Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Börse & Märkte > Devisen >

Wirtschaftsweiser: "Euro hat das Zeug, sich dauerhaft zu halten"


Wirtschaftsweiser nennt Bedingungen  

"Der Euro hat das Zeug, sich dauerhaft zu halten"

01.01.2017, 15:04 Uhr | dpa, t-online.de

Wirtschaftsweiser: "Euro hat das Zeug, sich dauerhaft zu halten". Der Euro wird 15 Jahre alt.  (Quelle: dpa)

Der Euro wird 15 Jahre alt. (Quelle: dpa)

Am Neujahrstag 2002 haben Euro-Scheine und Cent-Münzen D-Mark und Pfennig als Bargeld abgelöst. Jetzt, exakt 15 Jahre später, zieht der Chef der Wirtschaftsweisen Bilanz - und nennt die Bedingungen, unter denen die Gemeinschaftswährung allen Unkenrufen zum Trotz seiner Ansicht nach auch langfristig bestehen kann.

"Der Euro hat das Zeug dazu, sich dauerhaft als unsere Währung zu halten", sagte Christoph Schmidt der "Bild am Sonntag". "Sein Schicksal hängt aber von der Reformbereitschaft in den Mitgliedstaaten ab." Dabei seien Frankreich und Italien besonders gefordert: "Frankreich sollte etwa für mehr Lohnflexibilität sorgen, Italien muss die Qualität seiner Institutionen verbessern."

"Neue Regeln nicht gleich wieder aushebeln"

So hält Schmidt im Fall Italiens vor allem die Rettungspläne der Regierung für die Krisenbank Monte dei Paschi für falsch. Kurz vor Weihnachten hatte die Regierung in Rom ein Notfall-Dekret erlassen, das die Bildung eines miliardenschweren Fonds aus öffentlichen Mitteln anordnet. Das Geld ist dazu gedacht, neben Monte dei Paschi auch andere Krisenbanken im Land zu stützen, was mit EU-Haftungsregeln nur schwer zu vereinbaren ist. Diese sehen vor, dass zunächst Eigentümer und Gläubiger der Geldhäuser zur Kasse gebeten werden.

"Nicht die Steuerzahler, sondern die Gläubiger der Bank hätten zu ihrer Rettung beitragen müssen", forderte Schmidt deshalb kürzlich in der "Rheinischen Post". Nach seinem Dafürhalten sind die neuen Haftungsregeln für Banken vernünftig. "Nun darf man beim ersten ernsthaften Anwendungsfall die neuen Regeln nicht gleich wieder aushebeln und damit die Glaubwürdigkeit der Bankenunion über Bord werfen. Wie es aussieht, geschieht aber genau das jetzt in Italien."

Was Sparer ärgert, freut Exporteure

Ohnehin ist der Euro derzeit so schwach wie seit langem nicht mehr. Vor Weihnachten sackte die Gemeinschaftswährung zeitweise auf 1,035 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2003. Zuletzt erholte sie sich zwar etwas. Doch einige Volkswirte sehen den Euro auf dem Weg zur Parität zum Dollar.

Vor allem die unterschiedliche Zinspolitik in den USA und im Euroraum schwächt die Gemeinschaftswährung. Ein Ende der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank ist vorerst aber nicht in Sicht. Zuletzt verlängerten die Währungshüter sogar ihre milliardenschweren Käufe von Anleihen und anderen Wertpapieren um neun Monate. Der Leitzins im Euroraum dürfte noch länger bei Null liegen.

Für Sparer ist die anhaltende Niedrigzinsphase ein echtes Ärgernis. Tagesgeld, Sparbuch und Co. werfen derzeit so gut wie keine Zinsen ab. Andererseits hilft der schwache Euro vor allem Deutschlands Exportwirtschaft. Denn dadurch werden Waren "Made in Germany" im Dollarraum billiger, was die Nachfrage ankurbeln dürfte.

Entsprechend wuchsen die Hoffnungen der deutschen Industrie auf steigende Exporte zuletzt. "Die Zinsanhebung der amerikanischen Zentralbank, die den Dollarkurs hochtrieb, trägt dazu bei", heißt es auch im jüngsten Konjunkturtest des Münchner Ifo-Instituts.

Mehr zu den Themen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal