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Ölkonzerne müsse alte Bohrinseln abbauen


Kosten in Milliardenhöhe  

Ölkonzerne müssen alte Bohrinseln abbauen

10.12.2016, 14:33 Uhr | dpa

Ölkonzerne müsse alte Bohrinseln abbauen. Etwa 2600 Öl- und Gasbohrinseln müssen in den nächsten 25 Jahren demontiert werden.  (Quelle: dpa)

Etwa 2600 Öl- und Gasbohrinseln müssen in den nächsten 25 Jahren demontiert werden. (Quelle: dpa)

Seit Jahrzehnten fördern Bohrinseln Öl und Gas aus dem Golf von Mexiko oder der Nordsee. Bald erreichen viele Plattformen das Ende ihrer Lebensdauer. Das wird richtig teuer für die Ölkonzerne.

In den nächsten 25 Jahren müssten rund 2600 Öl- und Gasbohrinseln und ähnliche Objekte auf See abgebaut werden, weil die Anlagen veraltet oder die Felder ausgefördert seien, schätzt die Analysefirma IHS Markit. 

Die Branche steht vor einem "perfekten Sturm". Sie sehe sich nicht nur alternden Plattformen gegenüber, sondern auch strengeren Umweltauflagen und einer fragmentierten Dienstleistungsbranche für den Rückbau der Anlagen, die noch in den Kinderschuhen stecke. 

Kosten von rund 200 Milliarden Euro 

Vor rund 60 Jahren begann die Offshore-Förderung von Öl und Gas. Seitdem bauten Ölkonzerne wie Shell, ExxonMobil, Statoil, Total, Chevron und ConocoPhillips ihre Anlagen in immer tieferes Wasser und stießen in unwirtliche Gegenden vor.

Die Rückbaukosten für den Zeitraum von 2010 bis 2040 bezifferte IHS Markit in einer Studie auf rund 210 Milliarden Dollar (knapp 198 Milliarden Euro). Die jährlichen Kosten für die fachgerechte Entsorgung würden sich bis 2040 mit über 13 Milliarden Dollar mehr als verfünffachen. Allein im Golf von Mexiko stehen noch rund 5000 Öl- und Gasförderstrukturen. Sie werden teilweise versenkt und dienen dann Fischen und anderen Meeresbewohnern als Heimat. 

Nordsee-Anlagen stehen in tieferem Wasser

"Während Amerika die meisten Plattformen hat, ist Europa der größte Markt", sagte Grigorij Serscikov, einer der Autoren der Studie. Das liege vor allem daran, dass in der Nordsee weitaus größere Strukturen in sehr viel tieferem Wasser gebaut wurden. Im Golf von Mexiko stehen manche Bohrtürme im flachen Wasser und haben kaum mehr als eine Million Dollar gekostet. Sie sind leicht und schnell abzubauen. 

In der Nordsee sind dagegen gigantische Bohrinseln und Transportsysteme errichtet worden. Allein die Betonstrukturen der Förderplattformen im Nordsee-Ölfeld Brent wiegen jeweils 300.000 Tonnen. Auch Brent ist ausgefördert und die Anlagen werden abgebaut - ein Projekt für ein Jahrzehnt.

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