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Angst vor "hartem" Brexit: Britisches Pfund stürzt stark ab


Angst vor "hartem" Brexit  

Britisches Pfund fällt auf tiefsten Stand seit 1985

04.10.2016, 16:24 Uhr | dpa

Angst vor "hartem" Brexit: Britisches Pfund stürzt stark ab. Das britische Pfund ist so schwach wie lange nicht mehr. (Quelle: dpa)

Das britische Pfund ist so schwach wie lange nicht mehr. (Quelle: dpa)

Nach einer Rede der britischen Premierministerin Theresa May sind die Sorgen vor einem "harten" Brexit gestiegen. Das hat das britische Pfund stark unter Druck gesetzt.

Sowohl im Verhältnis zum US-Dollar als auch zum Euro war die britische Währung am Dienstag noch schwächer als unmittelbar nach dem Brexit-Votum und fiel auf den tiefsten Stand seit 1985. Ein Pfund kostete zwischenzeitlich nur noch 1,2757 Dollar beziehungsweise 1,1422 Euro.

Verhandlungen ab März

Hauptgrund für die Verunsicherung an den Finanzmärkten ist Mays Rede vom Sonntag, in der sie das weitere Vorgehen zu den anstehenden Brexit-Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU) vorgestellt hat.

Darin nannte sie unter anderem erstmals einen konkreten Zeitraum für den Beginn der offiziellen Gespräche. "Wir werden Artikel 50 nicht später als Ende März nächsten Jahres auslösen", sagte May. Artikel 50 des EU-Vertrages regelt den Austritt eines EU-Landes.

Harte Haltung beim Thema Einwanderung

Zu den Beziehungen mit der EU sagte May, Großbritannien wolle weiter mit Europa zusammenarbeiten und Partner und Freund bleiben, vor allem auch in Sicherheitsfragen.

Sie machte aber deutlich, dass ihre Regierung die Einwanderung von EU-Bürgern deutlich erschweren will. "Wir verlassen die EU nicht, um noch einmal die Kontrolle über die Einwanderung abzugeben", sagte May.

Trotzdem wolle sie in einem Abkommen mit der EU "maximale Freiheiten" für britische Unternehmen erreichen, um Waren und Dienstleistungen auf dem Europäischen Binnenmarkt anzubieten zu können.

Die Ankündigung einer harten Haltung beim Thema Einwanderung macht eine Einigung auf einen Verbleib des Landes im Binnenmarkt der EU-Länder unwahrscheinlicher.

"Solange sich in dieser Frage keine gütliche Einigung abzeichnet, bleibt das Pfund deshalb unter Druck", kommentiert Esther Reichelt, Expertin bei der Commerzbank.

Kurse an Londoner Börse klettern

Während es am britischen Devisenmarkt bergab ging, stiegen die Kurse an der Londoner Börse kräftig. Der Leitindex FTSE kletterte erstmals seit 16 Monaten wieder über die Marke von 7000 Punkten.

Ein schwaches Pfund macht britische Aktien aus Sicht des Auslands erschwinglicher. Außerdem kann ein schwaches Pfund die britische Exportindustrie stärken, weil deren Produkte auf dem Weltmarkt billiger und damit wettbewerbsfähiger werden.

Dies ist aus Sicht von Experten auch ein wichtiger Grund dafür, dass das Brexit-Votum die Stimmung in der britischen Industrie bislang nicht nachhaltig schwächen konnte.

Positiv dürften an den Börsen zudem Signale von Finanzminister Philip Hammond aufgenommen worden sein, der am Montag ankündigte, die Staatsausgaben zu erhöhen, um die Wirtschaft zu stützen.

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