Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

TUI sorgt mit Kreuzfahrten für Wachstum


Trotz Tuifly-Verlusten  

TUI sorgt mit Kreuzfahrten für Wachstum

15.05.2017, 13:50 Uhr | dpa

TUI sorgt mit Kreuzfahrten für Wachstum. Tui–Chef Joussen verlagert den Schwerpunkt des Konzerns weg vom umkämpften Veranstalter– und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel– und Kreuzfahrtangebote (Archiv). (Quelle: dpa/Michael Zehender)

Tui–Chef Joussen verlagert den Schwerpunkt des Konzerns weg vom umkämpften Veranstalter– und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel– und Kreuzfahrtangebote (Archiv). (Quelle: Michael Zehender/dpa)

Kreuzfahrten werden immer beliebter – davon profitiert auch der weltgrößte Reisekonzern Tui TUI AG NA O.N. Aktie. Neue Schiffe sollen dafür sorgen, dass das Wachstum weiter geht. Aber Tui muss sich auch mit einer Altlast vom Herbst herumschlagen.

Das Geschäft mit Hotels und Kreuzfahrten liefere starkes Wachstum, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Montag in Hannover. Denn im Gegensatz zum Veranstaltergeschäft warfen die beiden Sparten von Oktober bis März ordentlich Profit ab. Im Winterhalbjahr bremsten allerdings der späte Ostertermin und der Ärger um Tuifly das operative Geschäft. Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust fiel mit 214 Millionen Euro um vier Prozent höher als ein Jahr zuvor aus.

Flugausfälle kosteten 24 Millionen Euro

Hintergrund sind massenhafte Krankmeldungen bei der Fluglinie Tuifly, die den Flugbetrieb im Oktober 2016 zeitweise lahmgelegt hatten. Viele Piloten und Flugbegleiter legten die Arbeit nieder, nachdem bekanntgeworden war, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air–Berlin–Tochter Niki in eine Holding integriert werden soll. Reihenweise Flüge fielen aus. Tui musste rund 3.000 Reiseverträge kündigen, die meist mehrere zusammenreisende Menschen betrafen. Die Flugausfälle kosteten den Reisekonzern 24 Millionen Euro.

Tuifly–Niki–Deal soll Air Berlin retten

Die Zusammenführung von Tuifly mit der bisherigen Air–Berlin–Tochter Niki hängt weiter in der Luft. Ob das Bündnis zum Winter oder erst zum Sommerflugplan 2018 zustande kommt, wagte Joussen nicht zu sagen. Die vorbereitenden Gespräche mit der EU–Kommission seien fast abgeschlossen, danach werde die Genehmigung beantragt. Der Tuifly–Niki–Deal ist Teil der Rettungspläne für die hoch verschuldete Air Berlin.

Rund eine Milliarde Gewinn im Vorjahr

Der Umsatz wuchs dennoch in der gewöhnlich schwachen Wintersaison bis Ende März im fortgeführten Geschäft um 3,3 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Joussen äußerte sich zuversichtlich, den bereinigten operativen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September um mindestens zehn Prozent zu steigern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag dieser bei rund einer Milliarde Euro.

Weniger Verluste

Zugute kam Tui, dass sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Container–Reederei Hapag–Lloyd nicht wiederholten, wie ein Konzernsprecher sagte. Unter dem Strich sank der Verlust im ersten Geschäftshalbjahr um 19 Prozent auf 363 Millionen Euro. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen, ihre Gewinne fahren sie im Sommer ein.

Buchungszahlen und Umsatz im Plus

Die Buchungen für den Sommer liegen den Angaben zufolge trotz schwieriger Lage in der Türkei und in Ägypten um vier Prozent höher als im Vorjahr. Beim Umsatz betrage das Plus sogar acht Prozent. Die starke Nachfrage nach Griechenland, Spanien, den Kapverden, Zypern sowie Fernreisezielen gleiche niedrigere Buchungszahlen für die Türkei und Ägypten aus. Im Türkei–Geschäft erwartet Joussen nach dem Einbruch von 2016 keinen weiteren Rückgang.

Drei neue Kreuzfahrtschiffe in Planung

Tui–Chef Joussen verlagert den Schwerpunkt des Konzerns weg vom umkämpften Veranstalter– und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel– und Kreuzfahrtangeboten. Tui Cruises, Thomson Cruises und Hapag–Lloyd–Cruises steigerten das bereinigte operative Ergebnis um mehr als 50 Prozent auf 75 Millionen Euro. Der Wachstumskurs solle fortgesetzt werden. Im Juni werde die "Mein Schiff 6" auslaufen, 2018 und 2019 sollten zwei weitere neue Kreuzfahrtschiffe der "Mein Schiff"–Flotte bei Tui Cruises in Dienst gestellt werden. Auch die Flotten der Hapag–Lloyd–Cruises sowie von Thomson Cruises sollten erweitert und modernisiert werden. Die Hotelsparte steigerten das bereinigte operative Ergebnis um 27,9 Prozent auf rund 123 Millionen Euro.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal