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Niedrige Zinsen: Banken könnten Gebühren auf breiter Front erhöhen


"Letztlich regelt das der Markt"  

Bankkunden drohen Gebührenerhöhungen auf breiter Front

08.11.2016, 14:38 Uhr | dpa

Niedrige Zinsen: Banken könnten Gebühren auf breiter Front erhöhen. Bankenmetropole Frankfurt am Main: Der Bankenverband rechnet mit höheren Gebühren für Kunden. (Quelle: dpa)

Bankenmetropole Frankfurt am Main: Der Bankenverband rechnet mit höheren Gebühren für Kunden. (Quelle: dpa)

Der Bankenverband BdB rechnet wegen des anhaltenden Zinstiefs mit Gebührenerhöhungen für Kunden auf breiter Front. Mini-Zinsen und steigende Anforderungen an die eigenen Kapitalpuffer setzen Europas Banken unter Druck.

"Bankdienstleistungen sind nicht kostenlos. Es wird eine Bewegung hin zu einer stärkeren Bepreisung geben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Michael Kemmer, in Frankfurt.

"Es gibt keine Obergrenze für Gebühren, letztlich regelt das der Markt", sagte Kemmer. "Wir haben in Deutschland einen extrem harten Wettbewerb, der wird dafür sorgen, dass die Gebühren nicht in den Himmel wachsen."

Verband rechnet nicht mit Strafzinsen

Dass Privatkunden sogar Strafzinsen für ihre Einlagen zahlen müssen - wie es erste Institute bereits handhaben - wird sich nach Einschätzung des Verbandes allerdings nicht durchsetzen. "Wir erwarten es nicht, auch aufgrund des harten Wettbewerbs", sagte Kemmer.

Die Europäische Zentralbank (EZB) kassiert von Banken derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen, wenn sie Geld über Nacht bei der Notenbank parken. Das kostet die Kreditinstitute im Euroraum derzeit nach BdB-Berechnungen fast 350 Millionen Euro Strafzinsen im Monat.

Künftig deutlich weniger Banken

Das sei dramatisch, auch weil Regulatoren immer dickere Kapitalpuffer von den Instituten verlangen. BdB-Präsident Hans-Walter Peters warnte vor einer Benachteiligung europäischer Banken durch neue Kapitalregeln des Baseler Ausschusses. Die weltweit wichtigsten Bankaufseher wollen sich bis zum Jahresende über neue Vorgaben für die Risikoberechnung bei Banken verständigen.

Unabhängig vom Ausgang dieser Verhandlungen rechnet Peters mit erheblichen Einschnitten in der deutschen Bankenlandschaft: "Wenn wir die Ertragseinbrüche, die wir derzeit sehen, weiterspinnen, dann wird das sicher eine harte Zeit und ein großer Konsolidierungsdruck", sagte der Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg. "Wir werden sicher mit deutlich weniger Banken in die Zukunft gehen."

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