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VW-Chef Matthias Müller erwartet Rekordjahr für den Autobauer


Autobauer zuversichtlich  

"VW wird das beste Jahr seiner Geschichte haben"

20.10.2017, 08:38 Uhr | rtr, AFP, jmt

VW-Chef Matthias Müller erwartet Rekordjahr für den Autobauer. VW-Vorstandschef Matthias Müller ist zuversichtlich für die Zukunft des Konzerns. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

VW-Vorstandschef Matthias Müller ist zuversichtlich für die Zukunft des Konzerns. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Volkswagen-Chef Matthias Müller sieht den Autobauer trotz des Dieselskandals auf Erfolgskurs. "VW wird in diesem Jahr das beste Jahr seiner Geschichte haben – und nächstes Jahr wird es noch besser", sagt Müller. Daran änderten auch die Strafzahlungen nichts. Konkurrent Daimler verliert hingegen in den Quartalszahlen.

Die Investitionen in neue Technologien müssten nicht unter den Strafen für die Tricksereien mit Abgaswerten der Diesel-Motoren leiden. "Die 25-Milliarden-Rechnung in den USA tut uns weh. (...) Aber wir können haushalten." Volkswagen will bis 2030 mehr als 20 Milliarden Euro in die Elektromobilität stecken.

Müller: Vergleich mit Tesla "unfair"

Den Vergleich mit dem Elektroauto-Bauer Tesla hält Müller für unfair. Die Amerikaner verkauften "mit Mühe" 80.000 Autos im Jahr und vernichteten jedes Jahr eine dreistelligen Millionenbetrag. VW setzte elf Millionen Fahrzeuge ab – mit 13 bis 14 Milliarden Euro Gewinn. "Da bitte ich die Kirche im Dorf zu lassen und nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen."

Der öffentliche Druck nach der Aufdeckung der Manipulationen habe bei Volkswagen einiges schneller ins Rollen gebracht, sagt Müller und greift damit indirekt auch seine Vorgänger an: Unter seiner Ägide habe der Wolfsburger Konzern in zwei Jahren mehr in Angriff genommen als die zehn Jahre vorher.

Dieselskandal kam "zum richtigen Zeitpunkt"

"Man muss gestehen, dass der Dieselskandal vielleicht zum richtigen Zeitpunkt kam, um uns aufzuwecken." Dabei sei er nach dem Rücktritt von Martin Winterkorn eher unfreiwillig ins Amt gespült worden, räumt der 64-Jährige ein: "Ich wurde nicht so richtig gefragt, es war mehr ein Muss." Der Dieselskandal sei "die Schattenseite meines Lebens", sagt der ehemalige Porsche-Manager.

Dennoch führe am Otto- und Dieselmotor so schnell kein Weg vorbei: Für 10, 20 oder sogar 30 Jahre werde es eine Koexistenz von Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben geben. "Es ist ein Unding zu glauben, dass man auf absehbare Zeit ohne den Verbrennungsmotor auskommt." Schließlich gehe es um Lösungen, die nicht nur in Ballungsräumen, sondern auf der ganzen Welt praktikabel seien.

Das ehemalige VW-Management kritisiert der Konzernchef auch beim Umgang mit dem "Streetscooter" – einem Elektro-Lieferwagen, mit dem die Deutsche Post nun in Serie gehen will. VW hatte Gespräche mit den Entwicklern des Fahrzeugs abgelehnt. "Volkswagen glaubte damals, man sei der Mittelpunkt der Welt." 

Nettogewinn bei Daimler um 16 Prozent gesunken

Während VW auf ein Rekordjahr hofft, hat der Daimler-Konzern im dritten Quartal weniger Geld verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sank um 16 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro, wie Daimler mitteilt. Grund seien insbesondere Garantieaufwendungen und Aufwendungen für Servicemaßnahmen. Daimler hatte beim Dieselgipfel Anfang August wie andere deutsche Hersteller auch Software-Updates für ältere Dieselautos zugesagt und bietet Kunden mit älteren Wagen Umstiegsprämien.

Absatz und Umsatz erreichten im dritten Quartal dagegen "Bestwerte", wie Daimler mitteilte. Von Juli bis September verkaufte der Konzern rund 824.000 Mercedes-Autos, Busse und Lastwagen, das war ein Plus von neun Prozent. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 40,8 Milliarden Euro.

Konzernchef Dieter Zetsche bekräftigte bei Vorlage der Quartalszahlen das Ziel, das Unternehmen neu aufzustellen und die Geschäftsbereiche dafür stärker zu trennen. So sollen sie stärkere unternehmerische Verantwortung erhalten. Der Aufsichtsrat muss dem Plan noch zustimmen, später auch die Aktionäre.

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