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Dieselgate: Razzia bei Audi und VW


Abgas-Skandal  

Dieselgate: Razzia bei Audi und Volkswagen

15.03.2017, 11:30 Uhr | dpa

Dieselgate: Razzia bei Audi und VW. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt bei Audi wegen des Verdachtes auf Betruges und strafbare Werbung. (Quelle: Reuters)

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt bei Audi wegen des Verdachtes auf Betruges und strafbare Werbung. (Quelle: Reuters)

Der Abgas-Skandal trifft nun auch die VW-Tochter Audi mit voller Wucht: Wenige Stunden vor Präsentation der Jahreszahlen des Autobauers rückten Ermittler am 15. März zu Razzien an den Audi-Standorten Ingolstadt und Neckarsulm sowie an sieben weiteren Orten an. 

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung. Die Durchsuchungen überschatteten die Audi-Jahrespräsentation, die am Morgen in Ingolstadt begann. "Trotz der Tagesaktualität würde ich mir wünschen, dass wir uns auf das abgeschlossene Geschäftsjahr konzentrieren", sagte Audi-Chef Rupert Stadler. "Die Staatsanwaltschaften München und Stuttgart durchsuchen heute am Standort Ingolstadt und Neckarsulm Büros", hatte ein Unternehmenssprecher kurz zuvor bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft München II teilte ihrerseits mit: "Im Rahmen der Ermittlungen werden heute durch mehrere Staatsanwälte und Beamte der Landeskriminalämter Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München an Standorten der Audi AG sowie an 7 weiteren Orten vollzogen." Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge wurden auch Privatwohnungen durchsucht.

Durchsuchungen sollen Klarheit bringen

Gegenstand der Ermittlungen sei der Verkauf von rund 80.000 Autos, in den USA im Zeitraum von 2009 bis 2015, die mit von Audi entwickelten V6-Drei-Liter-Dieselmotoren ausgestattet sind. "Es besteht der Verdacht, dass in diese Kraftfahrzeuge technische Vorrichtungen zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut wurden, um die US-amerikanischen Abgasgrenzwerte einzuhalten, und die Käufer diesbezüglich nicht informiert wurden", hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. 

Absatzgeschäfte auf dem europäischen Markt seien nicht Gegenstand der Ermittlungen, da nach den bislang vorliegenden Auskünften des Kraftfahrt-Bundesamtes insoweit eine unzulässige Beeinflussung von Abgaswerten nicht festgestellt werden könne. Mit den Durchsuchungen solle insbesondere geklärt werden, wer "an der Verwendung der maßgeblichen Technik" und gegebenenfalls "an unrichtigen Angaben gegenüber Dritten beteiligt" gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Auch Durchsuchungen in Wolfsburg

"Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden, da wir selbst großes Interesse an der Aufklärung des Sachverhalts haben", erklärte der Audi-Sprecher. Stadler sagte auf der Jahrespressekonferenz: "Der Weg des Aufarbeitens ist noch lange nicht abgeschossen." Er versicherte: "Wir bleiben dran." Das ganze Unternehmen leide darunter, "wie uns das Thema Diesel in Misskredit gebracht hat".

Im Zuge der Ermittlungen kam es auch am Volkswagen-Konzernsitz in Wolfsburg zu Durchsuchungen. Dies sagte ein VW-Sprecher am Mittwoch, nannte aber keine Details. 

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