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Christine Lagarde schuldig: Schwarzer Fleck auf Lagardes weißer Weste


Schuldig, aber straffrei  

Schwarzer Fleck auf Lagardes weißer Weste

20.12.2016, 07:54 Uhr | Stephanie Lob, AFP

Christine Lagarde schuldig: Schwarzer Fleck auf Lagardes weißer Weste. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte auf ein anderes Urteil gehofft. (Quelle: dpa)

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte auf ein anderes Urteil gehofft. (Quelle: dpa)

Schuldig, aber straffrei: IWF-Chefin Christine Lagarde ist mit einem blauen Auge davongekommen, obwohl ein Pariser Gericht sie der Fahrlässigkeit in der sogenannten Tapie-Affäre um veruntreute Staatsgelder schuldig gesprochen hat. Die Glaubwürdigkeit einer der mächtigsten Frauen der Welt ist durch den Prozess erschüttert.

Das Urteil mag als salomonisch oder skandalös angesehen werden, in jedem Fall hinterlässt es viele Fragezeichen. 

Den Schuldspruch verfolgte Lagarde aus sicherer Distanz in Washington, dem Sitz des Internationalen Währungsfonds. Die IWF-Chefin hüllte sich zunächst in Schweigen. Nur ihr Anwalt Patrick Maisonneuve äußerte sich in Paris: "Wir hätten einen Freispruch bevorzugt", sagte er. Nun prüften er und seine Mandantin eine Revision.

Gericht kassiert Schiedsspruch

In dem Prozess hatte die 60-Jährige jede Schuld von sich gewiesen. Sie betonte, sie habe in ihrer Zeit als französische Wirtschaftsministerin nicht fahrlässig gehandelt, als sie 2008 dem Geschäftsmann Bernard Tapie im Streit mit einer staatlichen Bank einen Schadenersatz von mehr als 400 Millionen Euro zukommen ließ. Der zugrunde liegende private Schiedsspruch, den Lagarde veranlasst hatte, wurde 2015 von einem Gericht kassiert. Gegen Tapie und andere wird wegen Betrugs ermittelt.

Besonders pikant an der Affäre: Tapie stand dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy nahe - dem Mann, der Lagarde als erste Frau ins Wirtschaftsministerium geholt hatte.

"Da mussten sie doch reagieren"

"Das Risiko eines Betrugs war mir überhaupt nicht bewusst", betonte die 60-Jährige in dem Prozess. Sie habe auch keine Warnung aus ihrem Umfeld erhalten. Womöglich sei sie aber "ausgenutzt" worden, sagte sie.

Die gelernte Anwältin und erfahrene Verhandlungsführerin als naives Opfer einer Kungelei? Das Pariser Sondergericht für amtierende und frühere Minister kaufte ihr das nicht ab - und legte ihr zur Last, dass sie damals keine Rechtsmittel gegen den Schiedsspruch zugunsten von Tapie eingelegt hatte. "Das war doch ein Schlag in die Magengrube", sagte Gerichtspräsidentin Martine Ract Madoux in dem Verfahren. "Da mussten Sie doch reagieren."

Strafverzicht wegen Lagardes "Persönlichkeit"

Auch wenn das Gericht wegen Lagardes "Persönlichkeit" und ihrem "internationalen Ruf" auf eine Strafe verzichtete - auf ihrem mustergültigen Lebenslauf gibt es nun einen dunklen Fleck. Bisher fiel sie vor allem dadurch auf, dass sie alles richtig gemacht hat: Von der französischen Meisterin im Synchronschwimmen schaffte sie es als erste Frau an die Spitze des mächtigen IWF in Washington, dem sie seit 2011 vorsteht.

Lagarde ist bestens vernetzt, sie kennt alle wirtschaftlichen und politischen Schwergewichte der Welt. In jungen Jahren machte sie in der renommierten US-Anwaltskanzlei Baker and McKenzie Karriere, bevor sie 2005 in die französische Politik ging.

IWF-Exekutivrat prüft Abberufung

In Paris und in ihrer Zeit beim IWF erwarb sie sich einen Ruf als Krisenmanagerin und gewiefte Taktikerin. In eigener Sache hat sie diesen Ruf nun eingebüßt.

Eine Rückkehr in die Politik hatte Lagarde bereits vor dem Prozess ausgeschlossen. "Ich glaube, dass ich besser für meine derzeitige Tätigkeit geschaffen bin als für die Politik", sagte sie. Ob sie sich an der Spitze des IWF halten kann, muss nun der Exekutivrat der mächtigen Weltfinanzorganisation entscheiden.

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