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EU verbietet Fusion von Deutscher Börse und LSE


Kein Zusammenschluss  

EU untersagt Fusion von Deutscher und Londoner Börse

30.03.2017, 08:06 Uhr | dpa, cwe, df

 EU verbietet Fusion von Deutscher Börse und LSE. Das Handelsparkett der Börse in Frankfurt. (Quelle: dpa)

Das Handelsparkett der Börse in Frankfurt. (Quelle: dpa)

Die EU-Kommission hat die geplante Fusion der Börsen in Frankfurt am Main und London untersagt. Damit ist das ehrgeizige Vorhaben auch im dritten Anlauf gescheitert.

Auf dem Markt für das Clearing festverzinslicher Finanzinstrumente hätte die Fusion "ein De-Facto-Monopol" geschaffen, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Die europäische Wirtschaft benötigt gut funktionierende Finanzmärkte", betonte sie. Der Zusammenschluss zwischen Deutscher Börse und der London Stock Exchange "hätte den Wettbewerb erheblich eingeschränkt".

LSE weigert sich Auflage zu erfüllen

Das Aus für das ehrgeizige Vorhaben hatte sich schon länger angekündigt. Denn die London Stock Exchange (LSE) hatte sich geweigert, eine weitere Auflage der EU-Wettbewerbshüter zu erfüllen und ihren Mehrheitsanteil an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS zu veräußern. Daher ging die Londoner Börse nach eigenem Bekunden schon Ende Februar nicht mehr davon aus, dass die Kommission die Fusion genehmigen wird.

Das Votum der Briten zum Austritt aus der Europäischen Union im vergangenen Juni hatte das im Februar 2016 angekündigte Projekt erschwert. Vor allem die Frage des rechtlichen Sitzes wurde seither noch kritischer gesehen als zuvor.

Ärger in Frankfurt

Vor dem Brexit-Referendum hatten sich die beiden Börsenbetreiber darauf festgelegt, dass die Dachgesellschaft der geplanten europäischen Superbörse ihren Sitz in London haben soll. Das sorgte am Finanzplatz Frankfurt für viel Kritik.

Zusätzlich belastet wurde das Fusionsprojekt durch Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wegen des Verdachts auf Insiderhandel, die Anfang Februar bekannt wurden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen den Manager wegen eines millionenschweren Aktiengeschäfts gut zwei Monate, bevor die beiden Konzerne ihr Fusionsvorhaben öffentlich machten.

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