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Wette oder Wertanlage: Bringt Tesla E-Power ins Depot?

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Wette oder Wertanlage  

Das "fahrende iPhone": Bringt Tesla E-Power ins Depot?

02.11.2017, 14:34 Uhr | Thomas Badtke, t-online.de

Wette oder Wertanlage: Bringt Tesla E-Power ins Depot?. Das erste günstigere Tesla-Fahrzeug Model 3 sollte den Elektroautobauer aus den roten Zahlen führen. (Quelle: dpa/Andrej Sokolow)

Das erste günstigere Tesla-Fahrzeug Model 3 sollte den Elektroautobauer aus den roten Zahlen führen. (Quelle: Andrej Sokolow/dpa)

Seit Anfang 2017 kletterte die Tesla-Aktie mehr als 60 Prozent bis auf ein Allzeithoch von fast 390 US-Dollar. Am 2. November folgte der Absturz, denn die großen Ankündigungen von Konzernchef Elon Musk wurden von der Wirklichkeit eingeholt. Sollen Anleger die Aktie nun wieder kaufen?

Eine Million Elektroautos will Tesla 2020 produzieren, 2018 bereits 500.000. Für einen Absatzboom sollte das neue Model 3 sorgen, das in der Mittelklasse auf Masse fährt. Allerdings sind die Ziele hoch gesteckt. "Sie sind nicht erreichbar. Das ist absolut utopisch", sagt Ökonom und Autoexperte Helmut Becker. "In diesem Jahr hat Tesla 80.000 als Ziel in der Produktion – und bereits das wird nichts. Zum Vergleich: Allein die Marke BMW lässt mehr als 2 Millionen Pkw vom Band rollen."

Tesla hat BMW im Börsenwert fast eingeholt

Dennoch hat Tesla BMW bereits fast eingeholt – nicht beim Gewinn, aber im Börsenwert. Denn der US-Autobauer fährt nach wie vor in den tiefroten Zahlen. Im dritten Quartal wies das Unternehmen mit 619 Millionen US-Dollar den größten Quartalsverlust seiner Geschichte aus. Im Börsenwert kommt der kalifornische Konzern aber auf umgerechnet knapp 48 Milliarden Euro. BMW liegt bei rund 56 Milliarden Euro.

Kursentwicklung von Tesla ist bedenklich

"Beim Tesla-Chart kann einem auf den ersten Blick schon schwindlig werden", kommentiert dann auch Carsten Riehemann, Mitbegründer der Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta und Co. "Gestartet in diesem Jahr bei um 215 US-Dollar, dann in der Spitze bis auf fast 390 Dollar, im Anschluss wieder runter und aktuell um 320 US-Dollar."

Riehemann warnt: "Der Chart gibt derzeit kein gutes Bild ab: Die 200-Tage-Linie als Unterstützung verläuft etwa um 316 US-Dollar. Geht es darunter, gar unter 300 US-Dollar, wird es charttechnisch schwierig." Der Marktexperte verweist auf "zwei Gaps in den Bereichen 280 und 270 US-Dollar", die die Aktie auf ihrem Weg nach oben gebildet hat - und die in der Regel immer mit etwas Zeitverzug geschlossen werden.

"Fundamental ist dieser Höhenflug auch auf keinster Weise unterfüttert und nachvollziehbar", erläutert Riehemann. "Der Tesla-Marktanteil weltweit liegt bei 0,1 Prozent, sie spielen im globalen Maßstab überhaupt keine Rolle. Mit einer Produktion von 80.000 Pkw in diesem Jahr ist Tesla schlicht und ergreifend einfach vernachlässigenswert", so das Urteil des Vermögensverwalters.

Viel verbaute Plaste passt nicht zum Luxusanspruch

Mit dieser Einschätzung ist Riehemann nicht allein. "Schaut man sich einen Tesla mal genauer an, steckt zwar eine interessante Antriebstechnik im Auto, dazu gibt es noch ein attraktives Design. Aber die Verarbeitung im Inneren – viel verbaute Plaste beispielsweise –, das passt nicht zum Luxusanspruch, den Tesla hat", sagt Michael Gollits, Vorstand bei der unabhängigen Vermögensverwaltung von der Heydt.

Wird Tesla das Apple im Automobilbereich? Nein!

"Teslas Topmodel S fährt im Premiumsegment, konkurriert vom Papier her mit Audi, BMW, Daimler und Co, beim Thema Verarbeitung lässt aber schon so mancher Massenhersteller die Amerikaner hinter sich." Und: "Tesla ist Elon Musk. Tesla ist innovativ. Tesla ist schick. Tesla ist Lifestyle. Tesla ist das fahrende iPhone – das alles gilt derzeit nicht", so Gollits weiter. "Aber die allesentscheidende Frage lautet: Wird Tesla das Apple im Automobilbereich, oder nicht?" Gollits' Antwort: "Ich sage, Tesla wird es nicht!"

Erst Pionier, dann abgehängt?

Autoexperte Becker ist ebenfalls skeptisch: "Tesla war bisher als Pionier im Elektroautomarkt unterwegs. Allerdings hat es der Konzern nicht geschafft, daraus Kapital zu schlagen: So genannte Pionier-Gewinne? Fehlanzeige!", erklärt er. "Nun schwenken die etablierten Hersteller auf Elektroantrieb um, die haben die nötige Kapital- und Produktionspower – Stichwort: Großserienproduktion –, ebenso das Know-how."

Beckers Prognose: Vor allem BMW und Daimler werden Tesla in den kommenden Jahren zusetzen – "und am Ende alt aussehen lassen. Der Wettbewerb wird Tesla schlucken, wenn das Unternehmen nicht vorher pleitegeht." Und: "Die Entscheidung, was aus Tesla künftig wird, fällt in China. Das ist der am stärksten wachsende Markt für Elektromobilität weltweit", führt Vermögensverwalter Gollits an.

"In China gibt es lokale Anbieter, die mit dem sieben- bis achtfachen Marktanteil vor Ort arbeiten. Da wird es für Teslas Massenmodel 3 extrem schwierig, Fuß zu fassen", so Gollits' Prognose. 

Experte rät: Abseits von Tesla schauen

Anlegern rät Gollits' derzeit von Tesla ab. "Goldman Sachs hat die Titel auf 'Sell', Kursziel 200 US-Dollar", begründet er. "Interessanter finde ich dagegen die Zulieferer auf dem Elektroautogebiet. E-Autos haben beispielsweise viel mehr Aluminium verbaut als klassische Fahrzeuge."

"Fakt ist aber auch, dass das Thema Elektroantrieb derzeit einfach sexy ist", lautet das Fazit des Vermögensverwalters Riehemann. "Entwickler, Konstruktion und Produktion von Antriebskonzepten: Das könnte eher funktionieren. Tesla sollte sein Geschäftsmodell hinterfragen." Dann wäre das Unternehmen auch für Aktienkäufer interessanter.

Autoexperte Becker bringt es auf den Punkt: "Zum einen: Der steigende Aktienkurs von Tesla wurde von der Fantasie getragen, aber nicht von der Realität. Wenn diese Blase platzt, bricht das ganze System Tesla zusammen. Zum anderen: Jeder nennt sich jetzt Tesla-Jäger: BMW, Daimler, VW, GM, Ford. Und man weiß ja: Viele Jäger sind des Hasen Tod."

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