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Deutsche Bank einigt sich im Hypotheken-Streit mit den USA


Milliarden-Buße  

Deutsche Bank einigt sich im Hypotheken-Streit mit den USA

23.12.2016, 12:52 Uhr | dpa-AFX

Deutsche Bank einigt sich im Hypotheken-Streit mit den USA. Das Logo der Deutschen Bank über einer Filiale im Frankfurter Stadtteil Bornheim. (Quelle: dpa)

Das Logo der Deutschen Bank über einer Filiale im Frankfurter Stadtteil Bornheim. (Quelle: dpa)

Die Deutsche Bank hat den Hypotheken-Streit mit den USA beigelegt. Die Bank teilte in der Nacht zum Freitag mit, sie habe sich mit dem US-Justizministerium grundsätzlich auf einen Vergleich geeinigt.

In der Vereinbarung habe sich die Deutsche Bank verpflichtet, eine Zivilbuße in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar zu zahlen und 4,1 Milliarden US-Dollar an "Erleichterungen für Verbraucher" - Entschädigungen für Kunden - in den USA bereitzustellen.

Auch Einigung mit Credit Suisse

Die scheidende US-Regierung von Barack Obama hatte zuletzt aufs Tempo gedrückt in den Verhandlungen mit Banken, denn im Januar übernimmt Donald Trump das Präsidentenamt.

Nur wenige Stunden nach der Einigung mit der Deutschen Bank verkündete auch der Schweizer Rivale Credit Suisse einen Vergleich wegen fragwürdiger Hypothekendeals, der mit 5,3 Milliarden Dollar Strafe und Ausgleich ein Stück niedriger ausfällt als bei den Frankfurtern. Dagegen sehen sich US-Regierung und die britische Großbank Barclays in einem ähnlichen Fall vor Gericht wieder.

Für einen Teil der Summe hatte die Deutsche Bank bereits Geld zurückgelegt - allerdings nicht genug. Die Strafgeldzahlung werde das Ergebnis im vierten Quartal mit etwa 1,17 Milliarden US-Dollar (1,12 Mrd. Euro) vor Steuern belasten, hieß es. Das ist finanziell noch zu verkraften: Die Frankfurter haben in den ersten neun Monaten des Jahres vor Steuern 1,6 Milliarden Euro verdient.

Finanzielle Auswirkungen auf Verbraucher noch unklar

"Ob die Erleichterungen für Verbraucher finanzielle Auswirkungen haben, hängt von den endgültigen Bedingungen des Vergleichs ab", hieß es bei der Deutschen Bank. Derzeit werde daraus kein wesentlicher Einfluss auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2016 erwartet. Im Vorjahr hatte die Bank einen Rekordverlust von 6,8 Milliarden Euro hinnehmen müssen - wegen Rechtsstreitigkeiten und dem laufenden Konzernumbau.

Die Anleger zeigten sich nach dem Vergleich erleichtert: Die Papiere der Deutschen Bank kletterten am Morgen um 3 Prozent und erreichten zwischenzeitlich den höchsten Stand seit März. Die Aktien entfernten sich damit weiter von ihrem Rekordtief von 9,898 Euro Ende September, als die Sorgen über eine sehr hohe Zahlung im Hypothekenstreit den Kurs belastet hatte.

Analysten geben Entwarnung

Ursprünglich hatte eine Strafe von 14 Milliarden Dollar gedroht. Mitte September hatte das US-Justizministerium mit dieser Forderung die Anleger der Deutschen Bank in höchste Alarmstufe versetzt. Das Bekanntwerden ließ den Börsenwert des Instituts einbrechen und löste sogar Spekulationen über mögliche Staatshilfen aus. Der Konzern hatte zuletzt rund 5,9 Milliarden Euro für Rechtsrisiken zurückgelegt.

Börsenbriefautor Hans Bernecker sieht mit dem Vergleich die "Kuh vom Eis". Auch Daniel Saurenz von Feingold Research hält das Ergebnis für gut verkraftbar, weil sich die Zahlungen an US-Konsumenten auf mehrere Jahre verteilen.

In dem Streit ging es um die Beilegung zivilrechtlicher Ansprüche im Zusammenhang mit der Ausgabe hypothekengedeckter Wertpapiere zwischen 2005 und 2007. Dem Dax-Konzern wurde vorgeworfen, mit solchen Geschäften zum Kollaps des US-Häusermarktes im Jahr 2008 beigetragen zu haben.

Die ursprüngliche Forderung wäre die höchste Strafe für ein ausländisches Geldhaus gewesen, die die Behörden in den USA je verhängt haben. Aber auch in anderen Fällen war es so, dass die US-Justiz zunächst mit viel höheren Summen in die entscheidende Phase von Vergleichsverhandlungen eingestiegen war. Die führende US-Investmentbank Goldman Sachs hatte im April in einem Vergleich nach einer ähnlich hohen Einstiegsforderung der US-Justiz schließlich etwas mehr als 5 Milliarden Dollar zahlen müssen.

Aktie klettert aufwärts

Für die Deutsche Bank sind die Unsicherheiten über die Kosten für die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten einer der größten Belastungsfaktoren. Sie warfen den Konzern auf seinem Sanierungskurs immer wieder zurück. In den vergangenen Jahren kosteten Strafen Deutschlands größtes Geldhaus bereits mehr als zwölf Milliarden Euro - etwa wegen der Beteiligung an Zinsmanipulationen (Libor), umstrittenen Hypothekengeschäften und Verstößen gegen Handelssanktionen.

An der Börse reagierten die Aktionäre der Deutschen Bank am Freitag vor Weihnachten erleichtert. Die DBK-Aktien kletterten zeitweise auf 18,63 Euro - der höchste Stand seit März. Zuletzt waren sie mit rund zwei Prozent Kursplus immer noch bester Wert im Dax.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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