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Wirtschaft - Krise der Lebensversicherung: Branche sieht Licht am Ende des Tunnels


Wirtschaft  

Krise der Lebensversicherung: Branche sieht Licht am Ende des Tunnels

26.01.2017, 14:21 Uhr | dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Für die Zukunft der deutschen Lebensversicherung sieht der Branchenverband GDV Licht am Ende des Tunnels. Im laufenden Jahr dürften die Beitragseinnahmen der Lebensversicherer nur noch um 0,5 Prozent sinken, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, am Donnerstag in Berlin. Bei der Altersvorsorge setzen die Kunden dabei immer stärker auf Verträge ohne klassischen Garantiezins - in der Hoffnung auf höhere Rendite in Zeiten extremer Niedrigzinsen.

Die Geschäftsentwicklung sei "das Abbild einer Branche im Wandel", sagte Erdland. So entfiel im vergangenen Jahr 46 Prozent des Neugeschäfts auf Produkte mit abgespeckten Garantien, also ohne den klassischen Garantiezins bis zum Ende der Laufzeit. 2015 habe der Anteil noch 37 Prozent betragen. Der Anteil klassischer Lebensversicherungen sei im Neugeschäft von 59 auf 49 Prozent gesunken.

"Die Kunden sind in der Niedrigzinsphase offenbar bereit, etwas mehr Risiko für ihre Altersvorsorge einzugehen", sagte Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber. Die neuartigen Vertragstypen sollen weniger Kapital binden. Den Kunden winkt die Chance auf eine höhere Verzinsung - bei weniger Sicherheit. Verbraucherschützer sehen den Trend teilweise kritisch, weil die Versicherungsnehmer die Höhe ihrer Altersvorsorge schlechter einschätzen könnten.

Die Verunsicherung führte bei den Lebensversicherern 2016 zu einem Beitragsrückgang von 2,2 Prozent auf 90,7 Milliarden Euro. Das lag allerdings vor allem an dem schwankungsanfälligen Geschäft mit Verträgen gegen einmalige Beitragszahlung, die 6,1 Prozent weniger einsammelte. Bei den üblichen Verträgen gegen laufenden Beitrag gingen die Einnahmen nur um 0,5 Prozent zurück.

Während das Neugeschäft den Lebensversicherern Hoffnung macht, halten die hohen Zinsgarantien für Altverträge die Branche weiter unter Druck. Für die Policen, die den Kunden noch Zinsgarantien von bis zu 4 Prozent versprechen, müssen die Unternehmen inzwischen jedes Jahr Milliarden in die Zinszusatzreserve (ZZR) stecken. Im vergangenen Jahr schwoll dieser Posten um 13 Milliarden auf 45 Milliarden Euro an. 2017 könnte die Summe auf bis zu 65 Milliarden Euro klettern - abhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung.

Die Branche würde jetzt am liebsten an den Regeln schrauben. Man müsse verhindern, dass die bisherige Berechnungsformel für die Zinszusatzreserve die Lebensversicherer überfordere, sagte Erdland. Denn um die Mittel für die ZZR freizubekommen, müssen die Unternehmen hochverzinste Anleihen aus ihren Beständen verkaufen. Erdland forderte, den Puffer stattdessen aus den laufenden Überschüssen aufzubauen - und langsamer als bisher. Mittelfristig könnten die Lasten manchen Gesellschaften an die Substanz gehen. "2016 und 2017 dürften aber noch alle Lebensversicherer die ZZR stemmen können", schätzt Faulhaber.

Manche Versicherer übertragen ihre Lebensversicherungs-Altbestände nun an Abwicklungsgesellschaften, um sich Luft zu verschaffen. Was nach einem üblen Schlag für die Kunden klingt, kann sich laut Faulhaber für alle Seiten auszahlen. "Wenn man als Versicherer kleine Bestände hat, die in größerem Rahmen besser bearbeitet werden können, ist das eine Win-win-Situation für alle Beteiligten", sagte er. Dann müssten die Kunden nicht Verwaltungskosten von 4 Prozent sondern vielleicht nur 2,5 Prozent zahlen. Das schlage sich in den Verträgen in Form einer höheren Rendite nieder.

Besser lief es im Schaden- und Unfallgeschäft. Dort legten die Beitragseinnahmen um 2,9 Prozent zu. Für 2017 hat Erdland eine weitere Steigerung um 2,1 Prozent ins Auge gefasst. Zusammen mit Lebens- und privater Krankenversicherung rechnet er für die Branche mit einem Beitragswachstum von mindestens einem Prozent. Auf hohe Wachstumschancen hofft die Branche künftig bei Policen gegen Cyberkriminalität.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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