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Was sagt Anton Schlecker zu den Vorwürfen?


Spannung vorm Schlecker-Prozess  

Bricht Anton Schlecker sein Schweigen?

13.03.2017, 07:39 Uhr | dpa

Was sagt Anton Schlecker zu den Vorwürfen?. Der ehemalige Drogeriekettenbesitzer Anton Schlecker bei Prozessbeginn im Landgericht in Stuttgart. (Quelle: dpa)

Der ehemalige Drogeriekettenbesitzer Anton Schlecker bei Prozessbeginn im Landgericht in Stuttgart. (Quelle: dpa)

Der ehemalige Drogeriemarkt-König Anton Schlecker hat sich nicht zu den Vorwürfen gegen ihn geäußert, seit der Prozess vergangene Woche gestartet ist. Heute hätte er Gelegenheit dazu.

Wird Schlecker erstmals etwas zu den Vorwürfen gegen ihn sagen? Diese Frage steht vor dem zweiten Prozesstag am Landgericht Stuttgart im Mittelpunkt. In der Tagesordnung ist einer Gerichtssprecherin zufolge "Gelegenheit zur Einlassung" vorgesehen. Ob sich der Gründer der gleichnamigen Drogeriekette äußern wird, ist noch offen.

Schlecker soll Vermögen vor der Insolvenz beiseite geschafft haben

Der Schlecker-Prozess hatte vor einer Woche begleitet von großem Medieninteresse begonnen. Der Hauptangeklagte Anton Schlecker ist wegen vorsätzlichen Bankrotts angeklagt. Der 72-Jährige habe Bestandteile seines Vermögens, das im Falle einer Insolvenz den Gläubigern zugestanden hätte, beiseite geschafft, so der Hauptvorwurf der Staatsanwaltschaft. Außerdem wirft die Anklage ihm vor, den Zustand des Unternehmens im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht zu haben.

Dreh- und Angelpunkt ist, dass Schlecker sein Unternehmen nicht als GmbH, sondern als eingetragener Kaufmann geführt hatte. Aus diesem Grund haftet er mit seinem persönlichen Vermögen. Auch der Zeitpunkt, ab wann die Pleite absehbar gewesen wäre, spielt eine Rolle: Die Staatsanwaltschaft sieht das Unternehmen rückblickend seit dem Jahr 2000 in der Krise, spätestens Ende 2009 habe die Zahlungsunfähigkeit gedroht.

Auch Schleckers Frau und Kinder sind angeklagt

Mit auf der Anklagebank sitzen Schleckers Ehefrau Christa und seine beiden Kinder Meike und Lars. Bei ihnen geht es um Beihilfe zum Bankrott. Schleckers Sohn und Tochter sind als ehemalige Gesellschafter der Logistikgesellschaft LDG außerdem wegen Insolvenzverschleppung und Untreue angeklagt.

Schlecker-Verteidiger Norbert Scharf hatte zum Prozessauftakt betont, dass sein Mandant nicht vom Ende seiner Firma ausgegangen sei. "Die Insolvenz seines Unternehmens war für ihn schlicht unvollstellbar."

25.000 Menschen verloren ihre Jobs

Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Mehr als 25.000 Menschen in Deutschland und genau so viele im Ausland verloren ihren Arbeitsplatz.

Das Gericht hat zunächst 26 Verhandlungstage bis Oktober angesetzt. Im Fall einer Verurteilung drohen Anton Schlecker bis zu zehn Jahre Gefängnis.

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