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VW-Abgasskandal: Piëch belastet Ministerpräsident Weil


VW-Abgasskandal  

Piëch belastet Ministerpräsident Weil

08.02.2017, 20:50 Uhr | AFP

VW-Abgasskandal: Piëch belastet Ministerpräsident Weil. In der Abgas-Affäre hat Ferdinand Piëch (links) Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schwer belastet.  (Quelle: imago/Rainer Unkel)

In der Abgas-Affäre hat Ferdinand Piëch (links) Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schwer belastet. (Quelle: imago/Rainer Unkel)

Im VW-Abgasskandal hat der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch mehrere Aufsichtsräte des Konzerns schwer belastet - darunter auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Der VW-Aufsichtsrat wies die Anschuldigungen scharf zurück. In einer Stellungnahme hieß es, der Vorstand werde mögliche Maßnahmen und Ansprüche gegen Piëch "sorgfältig prüfen".

Als möglich in diesem Zusammenhang gelten eine Strafanzeige sowie Schadenersatzansprüche gegen Piëch.

Die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet, Piëch habe gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig ausgesagt, Weil und weitere VW-Aufsichtsräte hätten bereits Anfang März 2015 von Hinweisen auf Abgasmanipulationen in den USA erfahren. Kürzlich hatte bereits der "Spiegel" gemeldet, Piëch habe Ex-Konzernchef Martin Winterkorn gegenüber der Staatsanwaltschaft Braunschweig belastet. 

Piëch will Weil und andere im Februar 2015 informiert haben

Piëch soll demnach im Februar 2015 Informationen über einen möglichen Dieselbetrug von einem israelischen Sicherheitsunternehmen erhalten haben. Damit habe er den damaligen Vorstandschef Winterkorn konfrontiert. Er habe die Sache im Griff, hätte Winterkorn entgegnet, so die Aussage Piëchs.

Über dieses Gespräch, über das nun auch die "BamS" berichtet, will Piëch anschließend das Präsidium des Aufsichtsrats unterrichtet haben - darin waren damals neben Weil und Osterloh auch Wolfgang Porsche und der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber.

Anschuldigungen zurückgewiesen

Der Aufsichtsrat von Volkswagen wies die laut Bericht von Piëch erhobenen Behauptungen "mit allem Nachdruck" als falsch zurück. "Eine ähnliche Darstellung, die sich neben dem ehemaligen Vorsitzenden des Vorstandes vor allem gegen eine Reihe aktueller wie ehemaliger Mitglieder des Aufsichtsratspräsidiums richtet, hatte Ferdinand Piëch im Frühjahr 2016 schon im Rahmen der internen, unabhängigen Untersuchungen gegeben", hieß es in einer Stellungnahme am Mittwochabend.

Diese Darstellung sei im weiteren Verlauf durch die Kanzlei Jones Day eingehend und detailliert überprüft worden. "Dabei haben sich keine Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Behauptungen ergeben, sie wurden insgesamt als unglaubwürdig eingestuft."

"Erst am 19. September 2015 davon erfahren"

Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil erklärte, ihm seien die Vorwürfe Piëchs seit einigen Monaten bekannt. "Sie sind einer unabhängigen Prüfung unterzogen und als unglaubwürdig bewertet worden. Tatsächlich hat es im Frühjahr 2015 von keiner Seite Hinweise an mich gegeben, Volkswagen nehme unzulässigerweise Einfluss auf Schadstoffwerte. Davon habe ich erst am 19. September 2015 erfahren. Jede anderslautende Darstellung ist schlichtweg falsch."

Winterkorn schwer belastet

Piëch hatte laut früheren Medienberichten bereits wiederholt seinen früheren engen Weggefährten, Ex-Konzernchef Winterkorn, schwer belastet. Auch dabei geht es um den Vorwurf, Winterkorn habe früher als bisher bekannt von den Abgas-Manipulationen bei Dieselfahrzeugen gewusst. Winterkorn will von den Manipulationen erst Anfang September 2015 erfahren haben. Er war kurz nach Bekanntwerden der Affäre zurückgetreten.

Die Braunschweiger Staatsanwälte ermitteln gegen Winterkorn und andere frühere sowie aktuelle Manager wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation.

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