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Tengelmann-Mitarbeiter entsetzt: "Am Boden zerstört"


Tengelmann-Mitarbeiter entsetzt  

"Wir sind am Boden zerstört"

14.10.2016, 09:52 Uhr | rtr

Tengelmann-Mitarbeiter entsetzt: "Am Boden zerstört". Die Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann fürchten um ihre Jobs. (Quelle: dpa)

Die Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann fürchten um ihre Jobs. (Quelle: dpa)

Nach der gescheiterten Rettung steht die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann vor der Zerschlagung - tausende Jobs sind in Gefahr. Die Mitarbeiter sind entsetzt, die Angst vor der Arbeitslosigkeit macht die Runde "Wir sind am Boden zerstört", sagte der Betriebsratschef in Nordrhein-Westfalen, Rainer Schroers. "Das ist ein Horrorszenario."

Für die mehr als 15.000 Arbeitnehmer sei es noch völlig unklar, wie es nun weitergehen solle. Die Belegschaft rätsele auch, wie viele Arbeitsplätze bei einer Zerschlagung wegfallen würden. "Die Kollegen verstehen die Welt nicht mehr", sagte Schroers.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte die Mitarbeiter am Donnerstag in einem Schreiben über das Scheitern der Gespräche mit Edeka und Rewe sowie anderen Handelsunternehmen über die Zukunft von Kaiser's Tengelmann informiert und von einer "großen Zahl" bedrohter Jobs gesprochen.

"Für uns heißt das, dass wir jetzt mit der Vorbereitung der Einzelverwertung des Unternehmens beginnen müssen", hatte Haub erklärt. Tengelmann werde in der kommenden Woche beginnen, für das Filialnetz in Nordrhein-Westfalen sowie die Fleischwerke in Viersen, Donauwörth und Perwenitz Interessensbekundungen einzuholen, kündigte Haub an.

Vergiftete Atmosphäre

Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel hatte bei allen Beteiligten nochmals ernsthafte Bemühungen angemahnt, eine tragfähige Lösung für die Mitarbeiter zu finden. In Branchenkreisen hieß es indes, es sei nicht zu erwarten, dass doch noch eine Lösung gefunden werde. Die Atmosphäre zwischen den Supermarktketten sei völlig vergiftet.

Edeka, Rewe und Tengelmann hatten am Donnerstagabend das Scheitern der Gespräche erklärt. Edeka und Tengelmann wiesen dabei Rewe die Schuld zu, die Kölner Handelsgruppe machte indes die Konkurrenten für das Scheitern verantwortlich.

Haub wollte Kaiser's Tengelmann an Edeka verkaufen, die Transaktion scheiterte letztlich aber trotz einer Sondererlaubnis Gabriels am Veto des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Unter anderem Rewe hatte dort geklagt. Haub hatte erreichen wollen, dass Rewe, Norma und Markant ihre Klagen vor dem OLG zurückziehen.

Die Gespräche darüber blieben aber ohne Erfolg. Nun sollen die Supermärkte verkauft werden. Das Filialnetz von Kaiser's Tengelmann umfasste Ende 2015 noch über 446 Märkte - 133 davon in Berlin, 188 in Bayern und 125 in Nordrhein-Westfalen.

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