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Wirtschaft - Bange Blicke auf Monte dei Paschi: Muss der Staat einspringen?


Wirtschaft  

Bange Blicke auf Monte dei Paschi: Muss der Staat einspringen?

22.12.2016, 20:35 Uhr | dpa-AFX

(neu: Verkauf neuer Aktien an Investoren beendet)

SIENA (dpa-AFX) - Die Chancen der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) auf einen finanziellen Befreiungsschlag sind am Donnerstag deutlich gesunken. Nach dem Ende des Verkaufs neuer Aktien an Investoren am Donnerstagnachmittag gingen Marktbeobachter vielmehr davon aus, dass das älteste Geldinstitut Europas den Staat um Hilfe bitten muss. Medien in Italien sprachen daher bereits von "Monte dei Paschi di Stato".

Allerdings war am Abend aber weiter unklar, ob die Bank bei der Kapitalerhöhung nicht doch genügend Geld über private Investoren eingenommen hat. Ebenfalls offen war, ob das Kabinett noch am Donnerstag oder am Freitagvormittag tagt, um ein Notfall-Dekret zur Rettung der Bank zu erlassen.

Kurz vor Börsenschluss hatte MPS-Chef Marco Morelli erklärt, dass der Verwaltungsrat in Mailand zusammenkomme, um die Kapitalerhöhung auszuwerten. "Anschließend sprechen wir", wurde er von der Nachrichtenagentur Ansa zitiert.

Monte dei Paschi ächzt unter einem Berg fauler Kredite, die nun teils abgestoßen werden sollen. Damit der Bank dieser Kraftakt gelingt, muss sie bis zum Jahresende fünf Milliarden Euro an frischem Kapital aufnehmen. Nach letzten Angaben der Bank steuerte ein Umtausch von Anleihen in Aktien 2,06 Milliarden Euro an Kapital zu dem Rettungspaket bei.

Am Mittwoch hatte die Bank erklärt, dass ihr das Geld früher ausgehen werde als gedacht. Die flüssigen Mittel könnten nur noch für vier Monate reichen, hieß es in einer Kapitalmarkt-Mitteilung. Bislang hatte das schwer angeschlagene Geldhaus aus Siena angegeben, dass das Geld noch für elf Monate ausreiche.

Zum Stichtag 16. Dezember hatte Monte dei Paschi 10,6 Milliarden Euro an Liquidität. Eine weitere schlechte Nachricht am Mittwoch war, dass Monte dei Paschi zum Zeitpunkt der Mitteilung am späten Abend noch keinen sogenannten Ankerinvestor gefunden hatte, also einen Geldgeber, der eine große Last bei der laufenden Kapitalerhöhung schultert.

Bei der Suche nach einem solchen Ankerinvestor hatten die Hoffnungen auf Katars Staatsfonds gelegen. Dieser habe jedoch keine Aktien abgenommen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Andere Investoren hätten ihre Investition davon abhängig gemacht, dass es einen Ankerinvestor gebe.

Erst am Dienstag hatte das Parlament die Aufnahme neuer Staatsschulden in Höhe von 20 Milliarden Euro gebilligt, um Monte dei Paschi und andere Krisenbanken notfalls stützen zu können. Die italienische Finanzbranche leidet unter der schwachen Wirtschaft im Land, weshalb viele Schuldner ihre Kredite nicht bedienen können.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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