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Wirtschaft: Krisenbank Monte dei Paschi versucht milliardenschwere Kapitalerhöhung


Wirtschaft  

Krisenbank Monte dei Paschi versucht milliardenschwere Kapitalerhöhung

15.12.2016, 17:50 Uhr | dpa-AFX

SIENA (dpa-AFX) - Die unter faulen Krediten ächzende italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena versucht sich an einem finanziellen Befreiungsschlag. Sie will bis zum Jahresende über eine Kapitalerhöhung 5 Milliarden Euro bei Investoren einsammeln, wie Monte dei Paschi am Donnerstag ankündigte. Zudem können Anleihebesitzer weitere Schuldpapiere in Anteilsscheine an der Bank eintauschen. Die Bank will damit vermeiden, dass sie Staatshilfe annehmen muss.

Das Ansinnen sei nicht einfach, sagte ein Aktienhändler aus Mailand. "Es kann eigentlich nur gelingen, wenn ein weißer Ritter bereitsteht, der in die Bank investiert." Er bezweifele dies, da Monte dei Paschi monatelang erfolglos versucht habe, Investoren zu finden. Die gebeutelte Aktie stieg am Nachmittag angesichts des Hoffnungsschimmers.

Im Sommer war ein Rettungsplan für Monte dei Paschi ausgearbeitet worden, um die von platzenden Krediten ausgehöhlte Kapitalbasis der Bank zu stärken. Kern des Plans ist die Beschaffung von 5 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte der italienischen Krisenbank am Vortag einen Aufschub für die Erfüllung ihres Rettungsplans verwehrt.

Monte dei Paschi ist das älteste Geldhaus der Welt, steckt aber seit Jahren in der Krise. In europaweiten Stresstests schnitt sie stets mit am schlechtesten ab. Um die Bank wieder auf die Beine zu bringen, sollen 28 Milliarden Euro an faulen Krediten an den Rettungsfonds Atlante ausgelagert werden. Die dabei anfallenden Verluste sollen durch die Erlöse aus der Kapitalerhöhung aufgefangen werden. 65 Prozent der neuen Aktien sollen direkt an Profiinvestoren verkauft werden und der Rest am freien Markt.

Scheitert die Kapitalerhöhung, hält sich die Bank offen, um Staatshilfe zu bitten - was jedoch mit EU-Regeln schwer zu vereinbaren ist. Denn diese sehen vor, dass zunächst Eigentümer und Gläubiger von Banken zur Kasse gebeten werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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