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Hüfner-Kommentar: Welche zehn Überraschungen die Börsen 2017 durcheinander wirbeln könnten


Blick in die Glaskugel  

Welche zehn Überraschungen die Börsen 2017 durcheinander wirbeln könnten

25.12.2016, 12:18 Uhr | t-online.de

Hüfner-Kommentar: Welche zehn Überraschungen die Börsen 2017 durcheinander wirbeln könnten. Muss Mario Draghi 2017 um seinen Posten als Präsident der Europäischen Zentralbank EZB fürchten? (Quelle: AP/dpa)

Muss Mario Draghi 2017 um seinen Posten als Präsident der Europäischen Zentralbank EZB fürchten? (Quelle: AP/dpa)

Top-Ökonom Martin Hüfner wagt auch in diesem Jahr seinen speziellen, nicht immer ganz ernst gemeinten Blick in die Glaskugel. Lesen Sie, welche zehn Überraschungen besonders viel Sprengkraft für die Börsen besitzen könnten und so die Jahresperformance 2017 gründlich verderben.

Was Hüfner hier schreibt, sind keine Vorhersagen und sollen auch keine sein. Der Grund ist vielmehr, dass Überraschungen im Wirtschaftsleben eine immer größere Rolle spielen. 2016 war, wie noch kaum je zuvor, ein Jahr der großen Überraschungen. Mit dem Brexit und der Wahl Donald Trumps als US-Präsident wurde die Welt stärker auf den Kopf gestellt, als den meisten lieb war.

Übliche Risiko-Modelle versagen

In einem solchen Umfeld müssen sich auch die Anleger an den Börsen vermehrt mit Überraschungen beschäftigen. Das ist schwer, weil sich Überraschungen nicht mit den üblichen Risiko-Modellen erfassen lassen. Sie sind die "unknown Unknowns". Das sind die Risiken, die man nicht kennt und deren Eintreten man nicht mit Wahrscheinlichkeiten belegen kann. Um mit ihnen zu leben, muss man den Kopf frei haben. Man muss vorurteilslos darüber nachdenken, was alles denkbar ist und passieren kann.

Dabei zu helfen ist der Sinn dieser zehn Überraschungen. Darüber hinaus sollen sie - auch wenn die Weltlage eigentlich zu ernst ist - natürlich auch etwas Spaß machen.

Erstens: In Italien gibt es eine Volksabstimmung zur Frage der weiteren Zugehörigkeit zum Euro-Raum. Das setzt auch den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, unter Druck. Manche sagen, er könne nicht länger im Amt bleiben, wenn Italien aus der Währungsunion austrete. Potenzielle Nachfolger bringen sich schon einmal in Stellung.

Zweitens: Die Sanierung der Deutschen Bank zieht sich länger hin. Die Aktionäre stellen zunehmend die Frage, ob es die Bank als Institution überhaupt noch geben müsse. Warum könne man das Haus nicht in drei Teile aufteilen: Eine Zahlungsverkehrsbank, eine Vermögensverwaltungsbank und eine Bank für das Einlagen- und Kreditgeschäft. Jede dieser einzelnen Funktionen werde weiter benötigt, nicht aber die Zusammenfassung unter dem gemeinsamen Dach. Andere Banken schauen sich diese Überlegungen genau an.

Drittens: Die US-amerikanische Notenbank Fed erhöht die Zinsen stärker als erwartet. Das ärgert den Präsidenten Donald Trump, weil er glaubt, dass es seinem Ziel der Schaffung von Arbeitsplätzen entgegenläuft. Als die Federal Reserve auf seine Bedenken nicht eingeht, beschließt er kurzerhand, die Notenbank aufzulösen. Sie wird durch einen Roboter ersetzt, der die richtige Geldpolitik durch Modelle errechnen soll.

Viertens: Der US-Präsident überwirft sich mit dem Kongress. Immer mehr Abgeordnete können seine Positionen nicht mehr mittragen. Sie gehen auf Opposition. Die Situation spitzt sich so zu, dass einige ein Absetzungsverfahren gegen den Präsidenten ("Impeachment") erwägen wegen Missachtung des Parlaments.

Fünftens: Die Staus auf den Straßen werden immer schlimmer. Die Vorschläge zur Abhilfe reichen von einer Verdoppelung der Kraftfahrzeugsteuer, dem Verbot von Zweitwagen bis hin zur Heraufsetzung des Alters, mit dem Jugendliche den Führerschein machen können. In einer alternden Gesellschaft müssten, so hieß es, Jugendliche nicht mehr so früh Autofahren. Die Kanzlerin lehnt es ab, nach dem Modell Saudi-Arabiens Frauen den Führerschein zu entziehen, um die Zahl der Autos zu reduzieren.

Sechstens: Linken-Fraktionsvorsitzende Sarah Wagenknecht bildet mit der AfD ein Bündnis zur Abschaffung des Euro. Das findet viel Zustimmung bei den Wählern in Deutschland. Marine Le Pen aus Frankreich und Geert Wilders aus den Niederlanden schließen sich dem an. Das Ergebnis: Europäer vereinigen sich gegen Europa.

Siebstens: Ein selbstfahrendes Auto wird gehackt. Es fährt seine Insassen in einem Einkaufsgebiet in Zukunft nicht mehr zu Aldi, sondern nur noch zu dem Konkurrenten Lidl. Um so etwas zu verhindern, beschließt die Regierung die (Wieder-)Verstaatlichung der Deutschen Telekom. Chef der neuen Behörde für Telekommunikation soll der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla werden. Er soll sich darüber hinaus auch um die zunehmende Verbreitung von Fake-News kümmern.

Achtens: Die Europäische Kommission beschließt, nach dem Vorbild der indischen Regierung die Zwanzig- und Fünfzig-Euro-Scheine aus dem Verkehr zu ziehen. Jeder Bürger kann seine Scheine binnen einer Woche bei der Zentralbank einliefern und gegen neue tauschen. Leider hat man versäumt, genügend neue Scheine zu drucken. Bargeld wird knapp. Da hilft es, dass viele plötzlich wieder alte D-Mark-Scheine unter dem Kopfkissen hervorziehen.

Neuntens: Der Wechselkurs der US-amerikanischen Währung steigt immer stärker. Der starke Dollar ist eine schwere Belastung für die US-Wirtschaft. Präsident Trump erklärt, dass er nach dem Handel jetzt auch den freien Kapitalverkehr mit dem Ausland beschränken müsse. Der Euro wird zur einzig verbleibenden großen internationalen Währung in der Welt. Die Devisenmärkte lieben ihn mehr, als das die Bürger Europas tun.

Zehntens: Bisher haben die "Old Industries" versucht, ihr Geschäft zu modernisieren, indem sie sich bei Firmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie einkauften. Jetzt dreht Apple den Spieß um. Es verzichtet auf die Entwicklung eines eigenen selbstfahrenden Autos und beteiligt sich stattdessen an dem deutschen Autobauer Mercedes. Dadurch will Apple Zugang zu den traditionellen Technologien bekommen. Das ist "Industrie 4.0" verkehrt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors Martin Hübner (Chief Economist bei Assenagon) wieder, nicht die der Redaktion von t-online.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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