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VW-Vorstände nutzten Firmenjets für Urlaubsreisen


Rückzahlungen in Millionenhöhe  

VW-Vorstände nutzten Konzernflieger für Urlaubsreisen

04.12.2016, 17:59 Uhr | dpa, AFP

VW-Vorstände nutzten Firmenjets für Urlaubsreisen. Privatjets der Lion Air Services - einer Tochter der Volkswagen AG - auf dem Flughafen in Braunschweig. (Quelle: dpa)

Privatjets der Lion Air Services - einer Tochter der Volkswagen AG - auf dem Flughafen in Braunschweig. (Quelle: dpa)

Jahrelang sind Volkswagen-Manager einem Bericht zufolge mit den Firmenjets des Autobauers in den Urlaub geflogen und haben weitere Privilegien genossen. 2014 habe der damalige Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch durchgegriffen und die Rückerstattung von Geldern gefordert, berichtete die "Bild am Sonntag".

Der Aufsichtsrat habe den Nebenleistungskatalog für Vorstände "im Jahr 2014 konkretisiert", zitierte die Zeitung einen VW-Sprecher.

Alle neun Top-Manager zahlten das Geld zurück

Es wurden dem Bericht zufolge Sonderleistungen gestrichen und Rückzahlungen von Reisekosten in Millionenhöhe verlangt. Volkswagen unterhält eine eigene Flotte mit neun Jets am Flughafen Braunschweig.

Einige Top-Manager flogen dem Bericht zufolge sogar mit der ganzen Familie im Firmenjet in den Urlaub. Dafür hätten sie maximal Linienflug-Preise gezahlt. 2014 habe Piëch die Reisekosten seiner Vorstände einzeln untersuchen lassen und eine Rückerstattung gefordert.

Alle neun Konzernvorstände zahlten dem "BamS"-Bericht zufolge das Geld zurück, darunter der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn, der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, Audi-Chef Rupert Stadler und der langjährige Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz.

Meist handelte es sich demnach um sechsstellige Summen, in Einzelfällen auch um mehr als eine Million Euro.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen erfuhr, zahlten die Vorstände 2014 Reisekosten "freiwillig" zurück. Außerdem hieß es, die Firmenjets dürften mittlerweile nicht mehr privat genutzt werden, sondern ausschließlich für Dienstreisen.

Volkswagen erzielte 2014 zwar Milliardengewinne. Angesichts der Ertragsschwäche der Kernmarke VW hatte aber die VW-Spitze damals ein "Effizienzprogramm" aufgelegt, um Kosten zu senken.

Die damaligen Regelungen der Nebenleistungen und die damals gültige Flugregelung hätten "nicht mehr ins Bild gepasst", daher habe der Aufsichtsrat dies korrigiert, hieß es am Sonntag in Konzernkreisen.

Günstige Mieten

Ein VW-Sprecher sagte: "Die Vorstände haben Firmenflugzeuge stets in Übereinstimmung mit dem damals geltenden Nebenleistungskatalog genutzt." Die Leistungen seien auch nach den geltenden steuerlichen Grundsätzen korrekt behandelt worden.

Zu den Privilegien der VW-Vorstände gehörten laut "BamS" außerdem äußerst günstige Mieten in VW-eigenen Häusern, die mittlerweile auf marktübliche Preise angehoben wurden. Dazu sagte der VW-Sprecher: "Für die Nutzung von VW-Immobilien zahlten und zahlen Vorstände einen angemessenen Mietzins, der in dem jeweils gültigen Nebenleistungskatalog geregelt ist."

Im Geschäftsbericht für 2014 wurden für den damals neunköpfigen Vorstand für "Nebenleistungen" insgesamt rund 1,6 Millionen Euro verbucht.

Der Konzern beauftragte im vergangenen Jahr eine Kanzlei mit einem Rechtsgutachten zu möglichen steuerrechtlichen Folgen.

Im Herbst 2015 hatte der Dieselskandal den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Seit langem stehen zum Beispiel hohe Bonuszahlungen für die VW-Vorstände in der Kritik.

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