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Airbus steigt bei Bombardier-Flugzeugreihe ein


Zusammenarbeit mit Bombardier  

Airbus steigt bei Mittelstrecken-Flugzeug ein

18.10.2017, 09:03 Uhr | dpa

Airbus steigt bei Bombardier-Flugzeugreihe ein. Ein Mittelstreckenflugzeug der Bombardier C-Serie für geringere Passagierzahlen. (Quelle: dpa/epa Bombardier)

Ein Mittelstreckenflugzeug der Bombardier C-Serie für geringere Passagierzahlen. (Quelle: epa Bombardier/dpa)

Airbus nutzt die vielen Probleme bei Bombardier und sichert sich die Mehrheit an einer aussichtsreichen Produktreihe des kanadischen Herstellers. Für Bombardier könnte dies ein Befreiungsschlag sein.

Nachdem Airbus 2015 noch abgewunken hatte, als Bombardier die sogenannte C-Serie mit Mittelstreckenflugzeugen für eher geringere Passagierzahlen schon einmal aus finanzieller Not losschlagen wollte, schlug Airbus-Chef Tom Enders jetzt zu und setzt damit eine Duftmarke vor dem Erzrivalen Boeing. 

Die US-Regierung drohte mit einem Strafzoll von bis zu 300 Prozent für die C-Serie. Da die Endfertigung der Flugzeuge in ein US-Werk von Airbus wandern soll, wird das jetzt wohl vermieden. Gerade dies dürfte Boeing stark ärgern, da der US-Hersteller den Strafzoll wegen staatlicher Subventionen für die Flugzeugreihe gefordert hatte.

Bombardier trägt die Kosten für die Weiterentwicklung 

Seit 2015 sind die Probleme Bombardiers noch größer geworden, so dass Airbus bei der Übernahme nichts direkt zahlen muss, sondern nur die Kosten für die Weiterentwicklung tragen muss. In den kommenden drei Jahren wird Bombardier noch für finanzielle Lücken von bis zu 700 Millionen Dollar gerade stehen. Das Geschäft werde zudem schuldenfrei übergeben.

Airbus übernimmt 50,01 Prozent an der Firma, die für die C-Serie verantwortlich ist. Bombardier wird 31 Prozent behalten. Die staatliche Investmentgesellschaft, die vor zwei Jahren eingestiegen ist, um Bombardier zu stützen, ist mit rund 19 Prozent beteiligt. Airbus muss für den Kauf nichts direkt zahlen, sondern nur die Kosten für die Weiterentwicklung tragen.

Airbus-Chef Tom Enders sagte, die Gespräche für die Partnerschaft hätten im August begonnen. Die jetzt getroffene Vereinbarung bezeichnete er als "Win-Win"– Situation für alle Beteiligten.

Airbus-Aktie steuert ein Rekordhoch an

An der Börse wurde die Übernahme gefeiert. Die Airbus-Aktie legte in den ersten Handelsminuten um rund drei Prozent zu und steuert wieder auf ihr Rekordhoch von Anfang Oktober zu. Das Papier steht seit einiger Zeit bei Anlegern hoch im Kurs. In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Börsenwert um fast 50 Prozent auf zuletzt mehr als 60 Milliarden Euro. In den vergangenen Tagen hatten hingegen Korruptionsvorwürfe die Papiere belastet.

Aber auch bei den Aktionären von Bombardier sorgte die Ankündigung für Freude. An der Frankfurter Börse zog der Kurs der Bombardier-Anteile um rund sieben Prozent an. Die Aktie hatte allerdings in den vergangenen Jahren deutlich an Wert verloren, da Bombardier nicht nur im Flugzeuggeschäft mit starken Problemen zu kämpfen hat, sondern auch in der Bahntechnik. Hier war unter anderem zuletzt der Versuch eines Zusammenschluss mit der Siemens-Zugsparte gescheitert.

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