Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

VW-Abgasaffäre: Zweifel an Winterkorns Glaubwürdigkeit


Vernehmung zur Abgasaffäre  

Untersuchungsausschuss bezweifelt Winterkorns Glaubwürdigkeit

19.01.2017, 14:33 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

VW-Abgasaffäre: Zweifel an  Winterkorns Glaubwürdigkeit. Alter Wein in neuen Schläuchen: Vor dem Untersuchungsausschuss hat Ex-VW-Chef Martin Winterkorn sein angebliches Nichtwissen über den Abgasskandal noch einmal bekräftigt. (Quelle: dpa)

Alter Wein in neuen Schläuchen: Vor dem Untersuchungsausschuss hat Ex-VW-Chef Martin Winterkorn sein angebliches Nichtwissen über den Abgasskandal noch einmal bekräftigt. (Quelle: dpa)

Nach der Vernehmung von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn im Untersuchungsausschuss zur VW-Abgasaffäre haben Mitglieder des Gremiums erhebliche Zweifel an dessen Glaubwürdigkeit geäußert: "Ich glaube, in weiten Teilen ist er hinter dem zurückgeblieben, was er wirklich weiß", sagte der Ausschussvorsitzende Herbert Behrens (Linke).

"Eine grundlegend neue Erkenntnis haben wir nicht gewinnen können", so Behrens weiter. Winterkorns Glaubwürdigkeit halte er deshalb für erschüttert.

Auf bisheriger Darstellung beharrt

Auch der CSU-Abgeordnete Ulrich Lange kritisierte, Winterkorn habe die zentrale Frage nicht beantwortet, wer zu welchem Zeitpunkt was bei VW wusste. Ansonsten seien viele wichtige Themen offen geblieben, auch weil Winterkorn von seinem Recht Gebrauch machte, wegen laufender Ermittlungen stellenweise die Aussage zu verweigern.

So hat Winterkorn im Wesentlichen nur seine bisherige Darstellung bekräftigt, vor Bekanntwerden des Diesel-Skandals nichts über die Abgas-Manipulationen bei dem Autobauer gewusst zu haben. "Das ist nicht der Fall. (...) Ich habe dazu auch keine Akteneinsicht erhalten." Er verstehe nicht, warum er nicht frühzeitig informiert worden sei, sagte er.

Seinerseits habe er die Bundesregierung und die Behörden rasch über den Skandal informiert, als er schließlich im Bilde gewesen sei. Im Anschluss an die Meldung der US-Umweltbehörden über verletzte Grenzwerte am 18., eine VW-interne Telefonkonferenz am 19. und eine Runde mit Führungskräften am 20. September 2015 habe er sich direkt am darauffolgenden Wochenbeginn (21.9.) mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) getroffen.

Tag darauf sei dann auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) telefonisch informiert worden. Die gesamten Auswirkungen der Affäre und mögliche Lösungen seien zu diesem Zeitpunkt aber noch unklar gewesen. Zuletzt gab es allerdings auch Berichte, wonach ein Manager-Treffen schon Ende Juli 2015 die Strategie gegenüber ermittelnden US-Behörden besprochen haben soll.

Winterkorn fordert "lückenlose Aufklärung"

Bei seiner Vernehmung entschuldigte sich der frühere Konzern-Chef erneut für die Abgasaffäre. "Das was passiert ist, macht die Menschen wütend - mich auch." Er selbst habe durch seinen Rücktritt Verantwortung übernommen. Dies sei der "schwerste Schritt" seines Lebens gewesen. Winterkorn war im September 2015 von seinem Posten zurückgetreten. Seitdem war er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Nun sei "lückenlose Aufklärung das Gebot der Stunde", forderte Winterkorn und regte an, dass die Parlamentarier auch eine mögliche Mitverantwortung der Politik bei der späten Aufdeckung gefälschter Abgaswerte von Millionen Dieselwagen aufarbeiten sollen.

Die wesentliche Zielsetzung des Ausschusses, der im April 2016 eingesetzt wurde, ist es, die Rolle der Bundesregierung und der Behörden zu klären.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
hier MagentaZuhause M sichern
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal