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Theodor Weimer wird neuer Vorstandschef der Deutschen Börse


Führungskrise beigelegt  

Theodor Weimer wird neuer Vorstandschef der Deutschen Börse

17.11.2017, 10:52 Uhr | Reuters

Theodor Weimer wird neuer Vorstandschef der Deutschen Börse. Theodor Weimer 2009 bei einer Pressekonferenz (Quelle: Reuters/Archiv//Alexandra Beier)

Theodor Weimer 2009 bei einer Pressekonferenz (Quelle: Archiv//Alexandra Beier/Reuters)

Wenn Carsten Kentger Ende des Jahres seinen Vorstandsposten bei der Deutschen Börse räumt, soll HypoVereinsbank-Chef Theodor Weimer die Leitung übernehmen. 

Der Aufsichtsrat berief den 57-Jährigen für zunächst drei Jahre als Nachfolger des unter Insiderhandelsverdacht stehenden Kengeter. Dieser hatte Ende Oktober nach monatelangem Hin und Her das Handtuch geworfen, er wird die Börse Ende des Jahres verlassen.

International orientiert und lokal vernetzt

Aufsichtsratschef Joachim Faber erklärte, Weimer bringe alle Voraussetzungen mit, um das Unternehmen in die Zukunft zu führen. "Er ist sowohl international orientiert als auch im Heimatmarkt tief verwurzelt und sehr gut mit Regulatoren vernetzt."

Der ehemalige Investmentbanker führt die Münchner Tochter der italienischen Großbank UniCredit seit 2009. Sein Vertrag dort war erst Anfang des Jahres bis Ende 2020 verlängert worden. Neben der Berufung Weimers teilte die Börse mit, dass die auslaufenden Verträge der beiden langjährigen Vorstandsmitglieder Andreas Preuß und Jeffrey Tessler um ein Jahr verlängert würden, um Kontinuität im Unternehmen sicherzustellen. Preuß ist stellvertretender Vorstandschef.

Investoren sind erleichtert

Investoren äußerten sich zufrieden: "Wir sind erleichtert, dass schnell ein passender Nachfolger gefunden werden konnte", sagte Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment, einem der größeren Aktionäre des Unternehmens. "Am wichtigsten ist jetzt, dass sich die Börse mit einem unbelasteten Mann an der Spitze wieder voll und ganz auf das Geschäft konzentrieren kann." Die Aktie der Deutschen Börse legte nach der Mitteilung des Unternehmens leicht zu.

Die Berufung Weimers war erwartet worden. Bei der HVB in München wurde der Abschied des Chefs mit gemischten Gefühlen aufgenommen: "Die nötige Eloquenz für den Job bei der Börse hat er", sagte ein Arbeitnehmervertreter, der Weimer seit Jahren kennt. "Uns wäre lieber gewesen, er wäre geblieben." Nachfolger Weimers soll der HVB-Investmentbanking-Chef Michael Diederich werden.

Es gibt viel zu tun

Mit der Deutschen Börse wartet auf Weimer ein komplexer Konzern, bei dem Politik und Aufseher ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben. Nach der geplatzen Fusion mit der Londoner Börse LSE stehen die Zeichen in den kommenden Jahren vermutlich weniger auf Expansion durch große Fusionen und Übernahmen. Wichtigste Aufgabe Weimers dürfte es sein, die von seinem Vorgänger begonnene Befreiung der Börse vom stark schwankenden Geschäft an den Kapitalmärkten fortzusetzen. Zudem muss er das durch die Kengeter-Affäre verlorengegangene Vertrauen der Politik, aber auch bei den eigenen Mitarbeitern und wichtigen Aktionären wieder aufbauen.

Nicht minder relevant sind die Aufseher: Weimer wird ein gutes Verhältnis zum mächtigen Chef der Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, nachgesagt. Zur wichtigen hessischen Börsenaufsicht muss er diesen Draht schnell aufbauen. Denn letztlich wird über den Spielraum, den Weimer als neuer starker Mann bei der Börse hat, dort mitentschieden.

Ein "richtiger" Vorstandschef werden

Dem ehrgeizige Weimer waren in der Vergangenheit immer wieder Abwanderungsgelüste nachgesagt worden. Für fast jeden Chefposten bei Frankfurter Banken war der aus Franken stammende Hobby-Pianist gehandelt worden. Mit ein Grund: Seine Familie lebt in Wiesbaden, was für eine Rückkehr ins Rhein-Main-Gebiet sprach, wo er schon für Goldman Sachs gearbeitet hat.

Zu UniCredit-Chef Jean Pierre Mustier hat Weimer nach eigenem Bekunden ein gutes Verhältnis. "Aber bei einer Tochter hat man nie die Freiheitsgrade wie ein normaler Vorstandschef", sagt ein langjähriger Wegbegleiter. Denn Mustier hat die Auslandstöchter noch enger an die Kandare genommen – und Weimers Sendungsbewusstsein damit beschnitten. Öfter hatte er hinter den Kulissen damit geliebäugelt, einen Teil der HVB an die Börse zu bringen, um ein "richtiger" Vorstandschef zu werden.

Weimer spricht gern darüber, wie sich die HVB unter ihm gesund geschrumpft hat. So radikal wie bei keinem anderen deutschen Institut strich er das Filialnetz zusammen. Hatte die alte HypoVereinsbank 1998 noch mehr als 60.000 Mitarbeiter, waren es zuletzt gerade noch 14.000. Der finanzielle Erfolg gibt Weimer recht. Er liefert regelmäßig satte Gewinne in Mailand ab, mehr noch: Erst 2016 bekam UniCredit aus München eine drei Milliarden Euro schwere Sonderdividende.

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