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Prozess gegen Bankchef Funke eingestellt


HRE-Zusammenbruch  

Prozess gegen Bankchef Funke eingestellt

29.09.2017, 16:40 Uhr | dpa

Prozess gegen Bankchef Funke eingestellt. Das Landgericht München hat den Prozess gegen den früheren Vorstandschef der Hypo Real Estate, Georg Funke, eingestellt. (Quelle: dpa/Peter Kneffel/Archiv)

Das Landgericht München hat den Prozess gegen den früheren Vorstandschef der Hypo Real Estate, Georg Funke, eingestellt. (Quelle: Peter Kneffel/Archiv/dpa)

Der Zusammenbruch der HRE-Gruppe im Herbst 2008 war der spektakulärste Schadensfall der Finanzkrise in Deutschland. Der Prozess gegen Ex-Bankchef Funke schlug hohe Wellen – und endet überraschend.

Das Landgericht München hat den Prozess gegen den früheren Vorstandschef der Immobilienbank Hypo Real Estate, Georg Funke, eingestellt. Als Auflage verhängte die Wirtschaftsstrafkammer die Zahlung von 18 000 Euro an gemeinnützige Vereine, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe gegen Funke hätten im Rahmen der Beweisaufnahme nicht ausreichend aufgeklärt werden können, erklärte das Gericht. Ob die erforderlichen Beweiserhebungen noch vor Ablauf der absoluten Verjährung 2018 abgeschlossen werden könnten, sei nicht abzuschätzen. Ein vom Gericht beauftragtes Sachverständigengutachten stehe noch aus, viele Zeugen wären noch zu vernehmen. Wenn Funke die 18.000 Euro an zwei gemeinnützige Vereine zahlt, ist der Prozess mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft beendet. Die Geldauflage orientiert sich an Funkes derzeitigen Einkommens- und Vermögensverhältnissen.

Die Anklage hatte Funke vorgeworfen, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise die Bilanzen der HRE geschönt zu haben. Der Ex-Banker bestritt das und kämpfte für einen Freispruch.

Der HRE war im Herbst 2008 das Geld ausgegangen, weil sie keine Einlagen zur Refinanzierung mehr erhielt – obwohl die Bank nach Funkes Darstellung eigentlich noch liquide war. Die Immobilienbank war für den Bund der teuerste Schadenfall der Finanzkrise. Da die HRE wegen ihrer Größe als systemrelevant galt, sprang der Bund von 2008 bis 2010 mit fast zehn Milliarden Euro an Finanzhilfen und weiteren 124 Milliarden Euro an Bürgschaften ein. 2009 wurde die Bankengruppe verstaatlicht und später zerschlagen.

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