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Deutscher Wirtschaft droht vorerst kein "Trump-Effekt"


Experten halten an Prognosen fest  

Deutscher Wirtschaft droht kein "Trump-Effekt" - vorerst

26.11.2016, 09:47 Uhr | dpa, t-online.de

Deutscher Wirtschaft droht vorerst kein "Trump-Effekt". Donald Trump wird während seiner Präsidentschaft wohl eine protektionistische Wirtschaftspolitik betreiben. (Quelle: AP/dpa)

Donald Trump wird während seiner Präsidentschaft wohl eine protektionistische Wirtschaftspolitik betreiben. (Quelle: AP/dpa)

"America first": Die Ankündigungen des desiginierten US-Präsidenten Donald Trump hinsichtlich seiner Wirtschaftspolitik haben auch hierzulande die Export-Unternehmen in Sorge versetzt. Experten sehen mittelfristig durchaus Risiken für die deutsche Wirtschaft, für die kommenden Monate bleiben sie aber gelassen.

Die entsprechenden Auswirkungen würden in Deutschland frühestens Ende 2017 spürbar, lautet das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Volkswirten deutscher Großbanken.

Deutscher Arbeitsmarkt ist krisenfest

Mit Konsequenzen für den deutschen Arbeitsmarkt rechnen die Experten vorerst kaum, sondern allenfalls zeitversetzt - selbst wenn Trumps angekündigter Kurs Exporteure treffen und sie zu gedrosselten Investitionen veranlassen könnte. Der Arbeitsmarkt habe sich schon früher in schwierigen Zeiten als krisenfest erwiesen, betonten die Ökonomen.

Genauere Prognosen seien aber noch schwierig, weil derzeit unklar sei, wohin Trump wirtschaftlich überhaupt steuere, meinte Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. Was ihn zuversichtlich stimme, sei der Umstand, "dass Trump keine Probleme habe, manche seiner Positionen aufzugeben." Am wirtschaftlichen Protektionismus - dem "Markenkern" seiner Politik - scheine Trump aber wohl festhalten zu wollen.

Mögliche mittelfristige Gefahren für die deutsche Wirtschaft sieht auch DZ-Bank-Ökonom Michael Holstein. Allerdings warnt er davor, Trumps Ankündigungen im Wahlkampf zu wörtlich zu nehmen: "Trump wird nicht alles 1:1 umsetzen. Die Republikaner werden sicher nicht in allen Punkten Trumps politischen Kurs mittragen."

Konjunkturprogramm kann auch Impulse setzen

Andere Volkswirte erwarten von Trumps Politik vorübergehend sogar wirtschaftliche Impulse. "Das von Trump geplante Konjunkturprogramm könnte zu einem positiven Input führen", vermutet Heiko Peters von der Deutschen Bank. Andererseits drohten mit der geplanten lockeren Geldpolitik des republikanischen Präsidenten später dann steigende US-Zinsen und damit Kapitalabflüsse aus den Schwellenländern in den US-Dollar. Das würde wiederum EU-Importe in diese Länder erschweren.

Für 2017 sehen die Ökonomen allerdings noch keinen Grund, wegen möglicher "Trump-Effekte" ihre Wachstums- und Arbeitsmarktprognosen zu korrigieren. Sie rechnen mit einem Wachstum zwischen 1,0 und 1,4 Prozent - nach voraussichtlich 1,7 Prozent in diesem Jahr.

Bei der Arbeitslosigkeit gehen sie von einer Zunahme zwischen 30.000 und 60.000 Menschen aus. Lediglich Rolf Schneider von der Allianz rechnet mit 2,7 Millionen Erwerbslosen im Jahresschnitt - das wären so viele Jobsucher wie 2016.

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