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dm verliert vor Gericht: Drogeriekette darf Alnatura nicht reinreden


Niederlage vor Gericht  

Drogeriekette dm darf Alnatura nicht reinreden

10.12.2016, 14:19 Uhr | dpa, t-online.de

dm verliert vor Gericht: Drogeriekette darf Alnatura nicht reinreden. Alnatura 2012 bei dm. Inzwischen sind die Produkte fast vollständig aus den dm-Regalen verschwunden. (Quelle: dpa)

Alnatura 2012 bei dm. Inzwischen sind die Produkte fast vollständig aus den dm-Regalen verschwunden. (Quelle: dpa)

Die Drogeriekette dm darf auf die Vertriebsentscheidungen des einstigen Lieferanten Alnatura keinen Einfluss nehmen. Außerdem muss dm gut 2,3 Millionen Euro samt Zinsen an Alnatura für einseitig gekürzte Rechnungen zahlen.

Diese doppelte Niederlage kassierte dm vor dem Landgericht Darmstadt. Die Klage der Karlsruher Kette zur Einflussnahme wurde abgewiesen. Das Urteil zur Nachzahlung ist noch nicht rechtskräftig.

In dem Zivilprozess war es um einen Kooperationsvertrag aus den 1980er Jahren gegangen. Eine Klausel darin sichert dm gewisse Mitspracherechte bei der Auswahl neuer Vertriebspartner von Alnatura zu.

Der Bio-Lebensmittelhändler sieht sich an den Vertrag aber nicht mehr gebunden, seit dm eine eigene Bio-Linie führt und Alnatura-Produkte nach und nach aus den Regalen genommen hat. Alnatura vertreibt seine Waren nun vermehrt online, über eigene Filialen und bei anderen Handelsketten wie Edeka oder dem dm-Konkurrenten Müller.

Vertrag rechtmäßig gekündigt

Gegen die Kündigung der Verträge war die Drogeriekette dm juristisch vorgegangen. Das Unternehmen ist der Auffassung, dass Alnatura die exklusive Belieferung im November 2014 unrechtmäßig gekündigt habe. Das Landgericht Darmstadt teilte diese Meinung nicht, sondern folgte in seiner Entscheidung der Auslegung von Alnatura.

Gegen das Urteil ist noch eine Berufung beim OLG Frankfurt möglich. Darüber ist aber noch nicht entschieden. "Wir werden auf die ausführliche Begründung seitens des Gerichts warten, um dann in unseren Gremien zu beraten, wie wir weiter damit umgehen werden", sagte der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung, Erich Harsch.

dm wächst - Alnatura stagniert

Für Alnatura ist das Urteil ein Etappensieg. Das Unternehmen hatte seine Umsatzverluste bei der Drogeriekette zuletzt mit neuen Vertriebspartnern knapp ausgleichen können. Im Geschäftsjahr 2015/2016 (30. September) erlösten die Südhessen 762 Millionen Euro, eine geringe Steigerung um 0,3 Prozent zum Vorjahr. Für das laufende Jahr rechnet Alnatura mit stagnierenden Umsätzen.

Dm als Deutschlands größte Drogeriemarkt-Kette steigerte dagegen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/2016 europaweit seinen Umsatz um 7 Prozent auf gut 9,7 Milliarden Euro. In Deutschland setzte dm rund 7,5 Milliarden Euro um (plus 6,6 Prozent). Schätzungen zufolge lag der Gewinn zwischen 97 und 194 Millionen Euro.

Am Oberlandesgericht Frankfurt stehen sich die verschwägerten Firmengründer in einem zweiten Prozess gegenüber, da dm-Gründer Götz Werner von Alnatura-Gründer Götz Rehn die Markenrechte an Alnatura verlangt. Verhandelt werden soll aber erst im Februar 2017.

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