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TV-Kritik "Maybrit Illner": Markus Söder gab die ehrlichste Antwort


Maybrit Illner fragt  

"Werden Zocker belohnt und Sparer bestraft?"

28.10.2016, 11:22 Uhr | Nico Damm, t-online.de

TV-Kritik "Maybrit Illner": Markus Söder gab die ehrlichste Antwort. Oskar Lafontaine, Jörg Eigendorf, Maybrit Illner, Markus Söder, Rainer Voss und Carolin Roth in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner am 27. Oktober. (Quelle: imago)

Oskar Lafontaine, Jörg Eigendorf, Maybrit Illner, Markus Söder, Rainer Voss und Carolin Roth in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner am 27. Oktober. (Quelle: imago)

Linkenpolitiker Oskar Lafontaine und Jörg Eigendorf, der Sprecher der Deutschen Bank, sind bei "Maybrit Illner" aneinandergeraten. Es ging um die Deutsche Bank und ihr schlechtes Zocker-Image, aber auch um Banken, die massive Risiken in ihren Bilanzen haben.

Die Gäste:

  • Markus Söder, bayerischer Finanzminister
  • Oskar Lafontaine, ehemaliger Bundesfinanzminister, Fraktionsvorsitzender "Die Linke" im saarländischen Landtag
  • Jörg Eigendorf, Konzernsprecher Deutsche Bank
  • Rainer Voss, ehemaliger Investmentbanker
  • Carolin Roth, Finanzjournalistin, CNBC
  • Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip

Der Rahmen:

Es ging um die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB und ihre Folgen. Die Linie der EZB soll die Staaten entlasten und die Wirtschaft ankurbeln. Gleichzeitig gibt es für die Sparer deshalb kaum Zinsen. "Werden Zocker belohnt und Sparer bestraft?", fragten die Sendungsmacher etwas provokativ. Im Gegensatz zu "Hart aber fair" am Montag stand aber die Deutsche Bank mindestens genau so sehr am Pranger wie die EZB.

Das Thema:

Im Zentrum stand – wohl aufgrund ihres grottenschlechten Zocker-Images – die Deutsche Bank. Wie steht es um sie und andere Banken mit vielen Risiken in der Bilanz? Brechen dem deutschen Institut die 7000 laufenden Gerichtsverfahren das Genick? Ob weitere teure Rettungen durch den Steuerzahler nötig sein werden, war die zentrale Frage der Sendung.

Die Positionen:

Die Positionen lagen in der bunt besetzten Runde erwartungsgemäß weit auseinander. Während Lafontaine von einer "extremen Schieflage" der Deutschen Bank sprach und auch Illner an den kürzlichen Börsenverlust von 90 Prozent erinnerte, sah Sprecher Eigendorf das Unternehmen auf einem "guten Weg".

Der ehemalige Banker Voss nannte die Spekulation um die Stabilität der Deutschen Bank aufgrund der hohen Vermögenswerte "absurd", vermutete aber auch: "Aber wenn inzwischen was Schwerwiegendes passiert, könnten wir in eine Situation kommen."

Söder versuchte den Spagat zwischen Eigendorf und Lafontaine: Zwar solle sich der "Kasinokapitalismus" von früher nicht mehr lohnen. Andererseits sei genau das bereits gesetzlich für die Zukunft verhindert worden. Da bei einem Konkurs erst die Anteilseigner der Bank hafteten, könne der Steuerzahler praktisch nicht mehr herangezogen werden.

Der Frontverlauf:

Auf einem wilden Ritt streifte die Diskussion die europäische Finanzpolitik und das politische Krisenmanagement, Banker-Ethik und volkswirtschaftliche Theorien. Größte Uneinigkeit herrschte über den vermuteten Schuldigen der derzeitigen Wirtschaftskrise.

Lafontaine vermutete sie am ehesten in mangelnder Gerechtigkeit: Dass jetzt etwa vermutlich 10.000 Mitarbeiter der Deutschen Bank ihre Stelle verlieren, mache ihn zornig: Die, die "sich verzockt haben", gehörten ins Gefängnis. Stattdessen seien die Deutsch-Banker ordentlich entlohnt worden, nämlich mit 50 Milliarden Euro Boni seit dem Jahr 2000. Diese Zahl bestritt Eigendorf nicht und gab sich geläutert. Es habe ein Umdenken eingesetzt, drei Viertel der zweiten Führungsebene seien ausgetauscht. Das Privatkundengeschäft gewänne an Bedeutung.

Auf die geschickte Frage Illners, warum die Deutsche Bank denn dann die Postbank verkaufen wolle, wusste der Sprecher nichts Neues zu vermelden: "Wir haben sie fertig gemacht zum Verkauf." Tenhagen stellte auch das angebliche Umdenken bei der Deutschen Bank in Frage: "756 Mitarbeiter haben mehr als eine Million Euro verdient im letzten Jahr. Das ist nicht Zeichen der Reform." Voss warnte davor, zur zweiten Sparkasse zu werden. Wenn alle in dieselbe Richtung rännen, würde das nicht funktionieren. "Man muss eine Nische finden."

Die größte Konfrontation:

Die gab es erwartungsgemäß zwischen Lafontaine und Bank-Sprecher Eigendorf. Als Lafontaine den Internationalen Währungsfonds zitierte, dieser habe geschrieben, die Deutsche Bank sei die "gefährlichste Bank der Welt", schoss Eigendorf dagegen: "Sie zitieren nicht richtig!" Vielmehr habe der IWF von der systemrelevantesten Bank der Welt gesprochen.

Somit sage die Einschätzung des IWF viel über die starke Vernetzung der Deutschen Bank aus, nicht aber über ihre Risiken. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Der IWF hatte geschrieben: "Unter den global tätigen Banken mit systemischer Bedeutung (G-SIBs) scheint die Deutsche Bank am stärksten zu systemischen Risiken beizutragen."

Der Verbrauchertipp:

Dieser war diesmal gar nicht so einfach zu erteilen. Tenhagen riet dazu, sich umzuschauen und beim klassischen Sparen und Riestern die besten Angebote zu nehmen und "zu Banken hingehen, die 1,5% anbieten". Roth riet hingegen wegen der größeren Gewinnmöglichkeiten zum Aktienkauf. Da widersprach Söder prompt: "Einfach zu empfehlen, mehr Aktien zu kaufen, kann keine Lösung sein." Die Deutschen setzten traditionell mehr auf Stabilität.

Die ehrlichste Antwort:

Auf die Frage Illners, ob der Staat nicht Krokodilstränen vergieße über die Verluste der Sparer, da der Staat sich durch die niedrigen Zinsen gut saniere, antwortete Söder: "Natürlich." Deshalb müsse man den Menschen auch "etwas zurückgeben", nämlich über Steuersenkungen.

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