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Wirtschaft  

Italienische Bankenkrise: Unicredit-Chef glaubt weiter an konstruktive Lösung

22.12.2016, 09:04 Uhr | dpa-AFX

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - In der sich zuspitzenden italienischen Bankenkrise rechnet Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier mit einem guten Ende. Die Krise hänge auch damit zusammen, dass die Regierung den Instituten anders als in Spanien und in Portugal nicht unter die Arme gegriffen habe. "Aber ich bin extrem zuversichtlich, dass es eine Lösung für Italiens Banken gibt", sagte er dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Mustier, der seiner Bank erst vor kurzem eine Rosskur verordnet hatte, nannte keine weiteren Details, geht aber von einer "konstruktiven Lösung im besten Sinne der gesamten Bankbranche" aus.

Im Mittelpunkt steht derzeit die stark angeschlagene Traditionsbank Monte dei Paschi, die dringend Geld braucht, aber nur schwer etwas von Investoren bekommt. Am Donnerstag läuft die Zeichnungsfrist für eine Kapitalerhöhung aus. Bis Ende des Jahres muss sie ihren Rettungsplan erfüllen, der unter anderem 5 Milliarden Euro an frischem Kapital vorsieht. Scheitert die Aufstockung des Eigenkapitals durch Investoren, könnte die Bank um Staatshilfe bitten.

Viele Beobachter halten eine staatliche Intervention zunehmend für unvermeidbar. Und es könnten weitere Banken mit in den Strudel gerissen werden. Laut "Financial Times" brauchen neben der Banca Popolare di Vicenza, der Veneto Banca und der Banca Carige auch vier kleinere Regionalbanken dringend frisches Kapital. Die Regierung hat Anfang dieser Woche bereits Vorsorge getroffen und ein Rettungspaket über 20 Milliarden Euro geschnürt, um das Bankensystem zu stützen.

Sein eigenes Haus sieht Mustier auf gutem Weg: Unicredit hatte Mitte Dezember eine Kapitalerhöhung über 13 Milliarden Euro angekündigt, die von einem Bankenkonsortium abgesichert ist, verkauft Problemkredite und fährt einen verschärften Sparkurs. "Die Marktreaktion, nachdem wir unseren Plan präsentiert haben, war ermutigen", sagte er. Der Börsenwert der Bank stieg seit der Ankündigung am 13. Dezember um rund 17 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro.

Der seit Sommer amtierende Mustier bekräftigte zudem abermals sein Bekenntnis zur deutschen Tochter Hypovereinsbank (HVB). Ein Verkauf sei vom Tisch und auch ein Börsengang stehe nicht auf dem Zettel. "Wir möchten weiterhin hundert Prozent der HVB behalten", sagte er. "Wir wollen eine einfach strukturierte Bank sein." Er will auch den HVB-Chef Theodor Weimer, der zuletzt immer wieder mit seinem Abschied kokettiert hat, halten. Er sei dafür, dass der Ende 2017 auslaufende Vertrag von Weimer verlängert werde.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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