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Türkische Lira auf Talfahrt: Erdogan ruft sein Volk zum Verkauf von Devisen auf


Gegen Währungsspekulanten  

Erdogan ruft sein Volk zum Verkauf von Devisen auf

07.12.2016, 17:22 Uhr | dpa-AFX, rtr

Türkische Lira auf Talfahrt: Erdogan ruft sein Volk zum Verkauf von Devisen auf. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will gegen Währungsspekulanten vorgehen. (Quelle: AP/dpa)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will gegen Währungsspekulanten vorgehen. (Quelle: AP/dpa)

Angesichts der Talfahrt der türkischen Lira hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das Volk zum Verkauf möglicher Devisenreserven aufgerufen. Nun verschärft er den Ton: "Unsere Wirtschaft ist ins Visier ausländischer Devisen-Spekulationen geraten", sagte Erdogan. Für den Kursverfall gebe es keine ökonomischen Gründe. 

"Die, die Devisen unter ihrem Kissen haben, sollen kommen und ihr Geld in Gold umwandeln", sagte Erdogan in Ankara. "Sie sollen kommen und ihr Geld in Türkische Lira umwandeln. Soll die Türkische Lira an Wert gewinnen. Soll Gold an Wert gewinnen."

Türkische Lira fällt wie ein Stein

Erdogan forderte die Banken erneut zur Zinssenkung auf. "Es gibt keine andere Wahl, als die Zinsen zu senken." Am Donnerstag vergangener Woche hatte die türkische Notenbank ihren Leitzins überraschend deutlich von 7,5 Prozent auf 8,0 Prozent angehoben. Sie setzte sich mit diesem Schritt über Erdogans Aufrufe hinweg. Der Effekt der ersten Leitzins-Anhebung seit Anfang 2014 verpuffte aber.

Die Landeswährung stürzte nach Erdogans Ansprache auf neue Rekordwerte ab. Ein Dollar kostete zeitweise 3,53 Lira, ein Euro war 3,80 Lira wert. Binnen eines Jahres hat die Lira im Vergleich zum Euro um mehr als 20 Prozent eingebüßt. 

Verteidigungsministerium verkauft Dollar und Euro

Das Verteidigungsministerium wechselte mehr als 262 Millionen Dollar und gut 31 Millionen Euro, um die Landeswährung zu stabilisieren. Die Türkei will zudem erlauben, den Handel mit China, Russland und Iran in lokalen Währungen abzuwickeln. Tatsächlich erholte sich die Türkei-Währung am Mittwoch ein wenig. 

Experten machen für den Kursverfall der Lira unter anderem die Verunsicherung nach dem gescheiterten Militärputsch und dem scharfen Vorgehen Erdogans gegen erklärte Gegner als Reaktion darauf verantwortlich. Zudem drückt die Aussicht auf steigende US-Zinsen und die Tourismusflaute nach den Bombenanschlägen auf die Währung.

Erdogan zieht Vergleich zum Kampf gegen den IS 

Erdogan zog unterdessen Parallelen zum Kampf gegen den Islamischen Staat (IS). "Es gibt keinen Unterschied zwischen dem türkischen al-Bab-Einsatz und den Bemühungen, die Devisenspekulation zu stoppen", sagte er unter Hinweis auf die türkische Militärpräsenz im Norden Syriens, wo der IS vertrieben werden soll. Devisenspekulanten und militärische Gegner würden versuchen, die Türkei "zu teilen und zu zerstören".

Da die Türkei viele Waren und Rohstoffe importieren muss, werden die Einfuhren dadurch teurer und die Inflation angeheizt. 

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