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Börse: So steigen Sie richtig in den Aktienmarkt ein


SCHNELL ERKLÄRTAktienhandel  

So gelingt der Einstieg in den Aktienmarkt

Von Sabrina Manthey

08.04.2019, 08:46 Uhr
Börse: So steigen Sie richtig in den Aktienmarkt ein. Steigender Aktienkurs: Aktien können in Zeiten niedriger Zinsen die Flaute auf dem Sparbuch ausgleichen. (Quelle: Getty Images/ipopba)

Steigender Aktienkurs: Aktien können in Zeiten niedriger Zinsen die Flaute auf dem Sparbuch ausgleichen. (Quelle: ipopba/Getty Images)

Angesichts niedriger Zinsen sind viele Sparer verzweifelt. Doch sie scheuen den Gang an die Börse. Wer sich aber mit den Grundlagen vertraut macht, kann über die Jahre das Geld gewinnbringend anlegen.

Das Geld auf dem Sparbuch wirft kaum etwas ab. Auch die Anlage in Tages- oder Festgeld bringt kaum Ertrag. Kein Wunder, dass der eine oder andere Anleger mit dem Aktienmarkt liebäugelt. Doch viele Börsenneulinge wissen nicht, wie sie sich auf dem "Börsenparkett" bewegen sollen. t-online.de gibt Ihnen wichtige Informationen für den Aktienmarkt an die Hand.

Das Aktiendepot

Als Erstes benötigen Anleger ein Depot. Das können Bankkunden unter anderem bei ihrer Hausbank oder auch einer Direktbank kostenfrei eröffnen. Für die Nutzung des Aktiendepots fallen hingegen Kosten an, die sich erheblich unterscheiden können. Das sind die Kosten für das Aufbewahren der erworbenen Aktien. Auch wenn dies virtuell erfolgt, fallen Depot- bzw. Verwahrungskosten an. Hinzu kommen die Gebühren für das Handeln der Wertpapiere – das heißt, wenn die Aktien gekauft und verkauft werden.

Da für jeden Kauf und Verkauf von Aktien eine Gebühr erhoben wird, spielt die Anlagestrategie bei der Auswahl eines Wertpapierdepots eine wichtige Rolle. Bei einer Langfristanlage wird das Depot nicht ständig umgeschichtet. Das bedeutet, mögliche höhere Ordergebühren fallen hier weniger ins Gewicht als zum Beispiel bei einer regelmäßigen Anpassung des Aktiendepots.

Die Wertpapierkennnummer

Nach der Eröffnung eines Wertpapierdepots kann es in der Regel gleich losgehen. Zum Kauf einer Aktie wird die deutsche Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) benötigt. Für jedes Wertpapier, sei es eine Aktie, ein Investmentfonds, ein börsengehandelter Indexfonds etc., gibt es eine individuelle Kennung.

Ein Beispiel: Die Aktien der Deutschen Börse werden an der Börse gehandelt. Ihre Börsenkennung lautet: WKN: 581005, ISIN: DE0005810055. Auch der deutsche Leitindex, mit dem Anleger die Wertentwicklung des deutschen Aktienmarktes verfolgen können, verfügt über eine individuelle Kennung (WKN: 84690, ISIN: DE0008469008).

WKN und ISIN finden: Wenn Ihnen weder die WKN noch die ISIN eines Unternehmens bekannt ist, geben Sie den Namen des Unternehmens und die Kurzbezeichnung "WKN" oder "ISIN" in eine Suchmaschine ein. Dort finden Sie die entsprechenden Angaben.

Der Börsenplatz

Als nächstes müssen Anleger entscheiden, an welchem Börsenplatz sie das Papier kaufen wollen. Das kann über die Handelsplattform der Deutschen Börse, Xetra, erfolgen oder über eine der Regionalbörsen. Der Hauptumsatz wird am digitalen Handelsplatz Xetra in Frankfurt/Main gemacht. Die Regionalbörsen handeln unter anderem aber auch kleinere zum Teil regionale Werte.

Mit Blick auf die verschiedenen Ordergebühren der einzelnen Handelsplätze können Anleger immer individuell entscheiden, wo sie ihre Aktien kaufen oder verkaufen möchten.

Handels- bzw. Börsenplätze in Deutschland

  • Frankfurter Wertpapierbörse / Xetra
  • Börse Berlin
  • Börse Düsseldorf
  • BÖAG Börsen Hamburg – Hannover
  • Börse München
  • Börse Stuttgart

Die Stückzahl und Gültigkeit des Handelsangebots

Anleger müssen angeben, wie viele Wertpapiere sie kaufen wollen. Abgefragt wird das unter dem Stichwort "Stückzahl". Das bezieht sich auf die Anzahl an Aktien.

Außerdem können sie entscheiden, wie lange die Order gültig sein soll. Das kann sinnvoll sein, wenn man die Aktien nicht zum besten Preis – also "billigst" – kaufen kann und deshalb ein Limit festlegen will (siehe Ordertypen). Dies erfolgt im sogenannten Orderbuch, in dem alle Kauf- und Verkaufsaufträge eines Wertpapiers festgehalten werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gültigkeit eines Kauf- oder Verkaufsangebotes einzugrenzen:

Good-for-day: Die eingestellte Kauf- oder Verkaufsorder ist für den aktuellen Börsentag bis zum Handelsschluss gültig.

Good-till-date: Die eingestellte Kauf- oder Verkaufsorder ist bis zum Handelsschluss des eingestellten Tages gültig.

Die Ordertypen

Vor dem ersten Aktienhandel an der Börse sollten sich Börsenneulinge mit den wichtigsten Ordertypen vertraut machen, die unter anderem auch der Sicherheit dienen. Die Ordertypen werden im sogenannten Orderbuch vermerkt.

Market Order: Bei der Market Order wird der Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt. Das bedeutet, das Wertpapier geht bei einer Kauforder zum niedrigsten Verkaufspreis und bei einer Verkaufsorder zum höchsten Kaufpreis über den Börsentisch. Die Börsentransaktion wird unmittelbar ausgeführt.

Limit-Order: Dieser Ordertyp beinhaltet eine Begrenzung beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers. Ein Käufer bestimmt, bis zu welchem Höchstkurs er bereit ist, zum Beispiel eine Aktie zu erwerben. Auf der anderen Seite setzt der Verkäufer ein Limit, bis zu dem er bereit ist, die Aktie zu verkaufen. Diese Börsentransaktion wird dann ausgeführt, wenn die Limit-Bedingungen erfüllt sind. Das Limit begrenzt für den Käufer und Verkäufer das Risiko, entweder nicht zu viel zu zahlen oder zu wenig zu bekommen.

Stop-Order: Mit einer solchen Order verfügen Käufer oder Verkäufer, dass eine Transkation erst zu einem bestimmten Kurs stattfindet. In der Regel ruht die Order, bis genau dieser Kurs erreicht ist. Bei einer Kauf-Stop-Order kommt es zu einer Transaktion, wenn der Kurs unter den Stop-Kurs fällt. Bei einer Verkauf-Stop-Order wiederum, wenn der Kurs über dem Stop-Kurs notiert.

Mit Kombinationen der Ordertypen können Börsenhändler die Risiken beim Handel mit Wertpapieren, so auch beim Aktienhandel begrenzen.

Stop-Loss: Mit dieser Order können mögliche Verluste eingegrenzt oder andererseits auch Gewinne gesichert werden. Das heißt: Erreicht ein Aktienkurs eine definierte Kursschwelle oder fällt unter diese, wird ein Verkaufsprozess in Gang gesetzt – üblich als unlimitierte Verkauf-Order. Allerdings kann diese auch kombiniert werden als Stop-Limit-Order. Dann wird nicht der ganze Posten verkauft, sondern nur innerhalb eines Kurskorridors.

Stop-Buy: Hiermit sichert sich der Börsenhändler gegen einen zu starken Preisanstieg ab. Wird der Stop-Kurs überschritten, wird der Kaufprozess unterbrochen. In Kombination als Stop-Buy-Limit wandelt sich der Kaufpreis bei Überschreiten des festgelegten Stop-Kurses in einen limitierten Kaufauftrag um, der innerhalb der definierten Spanne erledigt wird.

Preisfeststellung: Der Geldkurs und der Briefkurs

Die Preisfeststellung eines Wertpapiers muss man sich wie in einer Auktion vorstellen. Eine Seite bietet einen Preis für den Kauf eines Wertpapiers und die andere Seite fordert einen Preis für den Verkauf des Wertpapiers. Der Unterschied zwischen beiden Kursen wird als Geld-Brief-Spanne oder als Spread bezeichnet.

Geldkurs: Dies ist der Höchstkurs, den ein Käufer bereit ist, zu dem entsprechenden Zeitpunkt für ein Wertpapier zu zahlen. Er macht ein Kaufangebot. Im Englischen wird dies auch als "Bid" – also Angebot bezeichnet. Der Geldkurs liegt in der Regel unter dem Briefkurs, denn der Käufer möchte das Wertpapier günstiger erwerben als der Verkäufer dies verkaufen möchte.

Briefkurs: Dies ist der Kurs, den ein Verkäufer für sein Wertpapier nachfragt. Das heißt, das ist der Börsenpreis, zu dem dieser bereit ist das Papier zu verkaufen. Im Englischen wird der Briefkurs als "Ask" bezeichnet. Er liegt üblicherweise oberhalb des Geldkurses.

Noch ein paar nützliche Tipps zum Aktienhandel

Laut Experten gehören Aktien in jedes Portfolio. Die Kurse von Aktien können mitunter stark schwanken – das heißt nach oben oder unten ausschlagen. Wer keine starken Nerven hat, sollte eine langfristige Anlagestrategie fahren. Über einen Investitionshorizont von zehn bis dreißig Jahren lassen sich Kursschwankungen besser abfangen.

Faustformel Aktienanteil im Portfolio: Der Anteil risikoreicher Anlagen sollte mit steigendem Alter reduziert werden. Als Faustformel für den Aktienanteil am Portfolio rechnet man 100 Prozent minus das entsprechende Alter.

Regeln für ein Investment an den Märkten:

  • Nur einen Teil des verfügbaren Geldes an der Börse anlegen
  • Aktien über Märkte, Länder, Regionen streuen
  • Bei Kursschwankungen die Nerven behalten
  • Bei andauernden Verlusten nicht an einer Aktie festhalten
  • Keine Aktien auf Kredit kaufen
  • Nicht von hohen Kursversprechen locken lassen
  • Finger weg von Hebeln, die Verluste vervielfachen können

Börsenneulinge können unter anderem mit Standardwerten anfangen. Damit werden die Schwergewichte an der Börse bezeichnet – zum Beispiel die 30 Werte im deutschen Leitindex DAX. Die Unternehmen – auch Blue Chips genannt – sind in der Regel umsatzstark und international aufgestellt. Zudem verfügen sie über einen hohen Börsenwert.

Die größten mitteständischen Unternehmen sind im MDAX gelistet. Hier kann es durchaus schon mal zu der einen oder anderen größeren Schwankung kommen. Generell gilt jedoch bei jedem Investment, sich vorher über die Aktie – also das Unternehmen – zu informieren. Hier lohnt auch ein Blick in den Geschäftsbericht und die Zahlen. Kleine Unternehmen, die Small Caps, sind in der Regel für kurzfristige Gewinnchancen, aber nicht für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet.

Generell unterliegen börsennotierte Unternehmen im deutschen Prime Standard –dazu zählen Konzerne im DAX, MDAX, TecDAX, SDAX – hohen Transparenzstandards. Dazu zählen die Veröffentlichung von Geschäftsberichten sowie weitere Informationspflichten.


Noch eines: Beim Handel von ausländischen Aktien sollten Anleger das Fremdwährungsrisiko im Blick behalten. Das heißt, bei der Änderung des Wechselkurses kann der Wert der Fremdwährungsposition im Portfolio beeinträchtigt werden.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Börse
  • Börse Frankfurt
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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