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IWF warnt: Drittel der europäischen Banken droht Untergang


IWF warnt  

Ein Drittel der europäischen Banken ist vom Untergang bedroht

06.10.2016, 07:11 Uhr | rtr, dpa, t-online.de

IWF warnt: Drittel der europäischen Banken droht Untergang. Das Finanzzentrum in London: Auch in Großbritannien sind Banken gefährdet, glaubt der IWF. (Quelle: Reuters)

Das Finanzzentrum in London: Auch in Großbritannien sind Banken gefährdet, glaubt der IWF. (Quelle: Reuters)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) zeichnet in seinem Bericht zur Finanzmarktstabilität ein düsteres Bild der europäischen Banken-Szene. Ein Drittel der europäischen Banken sei zu schwach, um nachhaltig Gewinne erwirtschaften zu können.

Rund 30 Prozent des europäischen Bankensystems mit einem Volumen von 8,5 Billionen Dollar sei betroffen, sagte IWF-Bankenexperte Peter Dattels: "Ein Teil des Systems muss schrumpfen."

Deutsche Bank in der Kritik

Vor allem die zuletzt wieder in die Schlagzeilen geratene Deutsche Bank stehe vor der Herausforderung, Investoren überzeugen zu müssen, dass ihr Geschäftsmodell existenzfähig ist, so Dattels.

"Die Deutsche Bank gehört zu den Banken, die weiter Anpassungen vornehmen müssen, um Investoren davon zu überzeugen, dass ihr Geschäftsmodell für die Zukunft tragfähig ist", sagte der IWF-Geld- und Kapitalmarkt-Experte. Zudem müssten die Anleger überzeugt werden, dass Deutschlands größtes Geldhaus seine Risiken aus diversen Rechtsstreitigkeiten im Griff habe.

Für Deutsche-Bank-Chef John Cryan kommen die mahnenden Worte zu einem kritischen Zeitpunkt: Das renditeschwache Institut steckt gerade mitten im Verhandlungspoker mit den US-Behörden, um eine 14-Milliarden-Dollar-Strafe im Streit um faule Hypothekenpapiere abzuwenden.

"Gefährlichste Bank der Welt"

Das Thema dürfte auch bei der Herbsttagung des IWF in Washington im Mittelpunkt stehen. Dort versammeln sich Ende der Woche zahlreiche hochkarätige Banker, Notenbanker und Politiker, um unter anderem über die Lage an den Finanzmärkten zu diskutieren. Cryan ist auch dabei.

Der Deutschen Bank - vom IWF als gefährlichste Bank der Welt eingestuft - haben die Anleger zuletzt massiv das Vertrauen entzogen: Die Deutsche-Bank-Aktie stürzte vor wenigen Tagen auf ein neues Rekordtief von 9,90 Euro. Erste Großkunden wie etwa amerikanische Hedge Fonds ziehen Gelder ab. Manch einer fühlt sich bereits an die Zeit vor der Finanzkrise 2007 erinnert.

Die Deutsche Bank selbst argumentiert, sie habe genug Liquidität, eine dicke Kapitaldecke und sei in Sachen Bilanz-Risiken noch nie so sicher gewesen wie heute. Doch so lange der Hypothekenstreit nicht gelöst ist, bleibt die Unsicherheit, wie widerstandsfähig das Institut wirklich ist. Denn es schwelen noch viele andere Rechtsstreitigkeiten, die viel Geld kosten können.

EZB: "Das System ist solide"

Hinzu kommen die Niedrigzinsen, die sich bei allen europäischen Banken tief in die Bilanz fressen. Darauf ging der IWF in seinem Bericht zur globalen Finanzstabilität ein: Die allgemeine Ertragsschwäche der hiesigen Institute in einem Umfeld niedriger Zinsen und geringen Wirtschaftswachstums könnte die Kapitalpuffer mit der Zeit aufzehren, hieß es. Hinzu kämen faule Kredite im Gesamtvolumen von schätzungsweise 900 Milliarden Euro.

Die Europäische Zentralbank (EZB) als Aufseherin über die Großbanken auf dem Kontinent ging in Verteidigungsstellung. "Es gibt einzelne Fälle von Banken mit Problemen, aber das System ist solide", sagte EZB-Bankenwächter Ignazio Angeloni in Mailand. Die Voraussetzungen für eine systemische Krise seien nicht gegeben.

Blackrock: "Es ist frustrierend"

Größter Investor der Deutschen Bank ist neben dem Emirat Katar der US-Fonds-Riese Blackrock. Dessen Vize-Chef Philipp Hildebrand meldete sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu Wort und warb dort ungewohnt offen für Fusionen unter Europas Großbanken, und zwar grenzüberschreitend. "Wenn wir über einen Konsolidierungsbedarf sprechen, dann sollten wir das nicht im nationalen Rahmen tun", betonte er. Die Politik müsse dafür aber endlich klare Signale senden.

Auch Hildebrand kritisierte, viele europäische Banken wüssten immer noch nicht, wie man nachhaltig Geld verdiene. Der Blackrock-Manager übte grundsätzliche Kritik am Zustand der Branche: "Es ist frustrierend, dass sich in einer Reihe großer europäischer Banken trotz aller Rhetorik noch immer nicht klar genug die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass eine radikale Neuorientierung des Geschäftsmodells notwendig ist."

Die Institute reagieren - allerdings derzeit vor allem mit Personalabbau. Nach Zahlen des Datenanbieters Bloomberg stehen fast 40.000 Stellen in der Branche vor dem Aus. Die schwachen Erträge, negative Zinsen und strengere Vorschriften belasten die Gewinne der Finanzkonzerne.

Banker erwartet Finanzkollaps

Der Banken-Experte Oswald Grübel warnt sogar vor einem Crash an den Finanzmärkten. Schuld daran sei vor allem die Niedrigzins-Politik der Zentralbanken. "Wirtschaftlich ergeben Nullzinsen keinen Sinn", sagte er dem "Manager Magazin".

Die Bevölkerung werde irgendwann das Vertrauen in Währungen und Zentralbanken verlieren, so Grübel, der einst Chef der schweizerischen Großbanken UBS und Credit Suisse war. Als Folge würden die Zinsen rasant steigen, institutionelle Investoren ihre Anleihen losschlagen, aber keine Abnehmer mehr finden, da Banken wegen der Eigenkapital-Vorschriften als Käufer ausfielen.

Gold und Immobilien als Krisenschutz

Grübel rät Anlegern deshalb, den Gold-Anteil in ihren Portfolios auf 30 Prozent zu erhöhen. "Eigentlich funktionieren nur noch Märkte, die nicht von den Zentralbanken manipuliert werden", so der 72-Jährige. Auch Immobilien sieht Grübel als attraktiven Krisenschutz.

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