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Startschuss für Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann


"Wir beginnen heute"  

Startschuss für Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann

17.10.2016, 12:23 Uhr | rtr, dpa

Startschuss für Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann. Kaiser's Tengelmann steht vor dem Aus. Interessenten können bald Märkte in NRW übernehmen. (Quelle: dpa)

Kaiser's Tengelmann steht vor dem Aus. Interessenten können bald Märkte in NRW übernehmen. (Quelle: dpa)

Nach dem vorerst gescheiterteten Übernahmeversuch beginnt jetzt die Zerschlagung der verlustreichen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann. Potentielle Käufer wurden aufgefordert, ihr Interesse für die über 100 Märkte in Nordrhein-Westfalen zu bekunden.

Eine Tengelmann-Sprecherin sagte dazu am Montag: "Wir beginnen heute." Die ersten Listen mit zum Verkauf stehenden Filialen in Nordrhein-Westfalen wurden inzwischen verschickt.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte angekündigt, zunächst Käufer für die Märkte in NRW sowie die Fleischwerke in Viersen, Donauwörth und Perwenitz suchen zu wollen. Die "Verwertungsphase" für die Supermärkte in Bayern und Berlin solle später beginnen, voraussichtlich Anfang 2017.

Zugleich wolle er aber weiter daran arbeiten, den eigentlich geplanten Verkauf an Branchenprimus Edeka doch noch möglich zu machen. Dieser wird durch Klagen der Konkurrenten Rewe, Norma und Markant blockiert.

15.000 Jobs in Gefahr

Haub zufolge stehen im Fall einer Zerschlagung rund 8000 der über 15.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Interesse an den Kaiser's-Tengelmann-Filialen hatten unter anderem Rewe und Edeka angemeldet.

Auch der Handelsverband Markant will sich einen Teil sichern: Markant bestätige ein "hohes Interesse an einer Übernahme von Filialen durch Handelspartner", sagte ein Sprecher. Insidern zufolge hat auch die Signa Holding von Karstadt-Eigner Rene Benko ihre Fühler nach Teilen der Kette ausgestreckt.

Merkel für Gespräche

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte derweil weitere Gespräche zur Rettung der Arbeitsplätze von Kaiser's Tengelmann. Die beteiligten Unternehmen sollten nichts unversucht lassen, doch noch eine Einigung zu finden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Ein Sprecher von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel verwies auf Äußerungen des SPD-Chefs vom Freitag, wonach sich die Beteiligten wieder an einen Tisch setzen sollten. Es gebe nach wie vor Lösungsmöglichkeiten, die von der Ministererlaubnis gedeckt seien, sagte der Sprecher, ohne konkreter zu werden.

Die Frage eines Schlichters müsse zunächst von den Beteiligten selbst geklärt werden. Rewe-Chef Alain Caparros hat Gabriel als Schlichter ins Gespräch gebracht. Der Minister reagierte darauf zurückhaltend.

Gabriel hatte ein Verbot des Bundeskartellamts zur Übernahme der Kette durch Edeka überstimmt. Dagegen hatte unter anderem der Konkurrent Rewe geklagt und Recht bekommen. Ein Spitzengespräch aller beteiligten Unternehmen war am Donnerstag gescheitert.

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