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ifo-Index: Deutsche Wirtschaft legt Jahresendspurt hin


Ifo-Index gestiegen  

Deutsche Wirtschaft legt Jahresendspurt hin

19.12.2016, 10:43 Uhr | rtr, t-online.de

ifo-Index: Deutsche Wirtschaft legt Jahresendspurt hin. Produktion bei Nordex in Rostock: Auch der Windkraftanlagenbauer konnte sich in letzter Zeit über eine ganze Reihe an neuen Aufträgen freuen. (Quelle: dpa)

Produktion bei Nordex in Rostock: Auch der Windkraftanlagenbauer konnte sich in letzter Zeit über eine ganze Reihe an neuen Aufträgen freuen. (Quelle: dpa)

Die Stimmung in deutschen Unternehmern hat sich zum Jahresende spürbar verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember auf 111 Punkte nach 110,4 Zählern im Vormonat. Der Index erreichte damit den höchsten Stand seit fast zwei Jahren, wie die Münchner Forscher nach ihrer Umfrage unter rund 7000 Managern mitteilten.

Hingegen hatten von Reuters befragte Ökonomen nur mit einem leichten Anstieg auf 110,7 Punkte gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft legt einen Jahresendspurt hin ", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser.

Industrie, Bau und Großhandel brummen

Bei der Industrie ging es bergauf. "Dementsprechend wollen mehr Unternehmen die Produktion in den kommenden Monaten anheben." Im Großhandel verbesserte sich das Geschäftsklima auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Im Einzelhandel blieb der Index unverändert auf hohem Niveau. "Das Bauhauptgewerbe setzt seine Rekordjagd fort", betonte Fuest. "Den Baufirmen ging es seit der Wiedervereinigung noch nie so gut." Der Bauboom dürfte sich in den nächsten Monaten fortsetzen.

Die deutsche Wirtschaft hatte in den Sommermonaten an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September nur noch um 0,2 Prozent, nachdem es zu Jahresanfang noch 0,7 und im Frühjahr 0,4 Prozent waren.

Zuletzt gab es aber Signale für einen Endspurt zum Jahresende. "Die Konjunktursymphonie schließt 2016 mit einem Akkord in Dur", sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Auch Helaba-Experte Ralf Umlauf äußerte sich zuversichtlich: "Die deutsche Wirtschaft dürfte mit Schwung ins Jahr 2017 starten."

Trump und Brexit schüren Unsicherheit

Im nächsten Jahr könnten allerdings die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union über einen EU-Austritt für Unsicherheit und weniger Investitionen sorgen. Zudem befürchten Experten Auswirkungen auf den Export, sollte der designierte US-Präsident Donald Trump den Freihandel einschränken und den US-Markt abschotten. "Man darf die erheblichen politischen Risiken auf globaler Ebene nicht aus den Augen verlieren", warnte Zeuner.

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