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Online-Apotheken:Gesundheitsminister Gröhe will Medikamenten-Versand einschränken

Nach EuGH-Urteil  

Gröhe will Medikamenten-Versand einschränken

31.10.2016, 11:14 Uhr | AFP

Online-Apotheken:Gesundheitsminister Gröhe will Medikamenten-Versand einschränken. Nur rezeptfreie Arzneimittel sollen laut Gröhe via Internet bestellt werden können. (Quelle: dpa)

Nur rezeptfreie Arzneimittel sollen laut Gröhe via Internet bestellt werden können. (Quelle: dpa)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten verbieten. Während die Apotheken den Schritt begrüßen, kritisieren Opposition und Versicherungen die Pläne.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post", wonach an einer Regelung gearbeitet werde. Es gehe darum, die flächendeckende Versorgung über ortsnahe Apotheken auf hohem Niveau sicherzustellen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Gröhe will nun bei den Koalitionsfraktionen für das Gesetz werben.

Beim Koalitionspartner SPD stoßen Gröhes Pläne aber auf Widerstand. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach warnte im "Tagesspiegel" vor "Schnellschüssen". Es könne nicht sein, dass deutsche Kunden von den Vorteilen des Versandhandels abgeschnitten würden. Statt den Versandhandel zu verbieten, müsse man die Beratungs- und Serviceleistungen in deutschen Apotheken besser bezahlen.

Patienten profitieren von Bonuszahlungen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte vergangene Woche die Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente im grenzüberschreitenden Versandhandel gekippt. Das erlaubte Versandapotheken wie der niederländischen Kette DocMorris, Bonuszahlungen an deutsche Patienten zu leisten und so deren Zuzahlung zu verringern.

Die Richter hätten die Benachteiligung von Patienten und Kunden durch die Preisbindung in Deutschland beanstandet, sagte Lauterbach. "Darauf können wir nicht so reagieren, dass wir sie noch mehr benachteiligen und den Versandhandel komplett abschaffen."

"Reflexartiges Verbot ist falsch"

Auch die gesetzlichen Krankenkassen kritisierten Gröhes Pläne. "Seit Jahren ergänzen Online-Apotheken die traditionellen Apotheken bei der Medikamentenversorgung der Menschen", erklärte der Vize-Chef des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Johann-Magnus von Stackelberg. Gerade der Versandhandel könne dazu beitragen, die Versorgung von Patienten, die bereits heute im ländlichen Raum längere Anfahrtswege zu niedergelassenen Apotheken haben, zu verbessern.

AOK-Vorstandschef Martin Litsch sagte der "Bild"-Zeitung, neue Vertragsmodelle ermöglichten auch Preisvorteile für die Solidargemeinschaft. "Das reflexhafte Verbot des Versandhandels von Arzneimitteln ist falsch." Auch die Apotheker könnten sich neuen Vertriebsformen nicht gänzlich verschließen.

Apotheken begrüßen Gröhes Pläne

Der Apothekerverband ABDA nannte das geplante Verbot hingegen "ebenso notwendig wie vernünftig", damit die Vor-Ort-Versorgung durch Apotheken auch in Zukunft gesichert sei.

Europas größte Versandapotheke DocMorris hält das geplante Verbot des Online-Handels mit rezeptpflichtigen Arzneien indes für verfassungswidrig. Entsprechende Vorhaben seien bereits 2008 und 2012 gescheitert, sagte DocMorris-Chef Olaf Heinrich der "Rheinischen Post". Ein Verbot hätte auch europarechtliche Konsequenzen. Die Versandapotheke will die Verbotspläne von Gröhe nun in Ruhe prüfen.

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