlechtern wird", heißt es unter anderem in dem Schreiben.

Habe es im Oktober 2014 noch 475 Filialen gegeben, werde die Zahl Ende 2016 auf 405 gesunken sein. Die Schließung weiterer 25 Filialen sei für 2017 bereits geplant. Zudem verliere das Unternehmen weiter Mitarbeiter. Das verunsichere auch die Vermieter der Filialen, die sich teilweise bereits nach Alternativen umsähen.

Spitzentreffen zur Krise

Bei einem Spitzentreffen Anfang kommender Woche wollen alle Beteiligten versuchen, die Krise zu entschärfen. Das erfuhr die dpa von einem Insider. Neben den Vertretern Tengelmanns sollen auch Edeka, der Konkurrent Rewe und die Gewerkschaft Verdi mit am Tisch sitzen. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, Rewe-Chef Alain Caparros habe in einem Brief seine Gesprächsbereitschaft betont. 

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte wegen der seit Monaten schleppenden Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Marktführer Edeka mit dem Aus für die Supermarktkette gedroht.

Übernahme klappt nicht wie geplant

Edeka und Haub hatten die Fusionspläne vor knapp zwei Jahren besiegelt. Doch die Umsetzung steht auf der Kippe. Das Kartellamt legte sein Veto ein, im März hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dieses nach langer Prüfung aus.

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hatte die sogenannte Ministererlaubnis dann aber auf Eis gelegt. Die Düsseldorfer Richter hegen den Verdacht, dass Gabriel es in dem Ministererlaubnis-Verfahren an der nötigen Neutralität fehlen ließ.

Edeka und Gabriel gehen nun vor dem Bundesgerichtshof gegen das OLG vor. Der BGH will Mitte November entscheiden. Konkurrent Rewe hatte sich vergeblich um Kaiser's Tengelmann bemüht.

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