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Norma räumt Hürde für Kaiser's Tengelmann aus dem Weg


Wieder Hoffnung auf Rettung  

Norma räumt Hürde für Kaiser's Tengelmann aus dem Weg

20.10.2016, 14:52 Uhr | rtr, t-online.de

Norma räumt Hürde für Kaiser's Tengelmann aus dem Weg. Im Kampf um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann könnte eine Wende eingeläutet worden sein. (Quelle: dpa)

Im Kampf um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann könnte eine Wende eingeläutet worden sein. (Quelle: dpa)

Die defizitäre Supermarktkette Kaiser's Tengelmann kann vielleicht doch noch gerettet werden. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub verständigte sich mit dem Discounter Norma darauf, dass dieser seine Klage gegen die Ministererlaubnis zurücknimmt.

Die Einigung gaben Haub und Norma bekannt. Das Bundeskartellamt wollte dem Marktführer Edeka untersagen, Kaiser's Tengelmann zu übernehmen. Dieses Verbot hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit seiner Sondererlaubnis aus - und dagegen hatten wiederum Norma, Markant und Rewe geklagt.

Haub sagte, er hoffe, dass nun auch eine Einigung mit Rewe und Markant gelinge. Erst dann wäre der Weg für eine Übernahme durch Edeka frei.

Norma habe sich trotz andauernder kartellrechtlicher Bedenken im Sinne der Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann entschieden, einer Einigung nicht im Wege zu stehen, teilte der Discounter mit. Edeka begrüßte die Ankündigung. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem wichtigen Signal. Rewe wollte sich nicht äußern.

Zerschlagung noch nicht abgewendet

Erst wenn alle drei Edeka-Konkurrenten ihre Klagen zurückziehen, kann Edeka Kaiser's Tengelmann zu Gabriels Bedingungen schlucken. Dazu gehört eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für die Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten.

Branchenkreisen zufolge sondiert Haub nun auch mit Markant eine Lösung. Von den beteiligten Parteien war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Druck auf Rewe dürfte wachsen

Schert die Handelskooperation Markant ebenfalls aus der Front der Kläger aus, dürfte der Druck auf Rewe steigen. Rewe-Chef Alain Caparros hatte bereits in der vergangenen Woche einen Mediator ins Spiel gebracht, der eine faire und einvernehmliche Lösung zwischen den Konkurrenten vermitteln soll. Rewe hatte mehrfach eine Komplett-Übernahme von Kaiser's Tengelmann angeboten - aber auch einzelne Filialen wollen die Kölner notfalls kaufen.

Gelingt keine Einigung, will Haub die verlustreiche Kette Kaiser's Tengelmann mit über 15.000 Angestellten zerschlagen. Den Verkaufsprozess für die knapp über 100 Märkte in Nordrhein-Westfalen hat der Tengelmann-Chef bereits eingeleitet. Bis Mittwoch sollen sich Interessenten melden.

Norma könnte 150 Millionen Euro bekommen

Unklar ist, was Norma für den Rückzug seiner Klage konkret bekommt. Die Chefs der Supermarktketten hatten bereits in zwei von Verdi vermittelten Spitzentreffen erfolglos um eine Lösung gerungen. Bei dem letzten Treffen am 6. Oktober war Norma zugesagt worden, im Gegenzug für einen Verzicht auf die Klage einen Ausgleich in Höhe eines Umsatzvolumens von 150 Millionen Euro zu erhalten.

Rewe sollte Zugriff auf Märkte in Nordrhein-Westfalen und Berlin bekommen, die Kaiser's-Tengelmann-Filialen in Bayern sollten an Edeka fallen. Dieser Kompromissvorschlag war jedoch gescheitert.

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